NEWS: 04.02.2019

Kramer: „Wir sind jederzeit für Tore gut"

Kramer: „Wir sind jederzeit für Tore gut"
Christoph Kramer erzielte den Treffer zur 1:0-Führung auf Schalke. Foto: imago

Wir haben nach dem Auswärtssieg auf Schalke mit Christoph Kramer gesprochen – natürlich auch über sein Traumtor.

Christoph, wie analysierst du den 2:0-Sieg auf Schalke?

Kramer: Der Knackpunkt des Spiels war die Rote Karte. Danach haben wir es mit sehr viel Geduld gespielt und Schalke immer tiefer hinten rein gedrängt. Wir hatten viele Chancen um den Strafraum herum und einige Freistöße aus interessanten Bereichen. Wir haben es dann gut und ruhig gespielt und zum Glück am Ende die beiden Tore gemacht.

Eingeleitet hast du diesen Auswärtssieg mit einem Traumtor. Der Treffer ähnelte sehr deinem Tor in Hannover vergangene Saison…

Kramer: Inzwischen habe ich Blut geleckt an solchen Toren. Daher versuche ich ab und zu mal aus der Distanz zu schießen. Und wenn das dann so klappt, umso besser. In der Situation setzt sich Thorgan vorher sehr gut durch. Es ist auch eine Qualität von uns, dass wir viele gute Eins-gegen-Eins-Spieler haben. Und wie in Hannover habe ich den Ball dann mit rechts hochgenommen und mit links geschossen. Das mache ich sehr gerne und es freut mich, dass es wieder geklappt hat.

Drittes Rückrundenspiel, dritter Sieg – und alle zu Null. Was macht euch aktuell so stark?

Kramer: Ich glaube, dass wir ein unheimlich facettenreiches Spiel haben. Wir können sehr gut tief verteidigen, sind im Konter sehr gefährlich und auch im Ballbesitz sehr stark. Wir haben eine gute Spielanlage und uns inzwischen viel Respekt erarbeitet. Und natürlich hilft es auch, dass wir in dieser Saison bislang größtenteils vom Verletzungspech verschont geblieben sind.

Wie schon gegen Augsburg habt ihr auch auf Schalke das Spiel durch zwei späte Tore gewonnen…

Kramer: In der Bundesliga dauert es manchmal 60 bis 70 Minuten bis man einen Gegner klein gespielt hat. Wir wissen, dass wir nicht unruhig werden müssen, sondern dass wir genug Qualität haben, um die Räume, die dann entstehen, zu nutzen. Wir haben uns ein Selbstverständnis aufgebaut, dass wir jederzeit noch für Tore gut sind. Aber auch die Arbeit, die wir vorher 60 oder 70 Minuten verrichten und, die nicht so spektakulär aussieht, ist sehr wichtig.

Durch den Sieg auf Schalke seid ihr in der Tabelle an Bayern vorbeigezogen. Einige Medien sprechen jetzt von euch als Dortmund-Jägern. Wie siehst du das?

Kramer: Natürlich sind wir froh, dass wir auf dem zweiten Tabellenplatz stehen und nach 20 Spieltagen lügt die Tabelle auch nicht. Aber wir fühlen uns überhaupt nicht als Dortmund-Jäger. Dortmund und Bayern sind die beiden Schwergewichte der Liga und uns eigentlich einfach ein Stück voraus, auch wenn wir in der Tabelle jetzt vor Bayern stehen. Wir sollten daher nicht unsere Marschroute, die wir bislang hatten, ändern.

Immer von Spiel-zu-Spiel denken?

Kramer: Genau. Ich weiß, dass das etwas banal klingt. Aber wir leben dieses von Spiel-zu-Spiel-Denken wirklich. Es ist das Rezept des Erfolges. Weil wir nicht international spielen, können wir uns in den langen Wochen vor einer Partie sehr intensiv auf den nächsten Gegner vorbereiten, haben einen klaren Matchplan und ziehen den dann auch durch. Ich weiß, dass die Tabellensituation aktuell gut aussieht und ich will ja gar nicht behaupten, dass wir da nicht mal einen Blick drauf werfen. Aber es bringt ja auch nichts von großen Zielen zu sprechen, weil man nach zwei oder drei schlechten Spielen dann wieder von diesen weit weg sein kann. Unsere große Stärke ist wirklich die Fokussierung auf den kommenden Gegner.

Für dich persönlich stehen erst sechs Bundesligaspiele in dieser Saison zu Buche. Wie empfindest du deine Situation?

Kramer: Klar, so ganz zufriedenstellend ist das für mich persönlich sicher nicht. Aber die Mannschaft macht es einfach sehr gut, auch auf meiner Position. Im Endeffekt gehört meine Situation genauso zum Mannschaftssport dazu. Es bringt auch nichts, herumzunörgeln, das ist nicht meine Art. Solange wir gewinnen, kann es mir nur recht sein, auch wenn ich natürlich gerne mehr zu Siegen beitragen würde.