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NEWS: 18.04.2017

Ein Offensivspektakel ohne Happy End

Ein Offensivspektakel ohne Happy End
„Es ist schade, dass wir nach so einem tollen Fußballspiel als Verlierer vom Platz gegangen sind. Trotzdem bin ich sehr stolz darauf, wie die Jungs agiert haben", so Trainer Dieter Hecking.

In einem wahren Offensivspektakel war Borussia gestern in Hoffenheim (3:5) der unglückliche Verlierer. Mit der Leistung seiner Mannschaft war Trainer Dieter Hecking dennoch zufrieden.

Die Reaktion der rund 4.000 mitgereisten VfL-Fans war großartig. Mit viel Applaus und lautstarken Gesängen nahmen sie die Fohlenelf nach dem Abpfiff bei ihrem Gang zur Gästekurve in Empfang. Die Anhänger bewiesen wieder einmal ein feines Gespür dafür, dass ihre Mannschaft in den 90 Minuten zuvor alles gegeben hatte und am Ende lediglich der unglückliche Verlierer in einem ausgeglichenen und stets spektakulären Fußballspiel war.

Und so musste auch Trainer Dieter Hecking nicht allzu lange nachdenken, ob er seinen Schützlingen einen trainingsfreien Ostersonntag gewähren soll. Trotz der ärgerlichen 3:5-Niederlage strich Borussias Chefcoach wenige Minuten nach Spielschluss die für heute angesetzte Einheit und honorierte damit die gute Leistung seines Teams. „Ich habe meiner Mannschaft in der Kabine für ihren Auftritt ein Riesenkompliment gemacht“, sagte Hecking. „Es ist schade, dass wir nach so einem tollen Fußballspiel als Verlierer vom Platz gegangen sind. Trotzdem bin ich sehr stolz darauf,wie die Jungs agiert haben.“

Hochgeschwindigkeitsfußball beider Teams

Von der ersten Minute an erfüllte das Spiel die Erwartungen, die viele bereits im Vorfeld an die Partie zweier angriffslustiger Teams gesteckt hatten. „Es war Hochgeschwindigkeitsfußball von beiden Mannschaften. Beide Teams haben mit offenem Visier agiert und immer den Vorwärtsgang eingelegt“, sagte Hecking. Sein Gegenüber, TSG-Coach Julian Nagelsmann, schloss sich dieser Meinung an: "Es war ein unfassbar attraktives Spiel. Man hat von Beginn an gesehen, warum ich dieser Gladbacher Mannschaft so gerne zuschaue.“ Jedoch waren es seine Schützlinge, die die ersten Ausrufezeichen setzten. Erst staubte Adam Szalai in der neunten Minute zum 1:0 ab, dann bugsierte der ungarische Angreifer eine Rechtsflanke von Sebastian Rudy zum 2:0 in die Maschen.

Borussia, die in der Rückrunde bereits in Leverkusen (3:2) und in Florenz (4:2) einen 0:2-Rückstand jeweils noch in einen Sieg verwandelt hatte, zeigte sich davon unbeeindruckt und schlug noch vor der Pause zurück. Eine Co-Produktion der beiden früheren Hoffenheimer Tobias Strobl und Jannik Vestergaard sorgt zunächst für den Anschlusstreffer, ehe vier Minuten später Kapitän Lars Stindl den Ausgleich erzielte. Bei einem Befreiungsschlag von TSG-Torhüter Oliver Baumann war Jonas Hofmann zuvor der Ball aus kurzer Distanz an die Hand gesprungen. Doch trotz wütender Prostete der Gastgeber gab Schiedsrichter Christian Dingert den Treffer. „Ich war mit der Hand am Ball, aber es war definitiv keine Absicht“, beteuerte Hofmann.

Die Chance aufs 3:2 verpasst

Der Ausgleichstreffer beflügelte die Borussen, die nach dem Wechsel drauf und dran waren, den Spieß komplett umzudrehen. Ibrahima Traoré zirkelte die Kugel nur ganz knapp links am Tor vorbei. Noch knapper war es bei André Hahn, der mit einer Volleyabnahme am Innenpfosten scheiterte. „In dieser Phase waren wir am Drücker. Umso ärgerlicher, dass wir die Chancen auf das 3:2 verpasst haben, sonst wäre das Spiel sicher anders verlaufen“, sagte Hecking. Stattdessen sorgte Kerim Demirbay auf der Gegenseite für die erneute Hoffenheimer Führung. Sein Freistoß von der rechten Seite segelte an Freund und Feind vorbei ins linke Eck. Und es kam noch schlimmer für die Fohlenelf. Mark Uth fasste sich aus 20 Metern ein Herz und nagelte die Kugel unhaltbar in den rechten Winkel.

Die Fohlenelf nun geschlagen? Von wegen! Mahmoud Dahoud sorgte mit einem platzierten Flachschuss aus 15 Metern noch einmal für Hoffnung. „Die Mannschaft hat die beiden neuerlichen Nackenschläge klasse weggesteckt und ist noch einmal zurückgekommen. Danach hat sie alles versucht, doch es hat leider nicht mehr zum Ausgleich gereicht“, so Hecking. Kurz vor dem Abpfiff sorgte Demirbay mit seinem zweiten Treffer für die endgültige Entscheidung eines Offensivspektakels, das für die Borussen ohne Happy End zu Ende ging.

Heimfahrt ohne Groll

„Es war ein überragendes Fußballspiel. Beide Mannschaften waren nie zufrieden und haben immer wieder mit viel Tempo die Angriffe angekurbelt. Das ist das, was die Zuschauer in der Bundesliga sehen wollen“, befand Hecking. Mit dem Ergebnis war Borussias Chefcoach aber selbstverständlich nicht einverstanden. „Einen Zähler hätten wir sehr gerne mitgenommen“, sagte der 52-Jährige. Dennoch trat er die Heimfahrt nicht mit Groll an. „Wir können trotz der Niederlage mit einem guten Gefühl auf das Spiel zurückblicken. Wenn meine Mannschaft diesen Elan in die letzten Saisonspiele mitnimmt, werden wir definitiv noch den einen oder anderen Sieg holen.“

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