NEWS: 20.10.2019

Kramer: "Es haben Kleinigkeiten gefehlt"

Kramer: "Es haben Kleinigkeiten gefehlt"
Christoph Kramer - verfolgt von seinem Ex-Teamkollegen Thorgan Hazard.

Christoph Kramer spricht nach dem 0:1 bei Borussia Dortmund über die gute Leistung der FohlenElf, das Comeback von Lars Stindl und die kommende Aufgabe im Europapokal.

Christoph, trotz der Niederlage im Spiel gegen Dortmund gibt es viel Lob für den Auftritt der FohlenElf. Wie beurteilst du das Spiel?

Kramer: Ich glaube, wir haben aktuell ein gutes Selbstbewusstsein. Wir haben auch in Dortmund mutig und aktiv gespielt und das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Klar ist, dass du gegen diesen Gegner nicht über 90 Minuten alle Chancen verhindern kannst. Wir haben es aber gut gemacht. Manchmal gibt es einfach so Tage, an denen der Ball nicht rein will.

War der Spielausgang gegen den BVB eine Frage der Effektivität?

Kramer: Wir haben uns sieben oder acht Tormöglichkeiten herausgespielt, mehr bekommst du in Dortmund wohl auch nicht. Da hat uns leider aber die letzte Konsequenz oder auch ein wenig das Glück gefehlt. Das ist ärgerlich, aber wichtig ist, dass man sich immer weiter diese Chancen erarbeitet, und ich mache mir auch keine Sorgen, dass die Dinger bald wieder reingehen. Auf der anderen Seite steht Marco Reus vor dem Tor und macht ihn rein. Es sind immer Nuancen, die dann den Ausschlag geben. Es fehlt eine Fußspitze oder ein Meter, um den Schuss zu verhindern. Bei uns fehlte bei den Großchancen eben diese Kleinigkeit. Das ist manchmal einfach so.

Mit dem Comeback von Lars Stindl wurdet ihr noch einmal ein Stück offensiver. Wie hast du das Comeback eures Kapitäns erlebt?

Kramer: Mit der Einwechslung von Lars sind wir noch mehr ins Risiko gegangen, haben auf der ganzen Breite mit einer Dreierkette gegen die schnellen Dortmunder Konterspieler verteidigt. Wir haben noch einmal alles probiert, hatten auch noch ein paar richtig gute Gelegenheiten. Lars strahlt einfach auf dem Platz etwas aus, mit der Ruhe, die er am Ball hat. Er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns. Ich freue mich sehr, dass er wieder dabei ist.

Es gab zwei Entscheidungen des Video-Assistenten, zwei Dortmunder Tore wegen Abseitsstellungen abzuerkennen. Dazu kam noch eine strittige und nicht überprüfte Szene bei der Großchance von Patrick Herrmann (72.), der von Mats Hummels gestört wird. Da hätte man auch Elfmeter geben können. Wie hast du es gesehen?

Kramer: Im Spiel habe ich nicht daran gedacht, dass man diese Szene noch einmal überprüfen müsste. Aber im Nachhinein muss ich sagen: Wenn Mats Hummels nicht da gewesen wäre, wäre Flaco zuerst am Ball gewesen und hätte ihn ins Tor geschoben. Hummels räumt Flaco von hinten weg, trifft die Füße. Bei Abseitsentscheidungen finde ich den Videobeweis gut, da gibt es nur Abseits oder Nicht-Abseits und keinen Interpretationsspielraum, wie zum Beispiel bei einem Foulspiel.

In der Bundesliga-Tabelle bleibt es eng an der Spitze. Wie bewertest du eure Lage in der Liga?

Kramer: Es sind aktuell viele Mannschaften ganz eng beieinander, und wir sind oben mit dabei. Das ist sehr gut. Die Tabelle ist aktuell aber gar kein großes Thema für uns. Wir haben nach acht Spielen 16 Punkte, das ist ein sehr guter Schnitt. Dass wir ganz oben mitmischen, ist eher ein schöner Nebeneffekt. Wir können und werden uns damit aber nicht über die Niederlage gegen Dortmund hinwegtrösten. Wir haben ein Spiel verloren, das wir nicht hätten verlieren müssen. Es ist schade, dass wir aus Dortmund nichts mitnehmen konnten.

Zumal ihr dem BVB auf Augenhöhe begegnet seid.

Kramer: Ja. Wir sind weiter auf unserem Weg, und das Spiel in Dortmund ist sicher kein großer Dämpfer für uns. Wir haben auswärts ein starkes Spiel gemacht, das sah schon in vielen Phasen gut aus. Klar ist aber auch, und das haben wir stets betont, dass wir noch ein gutes Stück Weg in unserer Entwicklung vor uns haben.

In der nächsten Woche steht der dritte Spieltag in Europa League an. Wie geht ihr ins Spiel beim AS Rom?

Kramer: Es wird schwer in Rom. Klar haben wir Druck, da punkten zu müssen. Aber daran, sind wir selbst schuld. Damit können wir als Mannschaft umgehen. Wir wollen das Spiel gewinnen und damit die Chance wahren, im Europapokal zu überwintern. Das ist nach wie vor unser Ziel – und dafür werden wir alles geben.

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