NEWS: 16.12.2019

Eine bittere Erfahrung im Lernprozess

Eine bittere Erfahrung im Lernprozess
Nach dem Abpfiff bedankten sich die sichtlich enttäuschten Borussen bei den mitgereisten Fans für die Unterstützung.

Der Tag danach: Wieder in der letzten Minute geschlagen, ein unglücklicher Rekord-Torschütze und die Tabellenführung abgegeben– alles Wichtige zur 1:2 (1:1)-Niederlage der Fohlen beim VfL Wolfsburg.

Die Geschichte des Spiels

So brutal kann Fußball sein. Am vergangenen Wochenende lagen sich alle Borussen nach dem Last-Minute-Sieg gegen die Bayern glückselig in den Armen. Eine Woche später ist das Pendel umgeschlagen. Am Donnerstag ereilte die Fohlen gegen Istanbul (1:2) in letzter Minute das unglückliche Aus in der Europa League, gestern folgte die nicht minder ärgerliche 1:2-Niederlage in Wolfsburg – ebenfalls durch ein Gegentor kurz vor dem Abpfiff. „In der Summe ist es eine sehr bittere Niederlage für uns“, konstatierte Cheftrainer Marco Rose. „In den letzten Wochen haben wir in der Nachspielzeit einige Spiele für uns entscheiden können. Jetzt lernen wir gerade auf unschöne Art und Weise, dass es auch in die andere Richtung gehen kann.“

Von Beginn an entwickelte sich ein temporeiches und zweikampfintensives Spiel, in dem die Wolfsburger die ersten Akzente setzten. Nachdem Joao Victor noch am Pfosten gescheitert war, sorgte Xaver Schlager mit einer Direktabnahme für die Führung der Gastgeber. Joao Victor stand dabei – im Sichtfeld von Sommer – knapp im Abseits. Dennoch wurde das Tor nicht vom Videoschiedsrichter überprüft. Borussia zeigte sich aber nicht geschockt und schlug postwendend zurück: Alassane Plea flankte auf den zweiten Pfosten, wo Breel Emolo mit einer Volleyabnahme zum 1:1 traf. Danach war das Spiel von vielen Fouls und Nickligkeiten geprägt, Spielfluss kam erst nach der Pause wieder auf.

Marcus Thuram ließ die größte Chance zur Führung aus. Danach übernahmen die Wölfe mehr und mehr das Kommando. „Wir wussten, dass es sehr intensiv wird. Von der Statistik her war es ein ausgeglichenes Spiel, bis auf die direkte Torgefahr, da hatte Wolfsburg viel mehr Abschlüsse als wir“, sagte Rose. Mbabu köpfte an den Pfosten, ansonsten kamen die Hausherren in der Schlussphase aber auch zu keinen zwingenden Chancen mehr. Als alles auf ein Remis hindeutete, flog ein weiter Einwurf von Mbabu in den VfL-Strafraum. Jordan Beyer wollte den Ball aus der Gefahrenzone befreien. Sein Kopfball landete aber auf dem Fuß von Maximilian Arnold, der mit einer Volley-Abnahme unhaltbar ins rechte Eck traf. „Wir hätten den Punkt sehr gerne mitgenommen, deswegen ist es schade, dass wir es in letzter Konsequenz nicht geschafft haben, das 1:1 bis zum Abpfiff zu verteidigen“, sagte Rose.

Das Medienecho

Kicker: „Borussia Mönchengladbach hat die Tabellenführung in der Bundesliga an RB Leipzig verloren. Am Sonntagnachmittag unterlagen die Fohlen dem VfL Wolfsburg in einer von zahlreichen Zweikämpfen und Fouls dominierten Partie mit 1:2. Den letztlich verdienten Erfolg für die Wölfe sicherte ein sehenswerter Treffer in der Nachspielzeit.“

Süddeutsche Zeitung: „Durch eine 1:2-Niederlage beim VfL Wolfsburg hat Borussia Mönchengladbach die Tabellenführung verloren. Mit einem sehenswerten Siegtreffer sorgte Maxi Arnold in der Schlussminute für ein dramatisches Ende einer durchgehend spektakulären Partie. Für Gladbach war es die zweite Last-Minute-Pleite in drei Tagen.“

