NEWS: 25.10.2019

Spätes Glück in der Regenschlacht von Rom

Spätes Glück in der Regenschlacht von Rom
Nach dem Last-Minute-Ausgleich jubelten die Borussen ausgelassen.

Der Tag danach: Ein erneuter Last-Minute-Ausgleich, ein Kapitän, der Verantwortung übernimmt, und das Weiterkommen noch in eigener Hand – alles Wichtige zum 1:1-Unentschieden der FohlenElf bei der AS Rom.

Die Geschichte des Spiels

Im Dauerregen von Rom knüpfte Borussia zunächst an den mutigen Auftritt aus Dortmund an und setzte die Roma mit ihrem aggressiven Pressing unter Druck. Daraus resultierten in der Anfangsphase mehrere gute Chancen, – unter anderem scheiterte Ramy Bensebaini an der Latte – die die Fohlen jedoch allesamt ungenutzt ließen. Die Gastgeber zeigten sich eiskalt und nutzten in der 32. Minute ihre erste Gelegenheit zur Führung. Nicola Zaniolo (32.) traf nach einer Ecke per Kopf. Der Rückstand nahm den Fohlen etwas Wind aus den Segeln. Zwar rannten sie gegen nun tief stehende Römer weiter unermüdlich an, fanden aber nur noch selten Lücken. Der tiefe Boden tat sein Übriges, auf dem klitschnassen Rasen war ein geordnetes Passspiel nur noch eingeschränkt möglich. „Die ersten 25 Minuten waren wirklich top, danach waren wir in vielen Situationen zu unsauber und haben zu viele Fehler gemacht. Dennoch haben die Jungs alles reingeworfen und sind dafür am Ende belohnt worden“, sagte Chefcoach Marco Rose. In der dritten Minute der Nachspielzeit köpfte Nico Elvedi Roms Innenverteidiger Chris Smalling im Strafraum ins Gesicht, Schiedsrichter William Collum aber meinte, ein Handspiel erkannt zu haben – und zeigte auf den Punkt. Lars Stindl verwandelte den fälligen Strafstoß sicher und rettete Borussia damit in letzter Minute das Remis. „Jeder hat gesehen, dass der Elfmeter nicht berechtigt war. Dadurch war es ein glücklicher, auf Grund unserer Leistung aber verdienter Punktgewinn für uns, der uns ein gutes Gefühl für die kommenden Aufgaben gibt“, so Rose.

Das Medienecho

Kicker: „In letzter Minute hat sich Borussia noch einen Punkt bei der AS Rom gesichert. Bei gegen Ende der Partie grenzwertigen Witterungsbedingungen im Römer Dauerregen gerieten die Fohlen durch eine Standardsituation in Rückstand und liefen diesem bis in die Nachspielzeit hinterher. Dann sorgte eine Fehlentscheidung für den späten Ausgleich.“

Rheinische Post: „Es war nach dem 1:1 in Istanbul, bei dem Patrick Herrmann traf, der zweite Last-Minute-Ausgleich in der Europa League. Mit zwei Punkten sind sie nach dem dritten Spiel dennoch Letzter in der Gruppe J, aber haben wieder neue Hoffnung auf das Weiterkommen geschöpft.“

Express: „Borussia säuft im Europapokal nicht ab! Bundesliga-Spitzenreiter Gladbach holt in einer packenden Regenschlacht beim AS Rom ein ganz wichtiges 1:1 und lässt die Borussen weiter auf ein Überwintern in der Europa League hoffen.“

