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Borussia News

NEWS: 09.04.2017

Dominant zum Derbysieg

Dominant zum Derbysieg
Die Mannschaft feiert den Auswärtssieg im Derby mit den Fans.

Mit Geduld, viel Ballbesitz, enormer Passsicherheit und der nötigen Reife ließ sich die Fohlenelf beim 3:2 im Derby beim 1. FC Köln auch von zwei Ausgleichstreffern der Gastgeber nicht aus der Ruhe bringen und fuhr einen verdienten Auswärtserfolg ein.

Dieter Hecking ahnte, dass er sich unfreiwillig zum amüsanten Gesprächsthema des gestrigen Mannschaftsabends gemacht hatte. Lars Stindl hatte zehn Minuten vor dem Ende des Derbys beim 1. FC Köln soeben das 3:2 erzielt, da schnappte sich Borussias Cheftrainer Jonas Hofmann und wies ihn an, seinen Mannschaftskameraden nun die nötige Ruhe zu verordnen, um die Führung diesmal über die Zeit zu bringen. Hofmann lächelte kurz und erklärte seinem Trainer dann, dass dieser ihn bereits ausgewechselt hatte, was Hecking seinerseits mit einem herzhaften Lachen quittierte. „Da sieht man, dass wir ein Derby hatten und ich voll im Tunnel war“, erklärte Hecking die kuriose Szene hinterher vor den Fernsehkameras.

Dass den gebürtigen Westfalen sein erstes Rheinderby derart mitnahm, verwundert allein angesichts der ohnehin herrschenden Brisanz schon nicht. Hinzu kam dann aber noch der Spielverlauf, bei dem Heckings Mannschaft bereits zweimal in Führung lag, diese aber jeweils binnen weniger Minuten wieder aus der Hand gab, was den Cheftrainer schließlich beim dritten Treffer seines Teams zu der Ansage Richtung Jonas Hofmann veranlasste. „Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht und waren total dominant“, so Hecking. „Aber wenn man zweimal den Ausgleich kassiert, kann es auch sein, dass die gegnerische Mannschaft dann die Oberhand bekommt und euphorisiert nach vorne drängt und ein drittes Tor erzielt. Diese Phase haben wir aber gut gemeistert, dann selbst wieder Druck entwickelt und schließlich auch verdient den Derbysieg geholt.“

Wie ein Heimteam

Die Fohlenelf trat von Beginn an wie ein Heimteam auf, ließ den Ball mit gewohnt viel Passsicherheit lange in den eigenen Reihen laufen und legte sich den Gegner an dessen Strafraum zurecht. „Köln agiert aus einer guten Grundordnung, die sie selten verlieren. Man muss sie immer wieder aufs Neue bespielen, immer wieder verlagern und die Lücken suchen. Das hat meine Mannschaft sehr gut gemacht“, analysierte Hecking. Schnell trieben seine Schützlinge den Ball nach vorne, suchten dann geduldig nach Freiräumen und wechselten dabei immer wieder mit präzisen Bällen die Seite. Drei Viertel des Spiels war der Ball am Ende in den Reihen des VfL. „Aber ich hätte mir noch etwas mehr Konsequenz und Zug zum Tor gewünscht“, so Hecking. „Wir sind nicht richtig durchgekommen.“ Das 1:0 durch Jannik Vestergaard resultierte nach einer knappen Viertelstunde aus der dritten Ecke der Fohlenelf, das zwischenzeitliche 2:1 durch Ibrahima Traoré war eigentlich als Flanke gedacht, entwickelte sich dank Thorgan Hazard, der Kölns Torhüter Timo Horn irritierte, aber zum erfolgreichen Torschuss. Die Gastgeber glichen beide Führungstreffer der Borussen mit gnadenloser Effektivität aus. Bis auf die Tore von Clemens und Modeste beschwörten die Kölner ansonsten aber keine Gefahr für das Tor von Yann Sommer herauf. Auf Lars Stindls letztlich siegbringenden Treffer hatten sie dementsprechend keine Antwort mehr.

