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NEWS: 18.06.2017

"Eine Riesensache, dabei zu sein"

"Eine Riesensache, dabei zu sein"
Lars Stindl lief bislang zweimal für die deutsche Nationalmannschaft auf. Foto: imago

Am gestrigen Donnerstag reiste Lars Stindl mit dem DFB-Team nach Russland, wo in den kommenden zwei Wochen der Confed Cup ausgetragen wird. Wir haben uns mit Borussias Kapitän über seine erste Zeit mit dem deutschen Nationalteam und seine Ziele für das Turnier unterhalten.

Lars, nach dem Test in Dänemark hast du zuletzt gegen San Marino auch dein Pflichtspieldebüt für Deutschland gegeben. Wie fühlt es sich an, im Alter von 28 Jahren den Adler auf der Brust zu tragen?

Stindl: Es ist natürlich ein sehr schönes Gefühl. Jeder Fußballer träumt davon, irgendwann einmal hier dabei zu sein und für sein Land spielen zu dürfen. Wenn es dann so weit ist, und vor dem Spiel die Hymne ertönt, ist das auch zu so einem späten Zeitpunkt der Karriere, in der man schon das eine oder andere erlebt hat, ein besonderer Moment, den man nicht so schnell vergessen wird.

Du bist inzwischen knapp zwei Wochen mit der Nationalmannschaft unterwegs. Wie hast du dich dort eingelebt?

Stindl: Sehr gut! Dadurch, dass viele Jungs neu dabei sind, waren wir ein recht zusammengewürfelter Haufen. Aber wir haben uns sofort gefunden und eine sehr gute Stimmung in der Truppe. Die, die schon länger dabei sind, haben die Neuen klasse aufgenommen und hervorragend in die Mannschaft integriert.

Du kanntest vor deiner Nominierung kaum einen Mitspieler persönlich. Mit wem teilst du dir das Zimmer und mit welchen Spielern kommst du am besten aus?

Stindl: Auf dem Zimmer schlafen wir alleine. Ansonsten verstehe ich mich mit vielen Jungs sehr gut, speziell mit Marc-André ter Stegen und Amin Younes, die beide ja auch eine Gladbacher Vergangenheit haben. Aber viele andere kennt man ja aus der Bundesliga, weil man schon häufiger gegeneinander gespielt hat.

Gibt es etwas, was dich bei der Nationalmannschaft überrascht hat oder komplett neu für dich war?

Stindl: Die Abläufe sind grundsätzlich recht ähnlich wie die im Verein. Aber die mediale Aufmerksamkeit ist bei der Nationalmannschaft noch einmal deutlich größer. Und auch das Team um die Mannschaft herum ist etwas größer. Wenn es dann aber auf den Platz geht, unterscheidet es sich nicht allzu sehr von den Dingen, die man aus dem Verein kennt.

Wie ist der Kontakt zu Bundestrainer Jogi Löw?

Stindl: Zu Beginn haben wir uns länger ausgetauscht, weil wir uns ja auch erst einmal persönlich kennen lernen mussten. Das hat er mit allen neuen Spielern so gemacht. Ich bin wirklich von allen sehr gut angenommen worden hier im Kreise der Nationalmannschaft.

Wie ist es, mit Bundes-Stürmertrainer Miro Klose zusammenzuarbeiten?

Stindl: Er ist eine große Persönlichkeit, und was er uns mitteilt, hat Hand und Fuß. Sandro Wagner und ich sind mit 29 bzw. 28 Jahren zwar nicht mehr die Jüngsten, aber auch wir können noch etwas lernen (lacht). Miro hat viel erlebt, von seiner Erfahrung kann man nur profitieren. Er greift häufiger aktiv ins Training ein und gibt uns Hinweise und Ratschläge. Diese nehmen wir gerne an und versuchen sie, in den Übungen und den Spielen umzusetzen.

Du gehörst mit deinen 28 Jahren zu den Älteren der Mannschaft. Trägst du dadurch auch im DFB-Team etwas mehr Verantwortung?

Stindl: Das Alter spielt hier überhaupt keine Rolle. Die Verantwortung wird auf alle Schultern gleich verteilt. Natürlich wissen alle, dass mein erstes Länderspiel mit meinen 28 Jahren recht spät kam, aber das war hier im Kreise der Nationalmannschaft nie ein Thema. Julian Draxler ist Kapitän und macht seine Sache hervorragend, dazu gibt es andere Spieler, die schon länger dabei sind. Und auch die Neuen integrieren sich gut, das ist eine sehr homogene Mischung. Wir verstehen uns alle gut.

Am Donnerstag fliegt ihr nach Russland zum Confed Cup. Wie ernst nehmt ihr das Turnier?

Stindl: Es ist keine Welt- oder Europameisterschaft, dennoch ist das Turnier für uns alle ein Highlight. Die gesamte Fußballwelt schaut in den beiden kommenden Wochen nach Russland – und immerhin treffen dort die besten Mannschaften der Kontinente aufeinander. Da derzeit alle wichtigen europäischen Ligen ruhen, genießt der Confed Cup eine hohe internationale Aufmerksamkeit. Für uns alle ist es eine Riesensache, bei diesem Turnier für Deutschland aufzulaufen. Jeder möchte ein gutes Bild abgeben, um sich mit guten Leistungen natürlich auch für weitere Einsätze zu empfehlen.

Was nimmst du dir für das Turnier vor?

Stindl: Natürlich hoffe ich darauf, noch das eine oder andere Länderspiel zu bestreiten und meinen Beitrag zu leisten, dass wir erfolgreich abschneiden. Und wenn mir beim Confed Cup mein erstes Tor im Nationaldress gelingen würde, hätte ich auch nichts dagegen (lacht). Wir haben mit Australien, Chile und Kamerun sicherlich keine leichte Gruppe erwischt, doch auch wir haben eine gute Mannschaft und wollen so weit wie möglich kommen.

Eine abschließende Frage noch. Die Fans haben dich kürzlich zu Borussias Spieler der Saison gewählt. Was sagst Du zu diesem Titel?

Stindl: Ich habe es vor wenigen Tagen auf Twitter gelesen und mich sehr darüber gefreut. Es ist eine besondere Auszeichnung und große Ehre, wenn die Fans dich wählen. Im Fußball steht natürlich immer der Mannschaftserfolg an erster Stelle und nicht der Einzelne. Trotzdem ist es ein schönes Gefühl, dass die Fans meine Leistungen, die ich in der zurückliegenden Saison gebracht habe, zu schätzen wissen. Deshalb möchte ich mich noch einmal bei allen Fans für die großartige Unterstützung bedanken.

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