Der Spieler des Spiels

Lars Stindl: Lars Stindl und Europapokalspiele in Italien – das scheint zu passen. Vor zwei Jahren war der Angreifer im Sechzehntelfinal-Rückspiel der UEFA Europa League 2016/17 beim AC Florenz (4:2) mit drei Toren maßgeblich am Weiterkommen der Fohlen beteiligt, gestern sorgte Borussias Kapitän mit seinem verwandelten Elfmeter für den 1:1-Endstand. Mit seinem siebten Europa-League-Treffer ist er nun Deutschlands erfolgreichster Torschütze in diesem Wettbewerb. Für Stindl war es nach seiner halbjährigen Leidenszeit nach einem Schienbeinbruch erst der zweite Einsatz – in Dortmund war er nach 78 Minuten und gestern in Rom nach 76 Minuten eingewechselt worden. Trotzdem trat er ohne zu zögern zum Elfmeter an. „Lars hat die Verantwortung als Kapitän übernommen, und wie er das Ding verwandelt hat, spricht für sich“, lobte Rose. Auch die Fans honorierten Stindls Mut und kürten ihn in der FohlenApp mit knapp 60 Prozent der Stimmen zum Spieler des Spiels (Hier geht's zum Interview mit Lars Stindl)

Die Problematik des Spiels

Rund 7.000 Fans unterstützten die Fohlen in Rom und machten das Auswärts- zu einem Heimspiel. Nachdem sie nach dem Abpfiff gemeinsam mit der FohlenElf den Last-Minute-Ausgleich gefeiert hatten, wollten sie das Olympiastadion verlassen. Jedoch mussten die VfL-Anhänger mehr als eine Stunde in ihrem Block ausharren, bevor mit dem Auslass der Gästefans begonnen wurde – und dies erfolgte nur sehr schleppend und in extrem angespannter Atmosphäre. „Nach unseren Erkenntnissen und zu unserem Bedauern sind der italienische Ordnungsdienst und die Polizei mit für deutsche Verhältnisse überzogener Härte vorgegangen. Warum dies so war, können wir im Moment nur mutmaßen. Wir sind noch dabei, Informationen zu sammeln und uns ein genaues Bild der Ereignisse zu machen“, so Geschäftsführer Stephan Schippers.

Die Tabellensituation

Zwar bleibt die FohlenElf in der Vorrundengruppe J der UEFA Europa League weiterhin Letzter, doch der zweite Last-Minute-Punktgewinn hintereinander eröffnet ihr noch alle Möglichkeiten, das Weiterkommen zu sichern. Die Roma führt die Tabelle derzeit mit fünf Zählern an, dahinter folgen Wolfsberg und Istanbul mit jeweils vier und Borussia mit zwei Punkten. „Es liegt alles sehr eng beieinander. Mit den beiden Heimspielen gegen Rom und Istanbul und der Auswärtspartie in Wolfsberg haben wir es aber selbst in der Hand, das Überwintern in Europa zu sichern“, so Sportdirektor Max Eberl.

Die Personallage

Auf gleich neun Spieler (Matthias Ginter , Alassane Plea, Raffael, Tobias Sippel, Fabian Johnson, Torben Müsel, Keanan Bennetts, Tobias Strobl und Ibrahima Traoré) mussten die Fohlen verletzungsbedingt in Rom verzichten. Umso erfreulicher war, dass Jonas Hofmann nach mehr als zweimonatiger Zwangspause wieder sein Comeback feiern konnte. Der Mittelfeldspieler kam in der 61. Minute für Patrick Herrmann in die Partie und versuchte fortan, offensive Impulse zu setzen. „Ich bin froh, dass Jonas wieder dabei ist und er knapp 30 Minuten zum Einsatz gekommen ist. Das ist wichtig für ihn, denn wir müssen ihn jetzt über Spiele wieder in den Rhythmus bekommen“, sagte Rose.

Der Ausblick

Noch in der Nacht machte sich der VfL-Tross auf die Rückreise nach Deutschland. Nach Mitternacht hob der Flieger aus der Ewigen Stadt ab. Nach der Landung in Köln kamen die Fohlen erst gegen 4:00 Uhr im BORUSSIA-PARK an. Danach schliefen sie sich aus, bevor am Mittag (12:00 Uhr) eine regenerative Einheit auf sie wartet. Am Samstagabend (18:00 Uhr) steht dann das Abschlusstraining vor dem Bundesligaspiel gegen Eintracht Frankfurt an, das am Sonntagabend (18:00 Uhr) im BORUSSIA-PARK angepfiffen wird.

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