NEWS: 11.09.2019

Herrmann: „Die Vorfreude ist nun noch größer“

Herrmann: „Die Vorfreude ist nun noch größer“
Patrick Herrmann

Im Interview spricht Patrick Herrmann über das bevorstehende Derby beim 1. FC Köln, über seine Vorfreude auf die Euro League und seine für einen Profi heute ungewöhnliche Vereinstreue.

Patrick, das Rheinische Derby gegen den 1. FC Köln steht bevor. Für Dich könnte es das zehnte sein, bei dem du auf dem Platz stehst. Ist selbst ein solches Spiel da nur noch ‚business as usal‘?

Patrick Herrmann: Auf gar keinen Fall! Dieses Derby ist für mich nach wie vor eine ganz große Nummer und wird es auch immer bleiben! Und nach einer Saison ohne Rheinisches Derby ist die Vorfreude nun natürlich noch größer als sonst.

Wie sieht deine persönliche FC-Bilanz aus?

Herrmann: Von den bisherigen neun Derbys, in denen ich eingesetzt wurde, haben wir sechs gewonnen. Zwei gingen unentschieden aus, und nur eins haben wir verloren. Das allerdings läuft mir bis heute nach. Trotzdem denke ich, dass sich die Bilanz sehr positiv liest.

Welche besonderen Erinnerungen hast du an diese Spiele?

Herrmann: Mein erstes Startelf-Spiel war ein Derby, damals auch in Köln. Das muss 2010 gewesen sein, und die Partie endete 1:1. Auch an ein weiteres Spiel in Köln habe ich unglaubliche Erinnerungen. Michael Frontzeck war damals Trainer, und wir haben unter Flutlicht in einer wahren Regenschlacht 4:0 beim FC gewonnen. Ich weiß noch genau, wie wir vor unseren begeisterten Fans den Diver gemacht haben.

Es sind Festwochen für Borussia: erst das Derby, dann der Start in die Europa League…

Herrmann: Nach zwei Jahren ohne europäischen Fußball nun wieder auf dieser Bühne spielen zu dürfen, das ist einfach großartig. Wenn ich an solche Erlebnisse denke, wie vor einigen Jahren, als uns mehr als 10.000 Fans nach Rom zum Spiel gegen Lazio begleitet haben, bekomme ich heute noch eine Gänsehaut. Auch wenn wir damals verloren haben und ausgeschieden sind, war das ein Erlebnis, das ich niemals vergessen werde.

Deine eigene Geschichte bewegt wiederum die Borussen-Fans, schließlich sah es in der vergangenen Saison so aus, als würde deine Zeit bei Borussia zu Ende gehen. Wie schwierig waren diese Tage für Dich?

Herrmann: Allein der bloße Gedanke, gehen zu müssen, war für mich nur schwer zu ertragen. Es war ja nie meine Absicht, den Verein zu verlassen. Dass ich dann aber noch einmal einen Drei-Jahres-Vertrag bei Borussia bekommen habe, das hat mich natürlich sehr glücklich gemacht.

2022 wirst du vierzehn Jahre bei Borussia sein. Es wird also immer wahrscheinlicher, dass du in deiner Profi-Karriere nie ein anderes Trikot tragen wirst, als das von Borussia.

Herrmann: Damit hätte ich überhaupt kein Problem. (lacht) Natürlich kann ich heute nicht sagen, was in drei Jahren sein wird. Vielleicht ist dann Schluss mit der aktiven Karriere, weil der Körper nicht mehr so recht will, vielleicht kann ich noch einmal bei Borussia verlängern, oder ich versuche vielleicht doch noch einmal etwas Anderes. Grundsätzlich aber sehe ich meine Zukunft in Gladbach, auch über die Profi-Karriere hinaus. Meine Frau ist von hier, unser gemeinsames Kind ist unterwegs, und für uns ist klar, dass wir als Familie in Mönchengladbach bleiben wollen.

Ist ein so loyaler Profi, wie du es bist, heute ein Auslaufmodell?

Herrmann: Ich glaube schon, dass das mittlerweile eher eine Seltenheit im Profi-Fußball ist. Ich verurteile es überhaupt nicht, wenn ein Spieler alle zwei, drei oder vier Jahre den Verein wechselt, um sich eine neue Perspektive zu schaffen oder einfach mal etwas Anderes auszuprobieren. Jeder muss das für sich selbst entscheiden. Mein Bestreben war das aber nie. Von der ersten Minute an bei Borussia habe ich niemals das Gefühl gehabt, dass ich hier irgendwann einmal weg gehen möchte.

Weitere News

Herrmann: „Es ist nicht in Worte zu fassen“

Herrmann: „Es ist nicht in Worte zu fassen“ 13.12.2019

Im Interview spricht Patrick Herrmann über die bittere Niederlage gegen Istanbul Başakşehir, das damit verbundene Aus in der UEFA Europa League und das kommende Bundesliga-Duell beim VfL Wolfsburg.