NEWS: 11.03.2018

"Der letzte Punch hat gefehlt"

"Der letzte Punch hat gefehlt"
Christoph Kramer im Laufduell mit mit Charles Aránguiz

Christoph Kramer spricht im Interview über das gestrige 0:2 bei seinem Ex-Klub, die aktuelle Tabellensituation der Fohlenelf und blickt auf das nächste Spiel gegen Hoffenheim.

Chris, wie fällt dein Fazit zum gestrigen Spiel aus?

Kramer: Leverkusen hatte in der ersten Hälfte zwar die Feldüberlegenheit, aber wir standen sehr tief und haben defensiv in der ersten halben Stunde so gut wie gar nichts anbrennen lassen. Dann hatten wir innerhalb kurzer Zeit vier oder fünf vielversprechende Konter, bei denen wir uns dann jeweils durch unnötige Fehlpässe leichte Ballverluste erlaubt haben, die Bayer dann wiederum gute Torchancen ermöglicht haben. Wir müssen uns vorwerfen lassen, dass wir diese Konter unzureichend zu Ende gespielt haben, denn das hat dem Spiel eine Richtung zu Gunsten der Leverkusener gegeben. Daher sind wir auch verdient mit 0:1 in die Halbzeit gegangen.

Im zweiten Durchgang seid ihr erst in der Schlussphase so richtig aufgewacht. Habt ihr möglicherweise zu spät euer Heil in der Offensive gesucht?

Kramer: Man muss ja immer Chance und Risiko abwägen. Leverkusen ist eine sehr gefährliche Kontermannschaft, deshalb sollte man auch nicht zu früh alles riskieren, denn 25 Minuten sind im Fußball eine lange Zeit. Für meinen Geschmack haben wir nicht zu spät aufgemacht. Ab der 70. Minute haben wir alles nach vorne geworfen und auch sehr viel Wucht entwickelt, allerdings sind wir durch Josip Drmic und dem Fast-Eigentor von Wendell nur noch zu zwei klaren Chancen gekommen. Da hat uns der letzte Punch gefehlt, um am Ende noch etwas Zählbares mitzunehmen.

Ihr hattet aus den letzten beiden Spielen vier Punkte geholt. Wirft euch die gestrige Niederlage nun wieder mental zurück?

Kramer: Das glaube ich nicht. Wir haben zu Beginn der Rückrunde wirklich im tiefen Schlamassel gesteckt, haben uns aber mit dem Sieg in Hannover und dem Punkt gegen Bremen, auch wenn der am Ende etwas unglücklich war, wieder da herausgezogen. Gestern haben wir gegen einen starken Gegner auswärts verloren. Man muss aber auch einfach mal akzeptieren, dass die Leverkusener an diesem Abend besser waren und deshalb am Ende auch verdient gewonnen haben.

Die Fans haben nach dem Spiel „Wir wollen euch kämpfen sehen“ skandiert. Kannst du diese Kritik verstehen?

Kramer: Ich kann den Unmut der Fans verstehen, und es ist ihr gutes Recht, so etwas anzustimmen. Aber ich finde nicht, dass man uns vorwerfen kann, dass wir nicht gekämpft haben. Wir haben alles gegeben, aber es hat diesmal eben leider nicht gereicht. Wir sind eine Mannschaft, die eher spielerisch ausgerichtet ist. Trotzdem müssen wir natürlich zeigen, dass wir auch dann, wenn wir über den spielerischen Ansatz nicht in eine Partie hineinfinden, über andere Tugenden Zugriff bekommen. Dass wir das können, haben wir aber in den letzten Wochen bewiesen.

In der Tabelle habt ihr durch die Niederlage den Anschluss an die oberen Plätze erst einmal etwas verloren. Wie sehr schmerzt das?

Kramer: Ich betone ja fast jede Woche aufs Neue, dass wir derzeit nicht zu viel auf die Tabelle blicken sollten. Es macht einfach keinen Sinn, zu schauen, was die anderen Mannschaften, die vor uns stehen, machen. Wir müssen zusehen, dass wir unsere eigenen Spiele gewinnen, anders kann man ohnehin nicht erfolgreich sein. Es sind bis zum Saisonende noch viele Punkte zu vergeben und wir sollten schauen, dass wir davon noch möglichst viele ergattern.

Was müsst ihr am kommenden Samstag gegen Hoffenheim tun, um wieder zurück in die Erfolgsspur zu kehren?

Kramer: Es wird ein ganz anders Spiel als das gestern in Leverkusen, weil die Hoffenheimer einen ganz anderen fußballerischen Ansatz verfolgen. Darauf müssen wir uns in der kommenden Woche sehr gut einstellen. Und dann wollen wir am Samstag mit den Fans im Rücken unbedingt wieder einen Sieg einfahren.