NEWS: 20.10.2019

Verärgert über die Niederlage, stolz auf die Leistung

Verärgert über die Niederlage, stolz auf die Leistung
Nach dem Abpfiff bedankte sich die Borussen beim eigenen Anhang für die Unterstützung.

Der Tag danach: Für einen mutigen Auftritt nicht belohnt worden, das Ende einer langen Leidenszeit und eine extrem ausgeglichene Liga – alles Wichtige zur 0:1-Niederlage der FohlenElf bei Borussia Dortmund.

Die Geschichte des Spiels

Beide Mannschaften gingen von Beginn an ein hohes Tempo und setzten ihr Gegenüber immer wieder mit Pressing unter Druck. Daraus ergaben sich Chancen hüben wie drüben. Yann Sommer parierte stark gegen Julian Brandt und Mats Hummels, sein Landsmann Roman Bürki stoppte gleich zweimal den alleine auf ihn zulaufenden Breel Embolo und war auch gegen Stefan Lainer zur Stelle. Darüber hinaus wurde die vermeintliche 1:0-Führugn des BVB durch Thorgan Hazard wegen einer vorherigen Abseitsstellung von Marco Reus zurückgenommen. „Wir haben es in der ersten Hälfte sehr ordentlich gemacht, hatten auch gute Möglichkeiten, um in Führung zu gehen. Das haben wir leider nicht geschafft“, konstatierte Cheftrainer Marco Rose. Nach der Pause erhöhte der BVB den Druck und ging der 58. Minute auch in Führung. Hazard steckte durch für Reus, der frei vor Sommer durch die Beine des Schweizers zum 1:0 traf. Die Fohlen zeigten sich nicht geschockt und waren um den Ausgleich bemüht. Doch trotz Chancen von Patrick Herrmann, Christoph Kramer, Denis Zakaria und Florian Neuhaus wurden sie für ihren mutigen Auftritt nicht belohnt. „Wir haben zum zweiten Mal hintereinander eine Leistung gezeigt, die in die richtige Richtung geht“, sagte Rose. „Allerdings müssen wir dorthin kommen, dass wir solche Spiele gewinnen. Wir ärgern uns, dass wir das nicht geschafft haben, aber wir können einige positive Dinge mitnehmen.“

Das Medienecho

Kicker: „Der BVB setzte sich im Topspiel des 8. Spieltags knapp mit 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach durch, schob sich dadurch im Tableau wieder nach vorn. Die Fohlen, die weitestgehend auf Augenhöhe agierten, ließen dabei einige Chancen liegen, bleiben aber ganz oben dabei.“

Rheinische Post: „Ex-Borusse Marco Reus bringt auf Vorlage von Thorgan Hazard Gladbachs erste Auswärtsniederlage unter dem neuen Trainer Marco Rose auf den Weg. Tabellenführer bleiben die Gladbacher dennoch vorerst. Kapitän Lars Stindl kehrte in der Schlussphase zurück.“

Süddeutsche Zeitung: „Für Freunde von raumgreifendem Fußball war (…) es ein Augenschmaus. Cinemascope hieß ein Superbreitwandformat im Kino der 50er-Jahre. Auf den Fußball der Moderne übertragen, verteidigen hier beide Mannschaften extrem hoch, bieten dadurch aber Räume an, in denen so ein Spiel rauf und runter gehen kann wie eben dieses zwischen den beiden Borussia-Teams.“

Der Spieler des Spiels

Stefan Lainer: Wohl niemand hätte im Vorfeld der Partie damit gerechnet, dass Stefan Lainer in der Startelf stehen würde. Im Heimspiel gegen den FC Augsburg (5:1) hatte der Österreicher einen Kapselbandriss im Sprunggelenk erlitten. Trotzdem lief er nur 13 Tage später wieder auf und marschierte die rechte Seite rauf und runter, als würde es diese Verletzung gar nicht geben. „Es ist nicht selbstverständlich, dass er sich das zugetraut und dann auch noch so eine Leistung gebracht hat. Das ist außergewöhnlich und zeigt, was der Junge für eine Einstellung hat“, sagte Trainer Marco Rose. Mit knapp elf Kilometern war Lainer einer der lauffreudigsten Borussen, dazu hatte er die meisten Ballkontakte (79) seines Teams und entschied zehn Zweikämpfe für sich. Seinen unermüdlichen Einsatz honorierten die VfL-Fans und kürten ihn in der FohlenApp mit 41 Prozent aller Stimmen zum Spieler des Spiels.

