NEWS: 16.04.2018

„Wir müssen unseren Weg gemeinsam weitergehen“

„Wir müssen unseren Weg gemeinsam weitergehen“
Sportdirektor Max Eberl

Sportdirektor Max Eberl sprach in seiner Rede auf der Mitgliederversammlung über die Ansprüche von Borussia und ordnete die Zielsetzung des Vereins ein. Außerdem nahm er zur aktuellen Saison Stellung und blickte auch auf die kommende Spielzeit voraus.

„Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft gestalten“. Dieses Motto stellte Max Eberl seiner Rede auf der Mitgliederversammlung von Borussia voraus. Zu Beginn seines Jahresberichts ordnete der Sportdirektor davon ausgehend die Ansprüche und die Zielsetzung des Vereins in einen historischen Kontext ein, indem er auf die vergangenen 50 Jahre von Borussia zurückblickte.

Rückblick auf die Vergangenheit

Die 70er Jahre waren die erfolgreichsten des VfL, fünfmal wurde der Verein Deutscher Meister, neunmal beendete er die Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz. „Zu dieser Zeit wurde der Mythos Borussia gegründet“, sagte Eberl. Es folgte ein Jahrzehnt ohne Titel, jedoch beendete die Fohlenelf neun Spielzeiten auf einem einstelligen Platz und gehörte zu den Spitzenklubs der Liga. „Die 80er Jahre wurden unterschätzt. Es war in meiner Wahrnehmung eine Dekade der Verlässlichkeit, der Stabilität, des Erfolgs“, so Eberl. „Die 90er Jahre brachten dann zwar einen kurzfristigen Erfolg – der jedoch teuer bezahlt wurde“, erklärte der Sportdirektor. Zwar gewann Borussia in dieser Dekade 1995 den DFB-Pokal, in der Liga gelang dem Verein jedoch nur viermal die Einstelligkeit, Abstiegskampf bestimmte stattdessen einen Großteil dieses Zeitraums, im Jahr 1999 musste der VfL sogar erstmals den Gang in die Zweite Liga antreten. Die folgenden zehn Jahre im neuen Jahrtausend ordnete Eberl unter der Überschrift „Fall und Wiederaufbau“ ein: Drei Zweiliga-Saisons und Abstiegskampf in Liga Eins prägten den sportlichen Alltag, ein neues Präsidium und ein neue sportliche Führung begannen die Neuausrichtung des Vereins, die ab dem Jahr 2010 und nach der erfolgreichen Relegation ihre Stabilisierung in der oberen Tabellenhälfte fand. „Wir haben die Spielzeiten in den vergangenen acht Jahren sechsmal einstellig beendet und viermal europäisch gespielt. Das ist ein großer Erfolg für uns gewesen und kein Automatismus“, betonte Eberl.

„Normalität gehört dazu“

Die vergangene Saison mit Platz neun sei daher eine normale für Borussia gewesen. „Normalität ist nicht sexy – aber sie gehört dazu. Nur wenn wir unser Leistungsmaximum in einer Saison erreichen und andere Vereine schwächeln, können wir oben mitspielen und uns für das internationale Geschäft qualifizieren. Wir müssen unseren Weg gemeinsam weitergehen“, äußerte sich Eberl zu der Erwartungshaltung. In der zurückliegenden Spielzeit habe die Mannschaft aus verschiedensten Gründen nicht an ihr Leistungsmaximum herankommen können. Einer der Gründe waren die vielen Verletzungen, wobei es sich größtenteils um Muskelverletzungen handelte. „Darauf haben wir in der Sommerpause reagiert, indem wir mit Dr. Andreas Schlumberger einen absoluten Fachmann verpflichtet haben, der seitdem die neue Position des Leiters Medizin und Prävention bekleidet“, erläuterte Eberl. Darüber hinaus wurde der Mitarbeiterstab durch die Verpflichtung von Otto Addo erweitert, der sich als Übergangstrainer um Borussias Top-Talente kümmert. In Christofer Heimeroth bekam die Mannschaft zudem einen neuen Teammanager.

Max Eberl nahm im Anschluss zur Kaderplanung Stellung. Zehn Abgänge verzeichnete Borussia am Ende der vergangenen Spielzeit, dabei in Andreas Christensen, Mahmoud Dahoud und Álvaro Domínguez drei wichtige Akteure, die als Stammspieler eingeplant waren. Verpflichtet wurden im Gegenzug Denis Zakaria, Matthias Ginter , Michaël Cuisance , Raul Bobadilla, Vincenzo Grifo, Reece Oxford, Julio Villalba und Florian Neuhaus, der jedoch direkt an Fortuna Düsseldorf ausgeliehen wurde.

Nachwuchsspieler gaben Debüts

Der Sportdirektor ging in der Folge auf den Verlauf der bisherigen Saison ein und beleuchtete in diesem Zusammenhang auch die Entwicklung der Verletztensituation. „Die muskulären Verletzungen haben wir besser in den Griff bekommen. Dennoch hatten wir genug Verletzungen, die ein Grund dafür waren, dass wir nicht noch besser dastanden nach der Hinrunde“, sagte Eberl. Borussias Sportdirektor hob hervor, dass in Mandela Egbo, Florian Mayer, Marcel Benger und Jordan Beyer vier Spieler aus dem Nachwuchsbereich dauerhaft bei den Profis trainieren und im Profikader stehen. Egbo, Mayer und Benger gaben in dieser Spielzeit zudem bereits ihr Debüt in der Mannschaft von Trainer Dieter Hecking.

Eberl äußerte sich zudem zur Einführung des Video-Assistenten, der in dieser Saison erstmals zum Einsatz kommt. „Ich bin ein Befürworter des Video-Assistenten, weil er uns bei gewissen Thematiken hilft. Bei der Einführung wurden jedoch Fehler gemacht. Das ist uns am Anfang auf die Füße gefallen. Auf Dauer wird sich der Video-Assistent aber durchsetzen“, sagte der Sportdirektor des VfL. Bei der Transparenz müssten DFB und DFL aber nachbessern.

„Was die Rückrunde angeht, sind wir von der Punktezahl her natürlich enttäuscht“, betonte Eberl. Für einige Leistungen sei die Mannschaft jedoch nicht mit Punkten belohnt worden. „Wir müssen uns für den Sommer Fragen stellen“, stellte der Sportdirektor aber auch klar. „Der Fußball, den wir zuletzt gespielt haben, ist nicht der Fußball, den wir wollen.“

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