NEWS: 28.06.2019

Rose: "Gemeinsam den Borussia-Stil kreieren"

Rose: "Gemeinsam den Borussia-Stil kreieren"
Marco Rose

In einem Pressegespräch am heutigen Freitag äußerte sich der neue Trainer Marco Rose über...

…die Euphorie über seine Verpflichtung: Der Verein und die Jungs sind in der vergangenen Saison mit Dieter Hecking Fünfter geworden. Jeder weiß, dass das eine außergewöhnliche Leistung war mit den Möglichkeiten, die Borussia hat. Max Eberl macht es hinsichtlich der Transfers, die getätigt werden, sehr clever. Es gibt aber andere Vereine, die ganz andere Möglichkeiten haben als wir. Trotzdem ist Borussia ein ambitionierter Verein, ein Traditionsverein, der viel vorhat. Das soll auch so sein und soll so bleiben. Ich freue mich, dass es ein paar Leute gibt, die sich freuen, dass ich jetzt hier Trainer bin. Ich will die Euphorie gar nicht kleinreden, trotzdem müssen wir anpacken und hart arbeiten. Wir werden nichts geschenkt bekommen und es wird nicht von selbst so laufen, dass wir am Ende wieder Fünfter werden. Dessen bin ich mir bewusst. Fußball und Erfolg sind immer harte Arbeit. Zudem brauchst du das Quäntchen Glück. Ich weiß natürlich auch, wie das Geschäft funktioniert, ich bin jetzt schon ein paar Jahre dabei. Wenn es am Anfang nicht so läuft wie erhofft, ist die Euphorie ganz schnell vorbei. Dann werden andere Töne angeschlagen. Damit muss ich dann auch leben.

…den Zeitpunkt seiner Verpflichtung: Ich habe Klarheit für mich gebraucht, weil viel spekuliert und geschrieben worden ist. Ich habe mich relativ schnell für Gladbach entschieden. Für die Entscheidungsfindung habe ich eine Woche gebracht, die auch nicht einfach war. Aber jetzt bin ich sehr glücklich, dass ich diese Entscheidung genauso getroffen habe. Ich freue mich auf das, was jetzt kommt.

…seine positive Grundeinstellung: Ich versuche, Energie vorzuleben und fordere Energie ein in jedem Training. Es ist wichtig, jedes Training zu nutzen, um an unserem Spiel zu arbeiten. Jedes Training und jede Übungsform wird mit 100 Prozent gemacht. Das ist mir unheimlich wichtig, das fordere ich immer wieder ein. Ansonsten geht alles über die Arbeitsatmosphäre. Die Aufgabe des Trainerteams, des gesamten Staff und der Jungs ist es, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich jeder wohlfühlt, in der jeder gerne zum Training kommt. Wenn das bewusst und unterbewusst gelingt, herrscht ohnehin eine positive Stimmung. Dazu müssen dann noch die Ergebnisse kommen.

…seine Herangehensweise: Ich darf nicht den Fehler machen und glauben: Ich komme jetzt aus Salzburg hierher und alles läuft und funktioniert genauso. Es gibt keinen Marco-Rose-Fußball. Es gibt nur Wir: Wir als Mannschaft versuchen jetzt, uns schnell zu finden. Dabei nehme ich die Jungs mit und versuche nicht die Schablone aus Salzburg draufzulegen. Wir müssen uns die Dinge gemeinsam erarbeiten, müssen versuchen, gemeinsam den Borussia-Stil für die nächsten Jahre zu kreieren. Nichtsdestotrotz gibt es Prinzipien im Spiel, auf die ich viel Wert lege und die ich einfordern werde: ein gutes Positionsspiel zu haben, nach Ballgewinn gut umzuschalten, eher vorwärts zu verteidigen als nach hinten zu laufen oder die Bälle so schnell wie möglich zurückzugewinnen, nachdem wir sie verloren haben. Man darf aber nicht erwarten, dass wir auf den Platz gehen und es nur noch Attacke und Angriff geben wird. Wir müssen versuchen, uns diese Dinge nach und nach anzueignen. Das ist ein Prozess, die Resultate werden nicht von heute auf morgen zu sehen sein. Ich möchte aber schon, dass wir versuchen, es relativ schnell sichtbar zu machen und relativ schnell erfolgreich zu sein.