„Unbedingter Wille“

„Wir hatten im Vorfeld etwas im Kopf, das haben wir versucht, der Mannschaft zu vermitteln, und sie hat es dann sehr gut umgesetzt“, lobte Hecking nach aufregenden 90 Minuten. Mit seinen personellen Entscheidungen trug er zum Sieg maßgeblich bei. Erst brachte er für den angeschlagenen Raffael Ibrahima Traoré, der nur zwei Ballkontakte für seinen Treffer benötigte. Und in der Schlussphase erwies sich die Einwechslung Josip Drmics als Erfolgsfaktor. „Wir haben viel und sehr gut über die Außen gespielt, durch die vielen Positionswechsel fehlte aber oft in der Mitte ein Abnehmer. Mit Josip wollte ich die Präsenz im Strafraum erhöhen“, erklärte Hecking. Prompt fand eine Hereingabe von Wendt von der linken Seite den Schweizer in der Mitte, der mit seiner Direktabnahme noch an FC-Keeper Horn und dem Pfosten scheiterte, damit aber den Abstauber von Stindl initiierte. „Die Mannschaft hat diesen unbedingten Willen gehabt, das Derby zu gewinnen. Das hat man bis zuletzt gespürt“, so Hecking.

Mit dem Derbysieg beendete die Fohlenelf die Englische Woche nach der Länderspielpause mit sehr guten sieben von neun Punkten, die allesamt gegen Teams geholt wurden, die zuvor in der Tabelle vor dem VfL platziert waren. „Wir schauen schon auf die Tabelle“, räumte der Trainer ein. „Wir wollten uns nach den turbulenten Wochen von hinten absetzen. Das ist uns gelungen. Vom Abstiegskampf haben wir uns weit entfernt. Jetzt sieht man, dass man wieder nah dran ist an den internationalen Plätzen.“ Mit den anstehenden Aufgaben in Hoffenheim (Samstag 15.30 Uhr) und gegen Dortmund warten allerdings echte Prüfungen auf den VfL. „Das sind zwei schwere Spiele, die wir vor der Brust haben. Aber wenn die Mannschaft dort genau so auftritt wie in Köln, warum sollten wir dann dort nichts holen“, fragte der Trainer. Er gab seinen Schützlingen nach dem Derbyerfolg zwei freie Tage, bevor am Dienstag mit zwei Einheiten die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel bei den Kraichgauern startet. Ob Raffael dann schon wieder trainieren wird, ist noch offen. Der Brasilianer musste in Köln ausgewechselt werden und wird noch eingehend untersucht.

Stimmungsvolles, aber friedliches Derby

Neben den drei Punkten für den VfL hielt das Gastspiel in Köln auch noch die positive Erkenntnis bereit, dass es das von allen Seiten erhoffte stimmungsvolle, aber friedliche Derby war. „Wir haben ein rundum tolles Derby erlebt, mit einer fantastischen, vor allem aber friedlichen Atmosphäre. Das ist ein absolut positiver Aspekt, der mich besonders freut“, sagte Dieter Hecking in der Pressekonferenz. Erstmals hatte Borussia wieder zehn Prozent des Kartenkontingentes erhalten. „Es freut mich, dass die Fans mit ihrem Verhalten dazu beigetragen haben, dass es keinen Anlass gibt, nun wieder über eine Reduzierung dieses Kontingentes zu diskutieren“, sagte Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers. „Wir haben in der jüngeren Vergangenheit Derbys ohne die dazugehörige Stimmung erlebt. Ich denke, alle Beteiligten sind sich einig, dass eine Atmosphäre, wie wir sie gestern erlebt haben, genau das ist, was wir uns bei diesen Duellen auch in Zukunft wünschen. Deshalb kann ich mich bei den Verantwortlichen beider Vereine und der Kölner Polizei, die sich im Vorfeld viel untereinander ausgetauscht haben, sowie den Fans nur recht herzlich bedanken.“

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