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NEWS: 18.04.2017

„Die Chance, noch etwas richtig Großes zu erreichen“

„Die Chance, noch etwas richtig Großes zu erreichen“
Sportdirektor Max Eberl

Standpunkt: Sportdirektor Max Eberl spricht über den Saisonendspurt, den kommenden Gegner Borussia Dortmund und das Pokal-Halbfinale in der nächsten Woche gegen Eintracht Frankfurt.

Max, mit ein paar Tagen Abstand: Wie ordnest du das Acht-Tore-Spektakel in Hoffenheim ein?

Max Eberl: Wir haben ein großartiges Fußballspiel gesehen, in dem alles dabei war, das man sich wünscht: eine hohe Intensität, viele Tore, strittige Situationen. Nur leider hatte das Spiel für uns den falschen Ausgang. Das ist das, was am Ende bleibt. Beim Stand von 2:2 hatten wir die große Chance, das 3:2 zu erzielen und die komplette Wende zu schaffen. Und dann hätten wir auch die große Chance gehabt, etwas mitzunehmen.

In der Liga steht Borussia fünf Spiele vor Schluss auf Platz neun, mit drei Punkten Vorsprung auf Platz zwölf und vier Punkten Rückstand auf Platz fünf. Was bedeutet das für den Saisonendspurt und das Ziel Einstelligkeit?

Max Eberl: Wir haben uns in eine Ausgangslage gebracht, die zur Weihnachtszeit kaum jemand für möglich gehalten hat. Damals hatten wir ganz andere Sorgen als jetzt. Wir haben die Probleme, die wir seinerzeit hatten, durch eine sehr gute Rückrunde inklusive des letzten Hinrundenspiels in Darmstadt gelöst und uns dadurch in eine sehr gute Lage gebracht. Die Situation jetzt zeigt, wie eng die Liga qualitativ zusammengerückt ist. Das bedeutet, dass man an jedem Spieltag einen Sprung nach oben, aber auch nach unten machen kann. Wir haben jetzt eine gute Punktezahl, mit der wir unser Ziel Einstelligkeit weiter erreichen können – und sogar hoffentlich bis zum Ende um etwas ganz Großes mitspielen können, was zu Beginn dieses Jahres nicht mehr möglich schien.

Wie bewertest du denn die Chancen, sich noch für die Europa League qualifizieren zu können?

Max Eberl: Der Punkteabstand zu den Europa League-Plätzen ist nicht groß. Aber es gibt viele Mannschaften, die um diese Plätze mitspielen, und der Punkteunterschied zwischen diesen Teams ist sehr gering. Durch die Vielzahl der Mannschaften sind die Chancen also vergleichsweise klein – aber sie sind da. Jeder Spieltag wird diese Chancen jetzt neu berechnen. Mit dem BVB haben wir nun natürlich einen äußerst schweren Gegner im nächsten Spiel. Aber die Liga hat bislang gezeigt, dass jedes Wochenende etwas Außergewöhnliches möglich ist.

In der vergangenen Woche hat es bei der Anreise zum Spiel einen Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund gegeben. Was hat das in dir ausgelöst?

Max Eberl: Dieses schreckliche Ereignis hat bei uns allen Unwohlsein ausgelöst. Der vergangene Dienstag hat gezeigt, dass der Wahnsinn nicht vor dem Fußball Halt macht. Für Borussia Dortmund und die Spieler des BVB ist die Situation am schlimmsten. Wir können uns nicht vorstellen, was in ihren Köpfen vorgeht. Ich fand es außergewöhnlich, wichtig und gut, dass die Dortmunder Spieler trotz dieser sehr schwierigen Situation gegen Monaco gespielt haben, weil es ein Zeichen für die gesamte Gesellschaft war, sich nicht klein kriegen zu lassen, auch wenn es psychologisch eine schwierige und extreme Ausnahmesituation für sie war und weiterhin ist.

Mit Blick auf das Spiel am Samstag gegen die Dortmunder: Borussia fehlen mit Christoph Kramer, Raffael, Thorgan Hazard, Tony Jantschke und Fabian Johnson derzeit fünf wichtige Spieler verletzungsbedingt. Wie schwierig ist es, die Ausfälle gleich so vieler Säulen zu kompensieren?

Max Eberl: Leider ziehen sich die verletzungsbedingten Ausfälle durch die gesamte Saison. Wir hatten immer wieder nicht nur ein oder zwei, sondern gleich mehrere wichtige Spieler nicht zur Verfügung. Wir sind froh, dass wir diese Saison mit einem größeren Kader geplant haben – nichtwissend, dass es am Ende wirklich notwendig sein würde aufgrund der Vielzahl der Verletzungen. Gerade in der finalen Phase der Saison ist es natürlich schade, dass so viele Spieler ausfallen. Aber: Bei dem einen oder anderen haben wir Hoffnung, dass er zeitnah wieder fit wird und im Endspurt der Saison wieder eingreifen kann.

Im Saisonendspurt steht dem VfL noch ein echtes Highlight bevor, das Halbfinale im DFB-Pokal nächste Woche gegen Eintracht Frankfurt. Welche Bedeutung hat dieses Spiel für Borussia?

Max Eberl: 1995 war das letzte Finale, in dem Borussia Mönchengladbach stand. 22 Jahre später wäre es großartig, wieder ein Finale spielen zu dürfen. Aber vor dem Erreichen dieses Ziels steht das Halbfinale gegen Eintracht Frankfurt, gegen die wir in dieser Saison sowohl im Hin- als auch im Rückspiel der Bundesliga festgestellt haben, dass sie eine richtig gute Struktur auf dem Platz haben. Auch gegen Dortmund haben sie gezeigt, über welche Qualität sie verfügen. Das Duell gegen die Frankfurter ist ein Halbfinale, ein K.o.-Spiel, ein Heimspiel – da wünsche ich mir, dass wir alles, was wir haben, in dieses Spiel werfen, auf dem Platz, neben dem Platz, und mit der Unterstützung unserer Fans versuchen, dieses Finale zu erreichen, von dem wir alle träumen.

Währenddessen steht fest, dass Mahmoud Dahoud und Andreas Christensen Borussia am Ende der Saison verlassen werden. In welchem Stadium befinden sich bereits die Kaderplanungen für die neue Saison?

Max Eberl: Der Abgang von Mo Dahoud steht nun fest, Andreas Christensen wird zu Chelsea zurückkehren, bei ihm schauen wir aber, ob in Zukunft noch etwas möglich ist. Generell beginnen mit dem Start einer Saison bereits die Planungen und Visionen für die darauffolgende Saison. Deswegen beschäftigen wir uns schon sehr lange mit möglichen Neuzugängen. Es gibt viele Spekulationen, die tangieren uns momentan aber weniger, weil wir in dieser Saison die Chance haben, noch etwas richtig Großes zu erreichen – in der Liga und im Pokal. Darauf sollten wir uns nun alle konzentrieren und fokussieren.

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