NEWS: 23.04.2017

Schlagabtausch mit bitterem Ende

Schlagabtausch mit bitterem Ende
Enttäuschung bei der Fohlenelf nach dem Dortmund-Spiel.

Die Fohlenelf hat sich nach schlechtem Start stark zurück ins Spiel gegen den BVB gekämpft, musste sich am Ende aber über eine 2:3-Niederlage ärgern. Doch viel Zeit bleibt dafür nicht – schon am Dienstag steht das Pokal-Halbfinale gegen Frankfurt an.

Am Sonntagvormittag hatte sich prominenter Besuch am BORUSSIA-PARK eingefunden: Michael Klinkert, Kapitän der Pokalsieger-Mannschaft von 1995, und Wolfgang Kleff, Torhüter der Pokalsieger-Elf von 1973, drehten mit einem Kamerateam für die Vorberichterstattung zum Pokal-Halbfinale am Dienstag gegen Eintracht Frankfurt. Sie unterhielten sich auch mit den VfL-Profis, die vom Trainingsplatz kamen, gaben vielleicht noch den einen oder anderen Ratschlag und halfen damit, die Borussen einzustimmen und dabei, die Enttäuschung über das 2:3 (1:1) gegen Borussia Dortmund zu verarbeiten. Denn das Bundesliga-Topspiel gegen den BVB hatte am späten Samstagabend noch für verärgerte Mienen gesorgt. "Wir haben uns das Leben vor allem in der ersten Hälfte selbst sehr schwer gemacht", analysierte Borussias Cheftrainer Dieter Hecking, der damit ansprach, dass die Fohlenelf entgegen seiner Ansage gegen die früh anlaufenden Dortmunder nicht die Strategie änderte und weiter nach spielerischen Lösungen suchte, statt auch mal den langen Ball zu wählen.

Früher Rückstand, glücklicher Ausgleich

Borussia fand so nur schleppend ins Topspiel am Samstagabend, eben weil Dortmund aggressiv presste. So profitierte Dortmunds Christian Pulisic nach knapp zehn Minuten von einem Ausrutscher von Andreas Christensen und stürmte mit dem Ball in Richtung Strafraum. Mo Dahoud eilte zur Hilfe, konnte den US-Amerikaner aber nur regelwidrig stoppen, woraufhin Schiedsrichter Wolfgang Stark auf den Elfmeterpunkt zeigte. Eine knappe Entscheidung, da der erste Kontakt zwischen Dahoud und Pulisic noch vor, der zweite aber auf der Strafraum-Linie stattfand. Marco Reus trat zum Elfmeter an und verwandelte sicher zur Führung für die Gäste (10.). Die Dortmunder waren in der Folge das bessere Team, konnten ihre Führung aber dank starken Rettungstaten von Sommer gegen Ousmane Dembélé (12.) und von Strobl gegen Reus (27.) aber nicht ausbauen.

Da aber auch die Dortmunder in ihrem Spielaufbau nicht fehlerlos waren, bekam Borussia kurz vor der Pause noch die Gelegenheit endlich in dieser Spitzenpartie anzukommen: Es war die 43. Minute, als der für den verletzt ausgeschiedenen Nuri Sahin hereingekommene Mikel Merino den Ball im Spielaufbau genau André Hahn in die Füße spielte. Borussias Angreifer schaltete schnell und schickte Kapitän Lars Stindl in den Strafraum, wo dieser BVB-Keeper Roman Bürki keine Chance ließ und zum etwas schmeichelhaften Ausgleich für die Fohlenelf vollendete.

Fehlende Ruhe nach der Führung

Der VfL kam mit dem Schwung dieses 1:1 wieder aus der Kabine und war nun viel präsenter in den Zweikämpfen. Folgerichtig waren es auch die Fohlen, die die nächsten offensiven Akzente setzen konnten. Nachdem Stindl eine Ecke von Oscar Wendt nicht verwerten konnte, spielte der Schwede den zweiten Ball erneut scharf von der rechten Seite in den Strafraum, und der Abwehrversuch von Dortmunds Kapitän Marcel Schmelzer landete im eigenen Netz. Borussia hatte die Partie nur drei Minuten nach Wiederanpfiff gedreht. "Zu diesem Zeitpunkt hätte ich mir dann gewünscht, dass wir mehr Ruhe ins Spiel bringen, den Ball und den Gegner erst einmal laufen lassen. Aber wir haben den offenen Schlagabtausch gewählt", sagte Hecking. Und die Dortmunder hatten noch einen Trumpf im Ärmel: BVB-Trainer brachte Top-Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang, und der markierte 109 Sekunden nach seiner Einwechslung und nach einem sehenswerten Schnittstellenpass von Dembélé den Ausgleich.

In der Folge entwickelte sich eben jener offene Schlagabtausch, in dem Patrick Herrmann freistehend an Bürki (77.) und Dortmunds Raphael Guerreiro am Innenpfosten (83.) scheiterte. Als man sich auf VfL-Seite schon mit dem Punktgewinn abgefunden zu haben schien, kam dann das bittere Ende: Eine Freistoßflanke von Gonzalo Castro verlängerte Guerreiro ins lange Eck. So blieb den Borussen am Ende nur der Ärger über die Niederlage. Sportdirektor Max Eberl sagte am Sonntagvormittag im Sport1-Doppelpass: "Es war unser Fehler, dass wir uns auf den offenen Schlagabtausch mit den Dortmundern eingelassen haben. Wir hätten das Spiel nach dem 2:1 beruhigen müssen. Da müssen wir wieder die richtige Mischung aus Offensivdrang und Abgeklärtheit finden." Dass die Fohlenelf dann so kurz vor Schluss noch das dritte Gegentor hinnehmen musste, war für Eberl einfach nur "extrem ärgerlich". Und Hecking pflichtete ihm bei: "Das dritte Tor müssen wir verhindern. Mit einem Unentschieden hätte ich gut leben können."

Ungetrübte Vorfreude

Viel Zeit bleibt allerdings nicht, sich über das 2:3 zu ärgern, denn am Dienstag bereits steht im BORUSSIA-PARK der nächste Höhepunkt an: das Pokal-Halbfinale gegen Eintracht Frankfurt. Folgerichtig lag der Fokus nicht nur bei den Journalisten, sondern auch bei den Borussen nach dem Auslaufen am Sonntag schon auf dem Frankfurt-Spiel. Und da überwiegt die Vorfreude auf einen tollen Pokalabend. Hecking: "Diese Niederlage wird unsere Vorfreude auf das Pokalhalbfinale nicht schmälern können. Klar ist aber auch, dass wir uns steigern müssen, um dann den Schritt nach Berlin machen zu können."

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