NEWS: 11.03.2018

Verdiente Niederlage

Verdiente Niederlage
Die Borussen waren nach dem Schlusspfiff in Leverkusen sichtlich enttäuscht.

Der Tag danach: Enttäuschung nach einer verdienten Niederlage, weitere drohende Ausfälle und eine Choreografie als positiver Randaspekt in einer schwierigen Situation.

Die Geschichte des Spiels

Nach einer ausgeglichenen wie chancenarmen Anfangsphase übernahmen die Gastgeber ab Mitte der ersten Hälfte zusehends das Kommando und gingen folgerichtig noch vor dem Pausenpfiff durch Lucas Alario mit 1:0 in Führung. Borussia war nach dem Seitenwechsel um eine Antwort bemüht, war aber lange Zeit nicht zwingend genug. „Leverkusen hat sehr gut gegen den Ball gearbeitet und hatte das Spiel auch über die Zweikämpfe, bei denen wir oft zweiter Sieger waren, unter Kontrolle“, so Trainer Dieter Hecking. Gefährliche Angriffe konnte sein Team erst in den Schlussminuten heraufbeschwören, nachdem der Coach taktisch umgestellt und in Jonas Hofmann, Michaël Cuisance und Josip Drmic frische Offensivkräfte eingewechselt hatte. „Dadurch wollten wir noch einmal Druck erzeugen, was auch ganz gut gelungen ist“, analysierte Hecking. „Aber wenn wir noch einen Punkt mitgenommen hätten, wäre das sehr, sehr glücklich gewesen." Drmic vergab per Kopf die größte Ausgleichschance der Fohlenelf, die alles nach vorn warf und nach einem Konter in der Nachspielzeit noch das 0:2 durch Julian Brandt hinnehmen musste. „Der Sieg für Leverkusen geht völlig in Ordnung. Bayer war die klar bessere Mannschaft“, gab Hecking unumwunden zu.

Das Medienecho

Rheinische Post: „Lange Zeit hatte Borussia gegen ein ebenfalls nicht überragendes Bayer Leverkusen kaum eine Chance, dann vergab Josip Drmic die beste des Spiels. Am Ende hieß es 2:0 für die Werkself. Borussia rutscht dadurch in der Tabelle wieder ab.“

WAZ: „Im zweiten Durchgang wurde es aus Sicht der Borussia nicht besser. Bayer spielte noch dominanter, die Gäste reagierten meist nur anstatt die Partie selber in die Hand zu nehmen. Mehr Offensive wagte Gladbachs Trainer Dieter Hecking erst in der Endphase. (…) Doch das Leverkusener Gehäuse geriet so gut wie nicht in Gefahr.“

Deutsche Welle: „Borussia Mönchengladbach verliert nach der Pleite bei Bayer Leverkusen so langsam die Saisonziele aus den Augen. Vor allem die mangelnde Torgefahr wird der Borussia zum Verhängnis.“

Die Randnotiz des Spiels

Rund 4.000 Borussen traten die Reise nach Leverkusen an, um die Fohlenelf gewohnt lautstark zu unterstützen. Wie bei der Mannschaft war auch bei den Fans nach dem Schlusspfiff die Enttäuschung über die Niederlage groß. Nichtsdestotrotz sorgten die Anhänger mit einer beeindruckenden Choreografie dafür, dass der Abend auch positive Erinnerungen mit sich brachte: Zu Ehren der in der vergangenen Woche im Alter von 83 Jahren verstorbenen Waltraud „Walli“ Hamraths, die in Borussias Fanszene Kult-Status genießt, schwiegen die mitgereisten Borussen zu Beginn des Spiels und hüllten die Gästekurve mit Papierbögen komplett in schwarz. Am Zaun hing außerdem ein Banner mit der Aufschrift „Lot jonn, Walli“. Mit lautstarken „Walli“-Rufen endete die Choreografie, die nicht nur den mitgereisten Fans lange im Gedächtnis bleiben dürfte.

Die Personallage

Die ohnehin schon angespannte Personallage droht sich weiter zu verschärfen. Vincenzo Grifo und Jannik Vestergaard klagten nach dem Schlusspfiff über Schmerzen im Knie bzw. im Sprunggelenk. „Wir müssen weitere Ausfälle befürchten. Beide Spieler werden im MRT genauer untersucht“, sagte Hecking. „Die Personalsituation ist aber keine Erklärung für unsere Niederlage. Auch in unserer derzeitigen Besetzung hätten wir eine bessere Leistung abrufen können“, ergänzte der Coach, der wohl auch in der kommenden Woche auf Raffael (muskuläre Probleme in der Wade), Oscar Wendt (Aufbautraining nach Muskelteilriss im Oberschenkel), Fabian Johnson (Aufbautraining nach Rückenproblemen), Ibrahima Traoré (Aufbautraining nach Muskelfaserriss im Oberschenkel), Tobias Strobl (Aufbautraining nach Kreuzbandriss), László Bénes (Aufbautraining nach Muskelfaserriss im Oberschenkel), Mamadou Doucouré (Muskelteilriss im Oberschenkel) und Julio Villalba (Muskelbündelriss) verzichten muss. Hecking: „Nichtsdestotrotz ist es natürlich enorm schwierig, solche Ausfälle über Monate aufzufangen.“

Die Tabellensituation

Die Niederlage war – auch angesichts der weiteren Ergebnisse des 26. Spieltags in der Bundesliga – ein Rückschlag im Kampf um die Europapokalplätze für die Fohlenelf, die auf den neunten Rang abgerutscht ist und bei einem Sieg vom VfB Stuttgart am Sonntagnachmittag auch noch von den Schwaben überholt werden könnte. Diese Ausgangslage zu thematisieren, danach war den enttäuschten Borussen aber überhaupt nicht zu Mute. „Es bringt überhaupt nichts, über unsere Chancen auf Europa zu sprechen“, meinte Yann Sommer. Matthias Ginter sah das genauso: „Wir sollten uns darauf konzentrieren, schleunigst wieder unsere Spiele zu gewinnen. Bis dahin bringt es nichts, auf die Tabelle zu schauen.“ Dem stimmte auch Trainer Dieter Hecking zu: „Wir haben im Moment Probleme, das sieht jeder. Wir werden trotz allem weiter alles dafür tun, unsere Ziele zu erreichen.“

Der Ausblick

Am Dienstag (10 und 15.30 Uhr) beginnt für die Borussen mit zwei Trainingseinheiten die Vorbereitung auf das nächste Duell mit einem direkten Konkurrenten. Am Samstag (15.30 Uhr) ist der aktuelle Tabellensiebte, die TSG Hoffenheim, die aktuell drei Punkte mehr als die Fohlenelf auf dem Konto hat, im BORUSSIA-PARK zu Gast. „Wir müssen die Fehler, die wir gestern gemacht haben, aufarbeiten und es gegen Hoffenheim wieder deutlich besser machen“, gibt Trainer Dieter Hecking die Marschroute vor.

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