NEWS: 04.09.2019

Kramer: „Es ist zu erkennen, was wir vorhaben“

Kramer: „Es ist zu erkennen, was wir vorhaben“
Christoph Kramer

Im Interview spricht Christoph Kramer über die Fortschritte der Mannschaft, über die bevorstehende Länderspielpause und darüber, wie er mit Verletzungspech umgeht.

Christoph, wie hat die Mannschaft die erste Saisonniederlage aufgenommen?

Christoph Kramer: Generell fühlt sich ein 1:0-Sieg in Sandhausen, wo wir nicht sehr gut gespielt haben, dennoch besser an als eine 1:3-Niederlage gegen Leipzig, obwohl wir in diesem Spiel unsere mit Abstand bisher beste Saisonleistung geboten haben.

Ist eine Niederlage schmerzhafter, wenn die Mannschaft eigentlich viel richtig gemacht hat oder doch wenn sie vielleicht sogar chancenlos war?

Kramer: Ich glaube, damit geht jeder ein wenig anders um. Der eine orientiert sich ausschließlich am Ergebnis, der andere rückt die Leistung in den Vordergrund. Was mich betrifft: Ich orientiere mich eher an der Leistung. Und wenn die sehr gut war, wie insbesondere in der ersten Halbzeit gegen Leipzig, ist eine Niederlage für mich eher zu akzeptieren und schneller abzuhaken, als nach einer schlechten Performance.

Kommt die Länderspielpause jetzt zur rechten Zeit oder stört sie sogar?

Kramer: Die Pause wird uns gut tun, bevor es dann mit den Englischen Wochen losgeht. Nicht zuletzt, weil wir noch einige verletzte Spieler haben, die sich in dieser Zeit weiter heranarbeiten können. Ich selbst komme ja auch gerade erst aus einer Verletzung zurück und habe nun die Chance, mich auf 100 Prozent zu bringen.

Für dich persönlich verlief der Saisonstart wegen deines Bänderrisses eher enttäuschend…

Kramer: Ich nehme die Dinge immer so, wie sie kommen – und das nicht nur im Fußball. Man kann es ohnehin nicht ändern. Was würde es da helfen, sich selbst zu bemitleiden oder mit sich und der Welt zu hadern? Also versuche ich immer, aus jeder Situation das Beste zu machen.

Das ist eine rationale, sehr hilfreiche Herangehensweise. Aber lässt sich das so leicht durchhalten, wenn man schon in der vergangenen Saison durch eine Verletzung zurückgeworfen wurde?

Kramer: Natürlich sind das notwendige Reha-Programm und das weitere Brimborium auch für mich nicht die helle Freude. Und natürlich war es doof, dass mich diese Verletzung gerade in der Phase erwischt hat, in der es darum ging, sich für die neue Saison zu positionieren. Trotzdem bin ich ein Typ, der einen Rückschlag einordnen und relativ schnell abhaken kann, so dass ich auch an dieser Verletzung nicht lange zu knabbern hatte.

Welche Ziele hast du dir nun für diese Saison gesetzt?

Kramer: Ich schaue eher von Tag zu Tag, als langfristige Pläne zu machen. Meiner Meinung nach macht es keinen Sinn, allzu weit vorauszuschauen und sich hochgesteckte Ziele zu setzen. Denn man kann nicht wissen, was schon morgen vielleicht passieren wird. Meine Bänderverletzung ist ein Beispiel dafür. Das heißt aber selbstverständlich nicht, dass ich nicht jeden Tag mit großer Freude versuchen würde, mein Bestes zu geben. Und bisher hat diese Herangehensweise für mich meist sehr gut funktioniert.

Wie bewertest du grundsätzlich die Fortschritte in eurem Spiel?

Kramer: In Prozentpunkten ist das nur schwer auszudrücken. Grundsätzlich hat der Trainer uns aber von der neuen Spielidee überzeugt und wir haben sie sehr gut angenommen. Das ist das Wichtigste, um Erfolg zu haben. Und ich denke, dass durchaus bereits zu erkennen ist, was wir vorhaben.

In der kommenden Woche steht das Derby beim 1. FC Köln an, der am vergangenen Wochenende den ersten Sieg einfahren konnte. Wie siehst du die Kölner bisher?

Kramer: Ich finde, dass es die Kölner bisher sehr gut gemacht haben, gerade auch bei der Niederlage gegen Dortmund. Sie verstehen es, mal hohes Pressing zu spielen, um sich dann aber wieder etwas tiefer fallen zu lassen. Sie sind sehr aggressiv und sehr fleißig. Das sieht alles schon ziemlich gut aus.

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