NEWS: 01.11.2019

Nicht das bekommen, was verdient gewesen wäre

Nicht das bekommen, was verdient gewesen wäre
Nach dem Abpfiff bedankten sich die enttäuschten Borussen beim mitgereisten Anhang für dessen Unterstützung.

Der Tag danach: Dem BVB erneut auf Augenhöhe begegnet, Makridis gibt Pflichtspieldebüt und nur wenig Zeit zur Regeneration – alles Wichtige zur 1:2-Niederlage der FohlenElf bei Borussia Dortmund.

Die Geschichte des Spiels

Beide Mannschaften waren von Beginn an um Offensivaktionen bemüht, es fehlte aber sowohl bei den Dortmundern als auch bei den Gladbachern an der letzten Präzision. Die Fohlen setzten den BVB im ungewohnten 3-5-2-System durch ein frühes Anlaufen immer wieder unter Druck – und bekamen nach dem Wechsel mehr und mehr Zugriff auf das Spiel. In der 71. Minute brachte Marcus Thuram seine Farben per Kopf in Front. Die Hausherren rappelten sich aber sofort auf und drehten den Spieß durch einen Doppelschlag von Julian Brandt (77./80.) um. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Dortmunder großen Druck entfachen würden, aber dann haben sie leider aus zwei Chancen zwei Tore gemacht – hinten heraus wurde es dann für uns natürlich sehr schwer“, sagte Chefcoach Marco Rose. Bis zum Abpfiff versuchte sein Team alles, um die Verlängerung zu erzwingen, der Ausgleich gelang trotz aller Bemühungen aber nicht mehr. „Wir haben ein sehr ordentliches Spiel gemacht und sind Dortmund erneut auf Augenhöhe begegnet. Gerade gegen den Ball haben wir viel von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, sagte Rose und fügte an: „Wir sind sehr enttäuscht, denn wir haben nicht das bekommen, was verdient gewesen wäre. Dennoch bin ich sehr stolz auf die Jungs, wie mutig sie wieder gearbeitet und gespielt haben.“

Das Medienecho

Kicker: „Lange Zeit tat sich vor der Rekordkulisse für eine zweite Pokalrunde von 79.800 Zuschauern nicht allzu viel. Erst in den letzten 20 Minuten wurde es turbulent. Nach Rückstand drehte der BVB schließlich noch die Partie.“

Rheinische Post: „Endstation Dortmund: Borussia Mönchengladbach ist im DFB-Pokal in der zweiten Runde gescheitert. Marcus Thuram hatte die Gladbacher in Führung gebracht, aber dann kam der Auftritt von Julian Brandt.“

Express: „Gladbachs Horror-Serie gegen Dortmund hält an – auch im DFB-Pokal. Beim 2:1 (0:0) des BVB reicht den Fohlen selbst eine Führung durch Thuram (71.) nicht. (…), zum zehnten Mal in Folge verliert Gladbach gegen den BVB.“

Der Spieler des Spiels

Denis Zakaria: An ihm gab es gestern so gut wie kein Vorbeikommen. In seiner neuen Rolle als zentraler Mann in der Abwehrdreierkette lieferte der Schweizer eine bärenstarke Vorstellung ab. Er entschied nahezu alle Zweikämpfe für sich und erstickte dank seiner enormen Laufarbeit zahlreiche Angriffe der Hausherren bereits im Keim. Die Fans honorierten diese Leistung und wählten Zakaria in der FohlenApp mit fast 70 Prozent aller Stimmen zum Spieler des Spiels. Für ihn war das natürlich kein Trost. „Es ist schwer für uns, diese Niederlage zu akzeptieren. Es wäre absolut möglich gewesen, eine Runde weiterzukommen. Wir haben eine gute Leistung gezeigt, aber es hat am Ende leider nicht gereicht.“

Die Randnotiz des Spiels

In den vergangenen drei Bundesligaspielen gegen Augsburg (5:1), in Dortmund (0:1) und gegen Frankfurt (4:2) hatte Charalambos Makridis jeweils schon im Kader der FohlenElf gestanden. Gestern durfte der 23-Jährige, der im Januar 2017 vom SC Verl nach Mönchengladbach gewechselt war, sein Pflichtspieldebüt für die FohlenElf feiern. Drei Minuten vor Schluss kam Makridis für Jonas Hofmann in die Partie. Beinahe hätte der dribbelstarke Offensivakteur sogar noch seinen ersten Assist verbucht, doch Thuram konnte sein Zuspiel in der dritten Minute der Nachspielzeit nicht verwerten und scheiterte an BVB-Keeper Marwin Hitz.

Der Vorfall des Spiels

In der Nachspielzeit zeigte Schiedsrichter Benjamin Cortus Borussias Cheftrainer die Rote Karte, nachdem Rose protestierend aus seiner Coaching-Zone Richtung Spielfeld gerannt war und sich unsportlich in Richtung der Unparteiischen geäußert hatte. Am heutigen Freitag hat das DFB-Sportgericht Rose im Einzelrichterverfahren nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss wegen eines unsportlichen Verhaltens mit einem Innenraumverbot für das nächste DFB-Pokalspiel belegt. Der Trainer hat dem Urteil zugestimmt, es ist damit rechtskräftig.

Die Personallage

Vor dem Spiel hatte Chefcoach Rose betont, dass Jonas Hofmann und Lars Stindl aufgrund ihrer langen Verletzungspausen noch nicht in der Lage sind, über einen längeren Zeitraum zu spielen. Doch beide Akteure gingen gestern an oder sogar über ihr Limit. Stindl spielte durch, Hofmann biss bis zur 87. Minute auf die Zähne. „Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass beide es im Tank haben, so lange zu spielen", staunte Rose. "Beide haben es großartig gemacht und ihre Grenzen verschoben“, fügte Borussias Chefcoach an, dem nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Ramy Bensebaini personell ein wenig die Hände gebunden waren. Denn vor dem Spiel hatte sich auch noch Christoph Kramer zum ohnehin schon großen Lazarett dazugesellt, den Mittelfeldspieler legte eine Grippe flach. „Chris scheint es etwas schlimmer erwischt zu haben. Wir müssen abwarten, wie schnell das Fieber bei ihm weggeht, und wann er wieder belastungsfähig ist“, sagte Rose.

Der Ausblick

Für die Fohlen geht es im Drei-Tage-Rhythmus weiter. Schon am Samstag (15:30 Uhr) wartet am zehnten Bundesliga-Spieltag das Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen auf sie. „Wir haben leider wieder nur wenig Zeit zu regenerieren. Gerade auf Grund unserer angespannten Personallage ist es keine leichte Situation, aber wir nehmen es, wie es kommt und werden auch am Samstag eine gute Truppe aufs Feld schicken“, sagte Rose. Das Abschlusstraining der FohlenElf vor der Partie in der BayArena steigt am morgigen Freitag unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Weitere News

Stindl: „Wir hätten etwas cleverer sein müssen“

Stindl: „Wir hätten etwas cleverer sein müssen“ 31.10.2019

Borussias Kapitän Lars Stindl spricht im Interview über das 1:2 beim BVB und das damit verbundene Aus im DFB-Pokal.