NEWS: 06.05.2018

Ein toller Fußball-Nachmittag

Ein toller Fußball-Nachmittag
Die Fohlen bejubeln den Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0.

Der Tag danach: Ein überragender Torwart, ein starkes Comeback und die Chance auf Europa – alles Wichtige zum 3:1 der FohlenElf gegen den SC Freiburg.

Die Geschichte des Spiels

Borussias 3:1-Sieg gegen den SC Freiburg war „völlig verdient“, wie Sportdirektor Max Eberl einordnete. Allerdings war es ein Spiel, das lange Zeit offen war – und in dem sich die abstiegsbedrohten Gäste eine Stunde erfolgreich wehren konnten. So hätte es nach zehn Minuten durchaus 0:1 stehen können, wenn Yann Sommer einen Kopfball von Nils Petersen nicht so glänzend pariert hätte. Das Führungstor für die FohlenElf erzielte der engagierte Thorgan Hazard, der einen Klasse-Pass von Tobias Strobl erlaufen konnte, am starken SCF-Torwart Schwolow vorbeilegte und aus spitzem Winkel einschob. Nach einem Latten-Kopfball von Matthias Ginter und einigen Schwolow-Paraden war es schließlich Verteidiger Nico Elvedi, der den Ball nach einer Ecke von Jonas Hofmann zum 2:0 ins Tor wuchtete. Nach dem 2:1 durch Kleindienst (59.) stand der Vorsprung auf der Kippe, doch fünf Minuten später sorgte Josip Drmic mit einem herrlichen Kopfballtor nach Maßflanke von Tony Jantschke für die Entscheidung. „Es brauchte angesichts der Umstellungen seine Zeit, bis wir voll im Spiel waren“, sagte Trainer Dieter Hecking. „Die Mannschaft hat aber ein gutes Spiel gemacht. Der einzige Vorwurf, den man ihr machen kann: Sie hat vielleicht zu wenig Tore erzielt.“ Unter anderem scheiterte Raffael noch mit einem Freistoß an die Latte (68.). „Es war eine klasse Mannschaftsleistung“, so Hecking, der nach dem dritten Heimsieg in Folge noch anmerkte: „Wir waren in den vergangenen Wochen konstant, haben nur zwei der letzten zehn Spiele verloren – das ist angesichts der angespannten Personallage nicht schlecht.“

Das Medienecho

Kicker: „Nach dem Seitenwechsel entschied Gladbach die Partie mit Hilfe seiner individuellen Klasse, Freiburgs engagierte Leistung wurde mit nur einem Tor belohnt.“

FAZ: „Borussia Mönchengladbach hat sich die Chance bewahrt, auf den letzten Drücker doch noch das Saisonziel zu erreichen. Durch einen 3:1-Heimsieg über den SC Freiburg beträgt der Rückstand der FohlenElf auf Platz sieben vor dem letzten Spieltag zwei Punkte.“

Rheinische Post: „Auch wenn sich Borussias Ausgangslage in Bezug auf die internationalen Plätze vor dem Saisonfinale in Hamburg nächsten Samstag nicht verändert hat, weil Leipzig, Frankfurt und Stuttgart allesamt gewonnen haben, gelang ihr doch eine sehr überzeugende Heim-Abschiedsvorstellung. Mit drei eigenen Toren und zwei Lattentreffern dürften die Zuschauer bei herrlichstem Sommerwetter ihr Kommen nicht bereut haben.

Der Spieler des Spiels

Yann Sommer:Es war ein toller Fußballnachmittag und eine gute Mannschaftsleistung, aus denen man einige Spieler hervorheben könnte. Borussias Fans entschieden sich bei der App-Abstimmung mit 23,7 Prozent der Stimmen für Torwart Yannn Sommer. Dabei war es nicht unbedingt die Quantität der Paraden des Schweizer Schlussmannes, die dieses Urteil am Ende zustande gebracht hat, sondern die Qualität. Denn Sommer vereitelte in der 10. Minute eine Großchance der Gäste, als Nils Petersen den Ball platziert ins Eck köpfen konnte. Sommer war aber mit einem bärenstarken Reflex zur Stelle – es wäre das 0:1 für die Gäste gewesen. In der 59. Minute lenkte er eine Kopfball von Marc-Oliver Kempf noch so gerade eben über die Latte – den Ball haben viele Stadionbesucher schon drin gesehen. „Yann hat überragend gehalten“, lobte Dieter Hecking. „Ohnehin spielt er eine starke und sehr konstante Rückrunde.“