...das Spielsystem: Ich halte viel von Automatismen. Es ist wichtig, dass die Spieler wissen, was sie in der jeweiligen Grundordnung zu tun haben, dass sie die vorgegebene Grundordnung zumindest schon mal trainiert und gespielt haben. Grundsätzlich bin ich niemand, der auf eine Grundordnung festgelegt ist, aber auch niemand, der im Spiel drei- oder viermal die Grundordnung wechselt. Unabhängig von der Grundordnung gilt zudem: Wir wollen gerne vertikal spielen, egal, ob wir ein 4-3-3-, 3-4-3- oder 4-4-2-System mit Raute spielen

…seine Einstellung zur Rotation: Ich habe in Salzburg extrem viel rotiert, teilweise zwischen sieben und neun Spieler im Vergleich von Europa-League-Spiel zu Liga-Spiel. Ich weiß aber, dass es in der Bundesliga noch mal anders gelagert ist, weil das Niveau noch mal ein anderes ist – obwohl man sich auch in der österreichischen Liga jeden Sieg hart erarbeiten muss. Wir müssen jetzt einfach ein Gefühl dafür entwickeln, was hier beim Thema Rotation möglich ist. Ich habe auf jeden Fall Vertrauen in den Kader. Und wenn sich alle Spieler im Training anbieten und zeigen, dass sie bereit sind, dann werden wir natürlich die Möglichkeit der Rotation auch nutzen. Es ist aufgrund der Belastung außerdem unerlässlich zu rotieren, gerade, wenn man viele Nationalspieler im Kader hat.

das Pokal-Los: Ich nehme die Dinge, wie sie kommen. Nach der Pokalauslosung hatte ich erst einmal keine klare Meinung zu diesem Los. Ist das gut? Ist das schlecht? Am Ende des Tages wollen wir eine Runde weiterkommen und müssen es sowieso so nehmen, wie es kommt. Es gibt viele unangenehme Lose. Als Bundesligist bist du immer gefordert. Jeder erwartet, dass der Bundesligist eine Runde weiterkommt. In Sandhausen ist es für uns eine Zweitligamannschaft geworden – damit sind wir gleich auf Betriebstemperatur. Wir wissen, dass da gleich eine große Aufgabe auf uns wartet.

…den Bundesliga-Spielplan: In der Bundesliga gibt es keine vermeintlich leichten Spiele. Es wäre auch unangenehm zu Hause gegen Freiburg zu starten. Dann erwartet jeder, dass man gleich einen raushaut. Wir nehmen es, wie es kommt und bereiten uns gut vor. Wir hoffen, dass bis dahin alle gesund bleiben. Wir freuen uns dann gleich auf einen Westschlager gegen Schalke. Dann kommt direkt mein persönliches Derby in Mainz und das Spiel gegen meine Heimatstadt Leipzig. Das sind gleich viele spannende Duelle. In den Derbys gegen Köln und Düsseldorf steckt immer viel Brisanz, die Fans erwarten in diesen Spielen viel von uns. Bis dahin haben wir aber schon ein paar Spiele absolviert, das ist gut, dann sind wir schon im Rhythmus.

…die Arbeit mit jungen Spielern: Ich freue mich auf die Jungs wie Michaël Cuisance und Laci Bénes. Auch in Salzburg habe ich mit vielen jungen Spielern zusammengearbeitet. Laci habe ich bereits getroffen. Er brennt. Wir wollen versuchen, diese Jungs zu fördern und zu fordern. Bei mir ist es relativ einfach: Wenn mir die jungen Spieler zeigen, dass sie unbedingt spielen wollen, sich weiterentwickeln möchten und dabei akzeptieren, dass sie möglicherweise etwas Zeit brauchen und mal hinten anstehen, wenn sie verstehen, dass sie sich Einsätze hart verdienen müssen, dann steht ihnen Tür und Tor offen.

...Breel Embolo: Breel bringt Dynamik, Power und Wucht mit. Ich habe in dem Gespräch mit ihm aber auch festgestellt, dass er ein richtig guter Typ ist. Er ist sehr ambitioniert und möchte gerne unbedingt nachweisen, dass er zurecht als absoluter Top-Spieler gehandelt wird. Er hatte auf Schalke eine schwierige Zeit, es ist für ihn viel unglücklich gelaufen mit Verletzungen. Borussia kennt Breel aber schon ein bisschen länger und wollte ihn schon 2016 verpflichten. Damals hat er noch auf der Achter- und Zehnerposition und auch im Sturm gespielt. Das zeigt, dass er auch fußballerische Qualitäten hat. Er ist ein guter, aber trotzdem auch noch entwicklungsfähiger Spieler, den wir dazugeholt haben. Dennoch sollten wir ihm nicht gleich einen riesigen Rucksack an Erwartungen aufsetzen. Er hat auch noch eine kleine Verletzung nach einem Schlag auf den Mittelfuß, die er im Moment auskuriert. Wir rechnen damit, dass er in den nächsten Tagen ins Lauftraining einsteigt und hoffen, dass es zügig geht, dass er mit dem Team trainieren kann und dann gesund bleibt.

…Stefan Lainer: Stefan ist eine Naturgewalt. Er ist ein guter Fußballer, der eine unfassbare Mentalität mitbringt und ohne Ende marschiert. Er ist nicht zu klein zu kriegen. Er kann als Rechtsverteidiger den Unterschied machen, was Einstellung und Mentalität angeht. Außerdem ist er ein Junge, der sich noch entwickeln kann, er macht in Deutschland jetzt den nächsten Schritt. Stefan bringt eine neue Komponente in den Kader – mit dem Wissen, dass wir in Jordan Beyer auf der Position auch ein großes Talent haben, das wir weiterentwickeln wollen.

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