NEWS: 19.12.2011

Eine stolze Zwischenbilanz

Eine stolze Zwischenbilanz
So jubelten die Borussen nach dem goldenen Treffer von Patrick Herrmann.

Nach dem Abpfiff blies VfL-Coach Lucien Favre die Backen auf und atmete tief durch. Es war kein spielerisches Glanzlicht, das seine Mannschaft beim 1:0-Sieg gegen Mainz 05 gesetzt hatte. Doch am Ende standen drei wichtige Punkte zu Buche, mit denen Borussia ihre beste Bundesliga-Hinrunde seit 35 Jahren krönte.

„Mit dem 1:0 kann ich sehr gut leben. Wer nicht so gut spielt und trotzdem gewinnt, kann sehr zufrieden sein“, fasste Favre das Spiel zusammen. Sein Team erwischte einen Start nach Maß, denn es ging mit dem zweiten Torschuss in Führung. Nach einer Kombination auf engstem Raum steckte Marco Reus für Patrick Herrmann durch, der FSV-Keeper Christian Wetklo mit einem „Tunnel“ keine Abwehrchance ließ. „Marco hat mich in die Mitte laufen sehen und den Pass genau im richtigen Moment gespielt. Ich musste eigentlich nur noch die Fußspitze hinhalten“, berichtete Herrmann. Normalerweise sorgt ein früher Treffer für Sicherheit im eigenen Spiel, doch das war gestern zunächst nicht der Fall. „Vielleicht ist der Treffer etwas zu früh gefallen. Wir haben dadurch ein wenig die Konzentration verloren“, sagte Favre. „Aber das war nicht der alleinige Grund, wieso es nicht so gut lief. Wir haben zu kompliziert gespielt und deshalb hatten wir zu viele unnötige Ballverluste.“

So sollte das Herrmann-Tor für längere Zeit die einzige gefährliche Offensivaktion der Borussen bleiben. Doch auf eins ist in dieser Saison immer Verlass: die Defensive. Elf Gegentreffer in 17 Spielen ist ein überragender Wert – nur die Bayern haben nach der ersten Saisonhälfte eine noch bessere Abwehr. „Es ist extrem wichtig, hinten gut zu stehen. Manchmal spielt man nicht so gut, dann musst du entweder 0:0 spielen oder 1:0 gewinnen“, sagte Favre. In der zweiten Hälfte wäre dieses Vorhaben beinahe gescheitert, denn Marco Caligiuri tauchte frei vor dem Kasten auf, sein Aufsetzer landete aber auf dem Tornetz. „Es war die einzige klare Torchance, die wir zugelassen haben. Ansonsten haben wir hinten kaum Lücken gelassen“, so Favre.

Überwintern auf dem vierten Platz

So stand am Ende ein Arbeitsstieg zu Buche. Der zehnte „Dreier“ im 17. Spiel lässt Borussia auf einem tollen vierten Platz überwintern - eine stolze Zwischenbilanz. „Wir sind extrem zufrieden. 33 Punkte nach der Hinrunde, das war in Mönchengladbach lange nicht der Fall. Und ich denke, diese 33 Punkte sind verdient“, meinte Favre. Fragen nach einer veränderten Zielsetzung lehnte er aber nach wie vor ab. „Ich weiß, dass ich mich wiederhole, wenn ich sage, dass wir mit der gleichen Mannschaft spielen, die in der letzten Saison den Klassenerhalt geschafft hat, aber es ist die Wahrheit. Deshalb müssen wir auf dem Boden bleiben“, unterstrich der Schweizer und wagte einen Blick auf die Rückserie: „Wir nehmen Spiel für Spiel und müssen weiter hart um jeden Punkt kämpfen. Zu Beginn der Rückrunde spielen wir zuhause gegen die Bayern und dann zweimal hintereinander auswärts in Stuttgart und Wolfsburg, das wird nicht einfach.“

Bevor die Borussen sich aber Gedanken über die Rückrunde machen können, steht am Mittwochabend ab 20.30 Uhr noch das Achtelfinalspiel im DFB-Pokal gegen den FC Schalke an. „Es ist eine große Herausforderung für uns. Wir haben nur zwei Tage Zeit zur Erholung, das ist am Ende einer Hinrunde nicht viel Zeit. Aber wir müssen das akzeptieren und werden am Mittwoch unser Bestes geben“, versprach Favre. Borussias Coach musste in der Schlussphase gestern noch zwei heikle Momente überstehen. Zunächst knickte Marco Reus um und schied mit einer Knieverletzung aus. „Ich bin im Rasen hängengeblieben und das Knie hat ein bisschen geschlackert. Das tat im ersten Moment sehr weh, aber es ist okay“, gab der Jung-Nationalspieler Entwarnung. Er konnte am heutigen Montagvormittag sogar am Auslaufen mit seinen Teamkollegen teilnehmen. Gleiches galt für Tony Jantschke und Mike Hanke, die beide ebenfalls kleinere Blessuren davontrugen. Dagegen blieb Marc-André ter Stegen, der einen Schlag auf seine ohnehin schon lädierte Rippe abbekommen hatte, in der Kabine.

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