Die Randnotiz des Spiels

Tobias Strobl stand beim gestrigen Sieg erstmals seit dem 22. April 2017 wieder in Borussias Startaufstellung: Eine schwere Knieverletzung, zugezogen in der Vorbereitung auf die nun zu Ende gehende Saison, hatte ihn monatelang außer Gefecht gesetzt. Doch Strobl kämpfte sich heran. Nach drei Einwechslungen in den drei vorangegangenen Spielen wurde der 27-Jährige gestern als „Sechser“ neben Michaël Cuisance aufgeboten – auch, weil Christoph Kramer und Denis Zakaria gesperrt zuschauen mussten. Strobl war die lange Abwesenheit nicht anzumerken. In abgeklärter Manier organisierte er das Gladbacher Aufbauspiel – und leitete den Führungstreffer mit einem traumhaften langen Ball auf Torschütze Thorgan Hazard ein. „Wir sind alle glücklich, dass Tobi wieder dabei ist“, sagte Hecking. „Er ist auf dem Platz ein wichtiger Spieler und auch als Typ für die Mannschaft, unten in der Kabine. Er hat bis zu seiner Auswechslung einen unaufgeregten und ruhigen Part gespielt.“

Die Personallage

Nachdem sich Borussias Personallage in jüngerer Vergangenheit verbessert hatte, hatte Trainer Dieter Hecking vor dem Heimspiel gegen Freiburg wieder einige Aufgaben zu lösen: Kapitän Lars Stindl verletzte sich auf Schalke schwer, zudem sahen Christoph Kramer, Denis Zakaria und Jannik Vestergaard die jeweils fünfte Gelbe Karte und fehlten gesperrt. „Vier weitere Stammspieler auf einen Schlag zu ersetzen ist nicht leicht“, sagte Hecking. „Aber das haben wir gut hinbekommen.“ Tony Jantschke, Tobias Strobl, Michaël Cuisance und Josip Drmic rückten neu ins Team. Verletzungsbedingt waren zudem László Bénes, Mamadou Doucouré, Fabian Johnson, Raul Bobadilla und Julio Villalba nicht dabei. Da in Hamburg Vestergaard, Kramer und Zakaria wieder zur Verfügung stehen, hat Hecking einige neue Optionen.

Die Tabellensituation

Keines der drei Teams, die Borussia in der Tabelle theoretisch noch überholen kann, hat am gestrigen 33. Spieltag Federn gelassen: Sowohl RB Leipzig (4:1 gegen den VfL Wolfsburg) als auch Eintracht Frankfurt (3:0 gegen den Hamburger SV) und der VfB Stuttgart (2:0 gegen 1899 Hoffenheim) haben ihre Heimspiele gewonnen. Die FohlenElf steht vor dem letzten Spieltag der Saison mit 47 Punkten auf Platz 9, Stuttgart (48 Punkte), Frankfurt (49) und Leipzig (50) sind noch in Reichweite. „Wir sollten uns jetzt nicht darauf konzentrieren, wer von den dreien am letzten Spieltag patzt“, sagte Hecking. „Wir selbst müssen schauen, dass wir das Spiel in Hamburg gewinnen. Und ich muss wohl niemandem erzählen, dass das schwer genug wird. Aber die Konstellation ist klar, und wir werden das Thema jetzt angehen.“ Und Max Eberl ergänzte: „Das wird eine sehr große Aufgabe, aber wir fahren dahin, um zu gewinnen. Für Hamburg geht es darum, sich zu retten, für uns darum, unsere kleine Chance noch zu nutzen, die wir noch haben. Und dass wir diese Chance noch haben, hätte vor zwei Monaten nicht jeder gedacht.“

Der Ausblick

Die Stammspieler drehten am heutigen Sonntagvormittag zunächst bei bestem Wetter eine Runde mit dem Fahrrad, anschließend stand noch Gymnastik auf dem Programm. Die Spieler, die gestern nicht oder nur kurz zum Einsatz gekommen waren, absolvierten das Spielersatztraining. Am Montag hat die FohlenElf frei. Dienstagnachmittag (15.30 Uhr) beginnt die Vorbereitung auf das letzte Saisonspiel beim Hamburger SV am nächsten Samstag (15.30 Uhr).

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