NEWS: 31.05.2019

Kamps: „Nächster Schritt für Nicolas, Grün als Sicherheit“

Kamps: „Nächster Schritt für Nicolas, Grün als Sicherheit“
Borussias Torwart-Trainer Uwe Kamps

Borussias Torwart-Trainer Uwe Kamps spricht im Interview über die Veränderungen im Torwart-Team: den Plan mit Moritz Nicolas, die Idee mit Max Grün und die Entwicklung von Jan Olschowsky.

Uwe, in Borussias Torwart-Team gibt es Veränderungen. Moritz Nicolas, U21-Nationalspieler und inzwischen seit vier Jahren bei Borussia, wird ausgeliehen an Union Berlin. Was ist der Plan dahinter?

Kamps: Moritz wollte schon im vergangenen Jahr ausgeliehen werden. Wir wollten damals jedoch, dass er noch ein Jahr bei uns bleibt, damit er in der Rolle als dritter Torwart der ersten Mannschaft bei unserer U23 in der Regionalliga regelmäßig spielt und dort noch einen Schritt in seiner Entwicklung macht. Das war zuvor nicht in der Form möglich, weil er zwei Verletzungen hatte und dadurch länger gefehlt hat. Er hat es in dieser Saison hervorragend gemacht, hat sich super entwickelt und einen großen Schritt nach vorne gemacht. Wir sehen ihn jetzt auf einem Niveau, das es ihm erlaubt, den nächsten Schritt – und das jetzt sogar in der Bundesliga – zu machen.

Aber der Plan ist schon, dass er Borussia erhalten bleibt?

Kamps: Ja, der Vertrag ist ja auch dementsprechend langfristig bis 2023 verlängert worden. Die Leihe an Union Berlin ist nun auf zwei Jahre angelegt, damit er dort genügend Zeit für die Anpassung und Entwicklung hat. Wir haben jedoch auch die Möglichkeit, ihn bereits nach einem Jahr zurückzuholen. Denn wir sehen in ihm den Torwart, der in Zukunft bei uns im Tor stehen soll, wenn er zurück ist.

Für ihn ist als dritter Torwart jetzt Max Grün von Darmstadt 98 geholt worden. Was ist das für ein Torwart?

Kamps: Wir haben lange diskutiert, wie wir diese Position besetzen, ob mit einem jungen Torhüter aus den eigenen Reihen oder mit einem erfahrenen, externen Torhüter. Wir sind am Ende zu dem Entschluss gekommen, dass die Entscheidung dazu dient, erst einmal noch ein bisschen Zeit zu überbrücken. Deshalb haben wir in Max Grün einen erfahrenen Torhüter geholt, mit dem die Arbeit zunächst für ein Jahr angelegt ist. Max hat auf höchstem Niveau, in der Bundesliga, der 2. Liga und im DFB-Pokal, über 100 Spiele gemacht, er gibt uns also die Sicherheit, uns direkt helfen zu können, wenn die Notwendigkeit da ist. Außerdem haben uns Dieter Hecking und Dirk Bremser, die mit ihm im Wolfsburg gearbeitet haben, nur Positives über ihn berichtet.

Du hast angedeutet, dass es auch die Möglichkeit gab, die Position mit einem jungen Torhüter aus dem eigenen Nachwuchs zu besetzen.

Kamps: Genau, das wäre Jan Olschowsky gewesen, der schon mehrmals mit den Profis trainiert hat und auch schon im Trainingslager dabei war. Man muss jedoch sehen, dass durch die Teilnahme an der Europa League eine höhere Belastung und mehr Spiele auf uns zukommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der dritte Torhüter gefragt sein sollte, ist also größer als zuletzt. Jan Olschowsky hat zuletzt U19 gespielt, er ist gerade einmal 17 Jahre alt. Er hat großes Potenzial und hat auch schon zwei Regionalligaspiele gemacht, die richtig gut waren. Die Entscheidung, ihn jetzt noch nicht als dritten Torwart dazu zu nehmen, war auch sehr knapp. Wir wollen jedoch, dass er in der nächsten Saison erst einmal noch häufiger bei den Profis mittrainiert und gleichzeitig in der U23 regelmäßig im Herrenfußball trainiert und spielt. Wir denken, dass ist für seine Entwicklung aktuell der bessere Schritt.

Ist die Hackordnung bei den drei Profitorhütern klar geregelt?

Kamps: Ja, es ist mit Max Grün klar kommuniziert, dass wir ihn als Nummer drei holen. Wir haben in Yann Sommer einen der besten Torhüter der Liga als Nummer eins, in Tobias Sippel einen der besten Stellvertreter der Liga als Nummer zwei. Tobi hat diese Rolle angenommen, auch weil er um unsere Wertschätzung für ihn weiß. Wenn wir ihn gebraucht haben, war er immer da und hat seine Leistung abgerufen. Max soll die beiden mit seiner Erfahrung nun unterstützen, sich im Training anbieten, um dann da zu sein, wenn er gebraucht wird.