NEWS: 24.05.2017

Frauen-Trainer Schmalenberg: "An Reife gewonnen"

Frauen-Trainer Schmalenberg: "An Reife gewonnen"
Mike Schmalenberg und René Krienen ziehen im Interview Bilanz.

Im Interview blicken Cheftrainer René Krienen und Trainer Mike Schmalenberg zurück auf die erste Saison der Vereinsgeschichte in der Frauen-Bundesliga und geben einen Ausblick auf die kommende Spielzeit.

Das Abenteuer Bundesliga ist für Borussia nach einer Saison wieder vorbei. Es war im Vorfeld schon klar, dass ihr es als Aufsteiger schwer haben werdet. Sitzt die Enttäuschung dennoch tief?

Schmalenberg: Wir sind alle enttäuscht. Aber ich denke, dass wir im Großen und Ganzen sehr viel an Reife gewonnen haben in dieser Zeit. Nächste Saison geht es wieder von vorne los, dann wollen wir wieder angreifen.

Reife ist ein gutes Stichwort: Fehlte den Spielerinnen die nötige Reife für die Bundesliga?

Schmalenberg: Ich denke, dass uns ein wenig Zeit gefehlt hat. Wir haben in der Hinserie unsere Probleme gehabt – da hat es uns an Reife im Zweikampfverhalten gemangelt. In der Bundesliga hat man ganz andere Eins-gegen-Eins-Situationen, daran mussten wir uns erst einmal anpassen. In der Rückrunde haben wir ordentliche Spiele gemacht. Da hat man gesehen, dass unser Reifeprozess vorangeschritten ist. Ich glaube, wir hätten noch ein paar Spieltage mehr gebraucht, um den Klassenverbleib doch noch zu schaffen.

Was war dein persönliches Highlight der Saison, Mike?

Schmalenberg: Ich finde, dass jedes Spiel ein Highlight war. Schon die Vorbereitung auf die Saison war etwas Besonderes beispielsweise mit den vielen Presseterminen – das kannten wir vorher alles nicht. Es war eine ganz andere Herangehensweise, als noch in der Zweiten Liga. Doch wenn ich ein Highlight rausnehmen würde, dann das Spiel in Wolfsburg. Es war vom Ergebnis her zwar nicht erfolgreich, doch es war etwas Besonderes in diesem Stadion zu spielen und die ganzen Abläufe mit zu bekommen – das war schon sehr professionell.

Aber auch die Siege gegen den SC Sand und Bayer 04 Leverkusen gehören doch mit Sicherheit zu den Highlights der Spielzeit.

Schmalenberg: Der Sieg beim SC Sand war für uns alle eine sehr, sehr schöne Sache. Uns ist nach diesem Sieg ein Stein vom Herzen gefallen. Wir haben lange auf unseren ersten Bundesliga-Sieg gewartet und waren froh, als der Augenblick dann da war. Mit dem Sieg gegen Leverkusen kam noch einmal die Hoffnung auf das große Wunder auf - doch dafür hat es dann am Ende nicht mehr gereicht.

Neben der Bundesliga stand für euch in diesem Jahr auch der DFB-Pokal auf dem Programm. In diesem Wettbewerb habt ihr es bis ins Achtelfinale geschafft.

Schmalenberg: Auch das Achtelfinale beim SC Freiburg gehört zu den besonderen Momenten dieser Saison. Es war für uns das erste Mal, dass wir so weit gekommen sind. Natürlich hätten wir uns ein einfacheres Los gewünscht, dennoch war es ein tolles Erlebnis.

In der nächsten Saison geht es für euch in der Zweiten Bundesliga weiter. Was ist euer Saisonziel?

Krienen: Nächstes Jahr wird es eine Qualifikationsphase für die neue Zweite Bundesliga geben. Zurzeit ist die Zweite Liga noch in die Nord und Süd Staffel unterteilt. Diese Teilung soll es künftig nicht mehr geben, sondern nur noch eine Liga mit zwölf Mannschaften. In der Quali-Runde wollen wir natürlich unter die ersten sechs Mannschaften kommen, damit wir in der darauffolgenden Saison in der Zweiten Bundesliga spielen dürfen.

Also ist der direkte Wiederaufstieg nicht das vorformulierte Ziel?

Krienen: Das kann sich natürlich daraus entwickeln, doch ich warne davor, als Absteiger sofort das ganz große Ziel auszugeben. Wir wollen erstmal kleine Brötchen backen, die Erfahrungen, die wir in der Bundesliga gemacht haben, umsetzten und dann gestärkt weitermachen. Wenn aus unseren kleineren Zielen jedoch der Wiederaufstieg herausspringt, dann sind wir natürlich auch nicht abgeneigt. Es wird eine schwere Saison werden – darauf müssen die Spielerinnen, aber auch wir Trainer vorbereitet sein.

Ist schon bekannt, welche Spielerinnen den Verein verlassen und gibt es schon Neuverpflichtungen?

Krienen: Verlassen werden uns auf jeden Fall Christina Bellinghoven, die aus beruflichen Gründen umziehen muss, sowie Romina Frommont, die zum 1. FC Köln wechselt. Auf der Torwartposition wird es große Veränderungen geben: Verpflichtet haben wir bereits Alissa Tolksdorf von der SGS Essen. Darüber hinaus wird uns in der kommenden Saison eine niederländische Keeperin verstärken. Die beiden werden das Rennen um die Nummer eins dann unter sich ausmachen. Zudem stößt Verna Schoepp vom 1. FC Mönchengladbach zu uns. Sie hat schon in der Jugend bei uns gespielt und ist auf der Sechserposition einsetzbar. Paula Petri, Kelsey Geraedts und Hannah Lenzen rücken von der U17 in die Frauenmannschaft auf.

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