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NEWS: 08.05.2017

Herzlichen Glückwunsch, Bernd Krauss!

Herzlichen Glückwunsch, Bernd Krauss!
Bernd Krauss vor vor dem Bild der 95er-Pokalsieger-Mannschaft.

Am heutigen Montag wird Bernd Krauss 60 Jahre alt. Er spielte sieben Jahre lang bei Borussia und führte sie als Trainer zum DFB-Pokalsieg 1995. Der VfL wünscht Krauss auf diesem Wege alles Gute zum Geburtstag!

Bernd Krauss ist der bislang letzte Trainer, der mit Borussia einen Titel geholt hat. 1995 führte er die Fohlenelf zum DFB-Pokalsieg in Berlin, weshalb er immer einen Platz in den Geschichtsbüchern haben wird. Dass der ehemalige, meist als offensiv ausgerichtete Rechtsverteidiger zwischen 1983 und 1990 auch 190 Pflichtspiele für die Fohlenelf bestritten hat, hat dagegen nicht mehr jeder auf dem Schirm.

Nachdem Krauss seine Karriere 1971 beim Dortmunder Vorortverein SV Schüren gestartet, anschließend für ein Jahr bei Borussia Dortmund und sechs Jahre bei Rapid Wien gespielt hatte, wechselte er 1983 als frisch gebackener Doublesieger und österreichischer Nationalspieler zu Borussia. „Ich wollte über Österreich den Sprung in die Bundesliga schaffen“, erinnert sich Krauss. „Das ging aber nicht als Spieler in der Liga, sondern nur über die Nationalelf. Und da sie dort einen Rechtsverteidiger brauchten und mich gefragt haben, habe ich das gemacht.“

An manchem Titel geschnuppert

Jahre später wurde Krauss wieder Deutscher, um bei Borussia keinen der beiden Ausländerplätze zu blockieren. In seinen ersten Jahren am Bökelberg schnupperte Krauss an so manchem Titel: Am Ende seiner Debütsaison 1983/84 wurde der VfL nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses nicht Meister, verlor das DFB-Pokalfinale gegen Bayern München im Elfmeterschießen. Zwei weitere Male war mit einem 0:1 im DFB-Pokal-Halbfinale Schluss (1985 bei den Bayern, 1987 beim HSV), im UEFA-Cup-Halbfinale 1987 schied die Fohlenelf gegen Dundee United aus. „Da waren einige große Chancen auf einen Titel bei. Am ärgerlichsten war wohl die verpasste Meisterschaft 1984. Sie wäre der Lohn für eine starke Saison gewesen“, sagt Krauss.

Nachdem er seine aktive Karriere beendet hatte, wurde Krauss 1991 erst Assistenztrainer von Jürgen Gelsdorf und ab 6. November 1992 als damals 35-Jähriger auch sein Nachfolger als Chefcoach von Borussia. „Im Verein gab es durchaus Bedenken, dass ich zu wenig Abstand zur Mannschaft habe“, blickt Krauss zurück. Der Verein befand sich damals nach dem verlorenen Pokalfinale gegen Hannover, dem mauen Saisonstart und der destruktiven Spielweise der Mannschaft in keiner guten Lage. Genau in diesem Moment war der junge, unverbrauchte Krauss der richtige Mann. Er machte einiges anders und provozierte so eine Aufbruchsstimmung. „Von Anfang an habe ich den Spielern die Angst vor Fehlern genommen“, so Krauss, der die Mannschaft am Ende der Saison 1992/93 auf Rang neun und in der darauf folgenden Spielzeit auf Platz zehn führte.

Als Erster die Viererkette eingeführt

Im Sommer 1994 führte Krauss als erster Trainer in der Bundesliga die Vierkette mit Patrik Andersson als Organisator ein, setzte sich zudem für den Transfer von Stefan Effenberg ein. „Es fehlte bei uns ein Leader, der dazwischen haut. Da war Effe genau der richtige Transfer.“ Seine Mannschaft ging den neu eingeschlagenen Weg hervorragend mit. Gegen das druckvolle und offensive Spiel Borussias fanden viele Gegner keine Lösung. Erstmals seit Jahren qualifizierte sich der VfL als Fünfter wieder für den Europapokal. Und nicht nur das. Eine Woche nach dem Saisonfinale fuhr die Fohlenelf zum DFB-Pokalfinale nach Berlin. Krauss: „Ich habe gesagt: Wir spielen gegen einen Zweitligisten. Also fahren wir hin, hauen die weg, nehmen den Pokal mit und fahren wieder nach Hause.“ Es gelang – Borussia ließ dem VfL Wolfsburg beim 3:0 keine Chance, und Krauss durfte endlich einen Pokal in Händen halten.

Diese Wochen waren wohl der Höhepunkt in der Ära Krauss. Die Spielzeit 1995/96 lief noch erfolgreich ab, Borussia schloss die Saison als Vierter ab und war erneut europäisch vertreten. Doch schon in der darauffolgenden Saison konnte die Mannschaft das Niveau nicht mehr halten und steckte schnell im Abstiegskampf fest. Krauss hatte noch Kredit bei den Fans und auch bei Manager Rüssmann, fühlte sich aber permanent von Präsident Karl-Heinz Drygalski attackiert. Und so beschloss er, am 7. Dezember 1996 das letzte Mal bei Borussia auf der Trainerbank zu sitzen. „Das war kein leichter Schritt“, blickt er zurück. „Irgendwann war mir der Druck zu groß, ich wollte einem anderen die Möglichkeit geben, neu anzufangen.“

Kuriose Trainerreise um die Welt

So glücklich wie bei Borussia wurde Krauss als Trainer nie wieder, auch nicht in seiner nächsten Station San Sebastian, wo er eineinhalb Jahre durchaus erfolgreich war. „Natürlich habe ich in der Zeit nach Gladbach auch Fehler gemacht“, sagt er. Der wohl größte heißt Borussia Dortmund. Krauss übernahm die von Verletzungssorgen, Europapokalstress und von Misserfolg geplagte Mannschaft während der Rückrunde 1999/2000 und wurde 13 sieglose Spiele später entlassen.

Danach begann eine teils kuriose Trainerreise um die Welt. Bei Real Mallorca musste er sich von einheimischen Journalisten anbrüllen lassen, bei Aris Thessaloniki in Griechenland klagte er vergeblich sein Gehalt ein. Er trainierte Vereine in Österreich, auf Teneriffa, im Iran und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bei Étoile Sportive du Sahel in Tunesien, seiner bis heute letzten Station, wurde er entlassen, weil er beim Klubpräsidenten auf die Zahlung der ausstehenden Gehälter pochte – auf die der Spieler und Angestellten, wohlgemerkt. „Schade, dass ich nach der Zeit beim BVB in Deutschland keine Chance mehr bekommen habe“, sagt Krauss, der aktuell in einer Spielerberatungsagentur arbeitet.

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