Express: „Nächster Rückschlag für Gladbach! Drei Tage nach dem blamablen Scheitern in der Europa League sind die Fohlen auch in der Liga aus der Erfolgsspur gestolpert. Beim VfL Wolfsburg kassierte Borussia eine 1:2-Pleite. Und wie schon zuvor gegen Istanbul Basaksehir setzte es auch am Sonntag erst in der Nachspielzeit den K.o.-Schlag.“

Die Zahl des Spiels

Der zwischenzeitliche Ausgleichstreffer war für Breel Embolo bereits der sechste persönliche Torerfolg in dieser Bundesliga-Saison. In keiner seiner drei Spielzeiten beim FC Schalke hatte der Schweizer sooft getroffen. Bislang lag seine Bestmarke bei fünf Treffern. „Mein Rekord ist nur Statistik. Wir wollten in Wolfsburg punkten – das ist uns nicht gelungen“, sagte der enttäuschte Angreifer, der in Kürze voraussichtlich auch eine weitere persönliche Bestmarke knacken wird. Neun Torbeteiligungen gelangen ihm in der Vorsaison für Schalke, bei Borussia steht er bereits jetzt bei acht (sechs Tore, zwei Vorlagen).

Die Personallage

In allen bisherigen 23 Pflichtspielen der FohlenElf stand Stefan Lainer in der Startelf. Einzig gegen die TSG Hoffenheim (in der 88. Minute ausgewechselt) und gegen den FC Augsburg (in der 60. Minute ausgewechselt) kam er nicht über die volle Distanz zum Einsatz. Gestern war für den Österreicher bereits zur Halbzeit Schluss. In einem Zweikampf mit Jerome Roussillon hatte der Rechtsverteidiger einen Schlag aufs Knie abbekommen. In den wenigen Minuten vor der Pause schleppte er sich noch einmal auf den Platz, dann aber blieb Lainer in der Halbzeit in der Kabine. „Ich glaube nicht, dass es etwas Schlimmes ist, aber ich konnte nicht mehr auftreten“, sagte der 27-Jährige. Ob er am Mittwoch gegen Paderborn wieder spielen kann, ist noch offen.

Die Tabellensituation

Nach zehn Wochen an der Spitze hat Borussia die Tabellenführung durch die gestrige Niederlage an RB Leipzig verloren. Die Sachsen haben 33 Punkte auf dem Konto und damit zwei mehr als die nun auf Platz zwei liegenden Fohlen (31). Dahinter folgen Borussia Dortmund (3./29), der FC Schalke 04 (4./28.) und der FC Bayern München (5./27). „Wir hätten die Spitzenposition gerne verteidigt. Dass wir nicht mehr Erster sind, ist aber nur nebensächlich. Für uns gilt es jetzt, schnell wieder in die Spur zu finden und die Hinrunde möglichst mit sechs Punkten abzuschließen“, sagte Jonas Hofmann.

Der Ausblick

Die kräftezehrende Hinrunde neigt sich dem Ende entgegen. Zweimal müssen die Fohlen noch auf die Zähne beißen: Am Mittwochabend (20:30 Uhr) empfangen sie den SC Paderborn im BORUSSIA-PARK, ehe sie zum Abschluss der ersten Saisonhälfte am Samstagabend (18:30 Uhr) bei Hertha BSC ranmüssen. „Wir werden wieder aufstehen, weitermachen und wollen die letzten beiden Spieler des Jahres positiv gestalten“, kündigte Embolo an. Trainer Rose blickte nur auf die kommende Aufgabe voraus: „Gegen Paderborn wollen wir wieder punkten und unseren Fans einen gebührenden Abschied schenken.“

Weitere News

Bennetts: „Ich habe den Moment sehr genossen“

Bennetts: „Ich habe den Moment sehr genossen“ 18.06.2020

Im Interview spricht Keanan Bennetts über sein Bundesliga-Debüt gegen Wolfsburg, seine bislang recht schwierige Zeit bei den Fohlen und seine sportlichen Pläne für die Zukunft.