Die Randnotiz des Spiels

Die lange Leidenszeit von Lars Stindl ist beendet. Anfang April hatte Borussias Kapitän im Auswärtsspiel in Hannover ein Schienbeinbruch erlitten. Im Borussen-Duell gab der 31-Jährige nun sein Comeback. Der Angreifer wurde in der 78. Minute für Oscar Wendt eingewechselt und sorgte dank seiner Ballsicherheit dafür, dass die Fohlen in der Schlussphase noch mehrere gefährliche Angriffe initiieren konnten. „Trotz der Niederlage habe ich Lars direkt nach dem Spiel gratuliert. Weil ich glaube zu wissen, was es bedeutet, nach so einer langen Zeit zurückzukommen. Es war für ihn ein wichtiger Moment“, sagte Rose. Bis zum ersten Spiel von Beginn an wird sich Stindl allerdings noch ein wenig gedulden müssen. Rose: „Lars ist unser Kapitän und ein erfahrener Spieler, den wir jetzt Schritt für Schritt heranführen werden. Wie schnell er wieder 90 Minuten spielen kann, werden wir sehen.“

Die Tabellensituation

Die FohlenElf blieb mit 16 Punkten trotz der Niederlage zumindest über Nacht an der Spitze – mit einem Sieg bei der TSG Hoffenheim kann der FC Schalke 04 (14 Punkte) am heutigen Sonntag jedoch noch an ihr vorbeiziehen. Allerdings geht es in der oberen Tabellenhälfte ohnehin wahnsinnig eng zu. Borussias Vorsprung auf das derzeit neunplatzierte Bayer Leverkusen beträgt gerade einmal zwei Zähler. Ebenso 16 Punkte auf dem Konto wie die Fohlen hat der VfL Wolfsburg (2.), dahinter folgen Bayern München (3.), Borussia Dortmund (4.) und RB Leipzig (5.) mit jeweils 15 Punkten. Der FC Schalke 04 (6.), der SC Freiburg (7.), Eintracht Frankfurt (8.) und Bayer Leverkusen (9.) stehen mit je 14 Zählern dicht dahinter.

Die Personallage

Während Stefan Lainer rechtzeitig fit geworden war, reichte es für Matthias Ginter nicht zu einem Einsatz bei seinem Ex-Klub. Der Innenverteidiger hatte sich vor knapp zwei Wochen im Heimspiel gegen Augsburg eine Schulterluxation mit Kapselbandverletzung zugezogen. „Matze hätte gerne gespielt, doch es wäre noch zu früh gewesen. Da müssen wir vernünftig sein“, betonte Rose. Möglicherweise kann er am Donnerstagabend (18:55 Uhr) Uhr im Europa League-Spiel bei der AS Rom wieder auf den deutschen Nationalspieler zurückgreifen. „Wir probieren, es hinzukriegen“, so Rose. Borussias Chefcoach hofft, dass ihm dann auch wieder auf Raffael, der gestern kurzfristig gegen Adduktorenproblemen ausgefallen war, zur Verfügung stehen wird. In Jonas Hofmann hat er definitiv eine weitere Alternative. Der Mittelfeldspieler stand gestern erstmals nach seiner vor zwei Monaten erlittenen Innenbandriss im Knie wieder im Kader der Fohlen. Alassane Plea hat sich gestern hingegen eine Muskelverletzung im Oberschenkel zugezogen und fällt bis auf Weiteres aus.

Der Ausblick

Mit dem gestrigen Top-Spiel in Dortmund hat für die Fohlen eine intensive Phase mit sieben Spielen innerhalb von rund drei Wochen begonnen. Bevor es am kommenden Sonntag (18:00 Uhr) in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt weitergeht, steht am Donnerstagabend (18:55 Uhr) das Europa Legaue-Auswärtsspiel bei der AS Rom auf dem Programm. Am Montag werden lediglich die Akteure, die sich im Aufbautraining befinden, im BORUSSIA-PARK zugegen sein, alle viel belasteten Spieler dürfen einen freien Tag genießen. Die Vorbereitung auf das Spiel in Rom nehmen die Borussen am Dienstagmorgen um 10:00 Uhr auf. Tags darauf geht es auf in die italienische Hauptstadt, wo am Mittwochabend das Abschlusstraining im Olympiastadion stattfindet. „Wir wissen, dass die kommenden Spiele nicht leichter werden. Jetzt spielen wir in Rom, dann zu Hause gegen Frankfurt, da warten ein paar Kaliber auf uns und wir müssen einfach dranbleiben“, unterstrich Rose. „Es ist wichtig, dass wir gut regenerieren, positive Dinge mitnehmen und in Rom wieder um Punkte kämpfen.“

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