NEWS: 23.04.2020

Zickler: „Zufriedenheit, auf der wir uns nicht ausruhen“

Zickler: „Zufriedenheit, auf der wir uns nicht ausruhen“
Alexander Zickler. Archiv-Foto

Borussias Co-Trainer Alexander Zickler spricht im Interview über die Gesprächsthemen in seiner WG mit Cheftrainer Marco Rose, den bisherigen Saisonverlauf der Fohlen und die Trainingseinheiten in kleinen Gruppen.

Alex, wie hast du die trainingsfreie Zeit verbracht?

Alexander Zickler: In der trainingsfreien Zeit war ich zuhause bei meiner Familie, bei meinen Kindern und meiner Frau. Dort haben wir die sonnigen Tage im Garten genossen.

Hast du die Zeit auch dafür genutzt, die ersten zehn Monate bei Borussia Revue passieren zu lassen? Wie fällt dein persönliches Zwischenfazit aus?

Alexander Zickler: Wenn wir im Trainerteam zusammensitzen oder ich abends mit Marco zusammensitze, lassen wir schon mal ein paar Spiele oder Situationen Revue passieren. Es kommt Zufriedenheit mit der bisherigen Saison auf – aber eine, auf der wir uns nicht ausruhen. Es macht Spaß, hart zu arbeiten, um weiter oben dran zu bleiben und um die gute Saison, die wir bis jetzt gespielt haben, zu vergolden. Was mir imponiert hat, ist, wie wir bei Borussia aufgenommen worden sind. Es war gleich sehr familiär. Natürlich hat man einen gewissen Erfolgsdruck, den Druck, gute Ergebnisse zu erzielen. Das ist uns aber bisher ganz gut gelungen. Es hat alles gleich gut gepasst. Ich fühle mich sehr wohl hier, mir macht es einfach Spaß.

Welche Themen werden in der Rose-Zickler-WG aktuell vorwiegend besprochen?

Alexander Zickler: Fußball spielt bei uns schon eine sehr große Rolle. Aber natürlich sprechen wir auch darüber, wenn in den Familien etwas passiert ist oder es etwas Neues von den Kleinen gibt. Bei Marco kommt in Leipzig ja auch ein Haustier nach dem anderen dazu. Es geht daher nicht immer um Fußball, aber er spielt schon eine große Rolle.

Gab es im bisherigen Saisonverlauf Spiele, die dir besonders gut gefallen haben?

Alexander Zickler: Vor allem zuhause haben wir sehr gute Spiele abgeliefert. Wir haben sehr offensiv gespielt – zum Beispiel gegen Frankfurt, da ist es hin und her gegangen. Das war ein tolles Spiel für die Zuschauer. Gegen Augsburg sind wir überragend ins Spiel gekommen. Es gab schon ein paar Highlights, die hängen geblieben sind. In der Rückrunde haben wir in Leipzig vor allem in der ersten Halbzeit auch überragend gespielt. Ich glaube, dass wir auf einem guten Weg sind, wir wissen aber auch, dass es immer wieder Dinge gibt, die man noch verbessern kann. Es gibt Dinge, an denen man noch schleifen muss, um den nächsten Schritt zu gehen. Wir sind froh, dass wir oben mitmischen können. Diese gute Ausgangsposition haben wir uns hart erarbeitet. Es ist schön, am Saisonende noch voll dabei zu sein und Ziele zu haben, die man verfolgt. Darauf werden wir weiter hinarbeiten und versuchen, das Bestmögliche herauszuholen.

Wie funktioniert das Training in verschiedenen Gruppen und wie sehen die Trainingsinhalte momentan aus?

Alexander Zickler: Momentan trainieren die Offensivspieler, die Mittelfeldspieler und die Defensivspieler in jeweils einer Gruppe. Dadurch können wir Prinzipien und Abläufe noch akribischer in den Gruppen aufarbeiten. Mit den Stürmern machen wir natürlich vor dem Tor viele Abschlüsse, üben Laufwege. Defensiv konzentrieren wir uns hinten auf den Spielaufbau, im Mittelfeld darauf, uns zwischen den Linien zu bewegen, auf die Orientierung und das Passspiel. So finden wir immer wieder etwas. Es ist natürlich nicht ganz einfach, da auch immer wieder neue Sachen einzubringen, aber wir versuchen, uns immer wieder etwas einfallen zu lassen. Und ich glaube, bisher ist uns das ganz gut gelungen.

Kümmerst du dich vorwiegend um die Gruppe der Offensivspieler?

Alexander Zickler: Ja natürlich. Als Spieler bin ich selbst Stürmer gewesen. Da liegt es natürlich auf der Hand, dass ich mehr darauf schaue. Wir genießen es momentan auch, die Stürmer mal in einer Gruppe alle beisammen zu haben, um Abläufe mal einzustudieren, um Lösungen vor dem Tor zu finden.

Wie bereitet ihr als Trainerteam die Mannschaft auf einen Tag „X“ vor, von dem man noch nicht weiß, wann dieser sein könnte?

Alexander Zickler: Wir hoffen natürlich, dass die Maßnahmen bald gelockert werden, damit wir wieder mit der kompletten Mannschaft trainieren können. Dafür wird aber sicher noch die eine oder andere Überlegung getroffen werden müssen, es muss klar sein, worauf man im Mannschaftstraining achten muss, um da wirklich kein Risiko einzugehen. Ich denke, dass alle darauf hinfiebern und sich auf den Tag freuen, an dem es wieder losgehen kann.

Wie hast du das Heimspiel gegen Köln vor leeren Zuschauerrängen wahrgenommen?

Alexander Zickler: Spiele wie das gegen Köln ohne Zuschauer haben eher den Charakter eines Freundschaftsspiels. Da hat man gesehen, wie sehr man von den Fans getragen wird und wie sehr man sie braucht. Die Fans machen es erst zu dem, was der Fußball ist. Das war schon eine komische Situation im Stadion – man hat jeden gehört, der irgendwo etwas gesagt hat. Diese Situation wird uns aber wahrscheinlich noch etwas länger begleiten und wir müssen das leider aktuell so akzeptieren.

Was sagst du zu der Aktion „Sei dabei. Trotzdem!“, für die das Fanprojekt zurzeit Pappaufsteller im Stadion montiert für mögliche Spiele unter Ausschluss von Zuschauern?

Alexander Zickler: Das ist eine überragende Idee. Jedes Mal, wenn wir jetzt im Stadion trainieren, schauen wir, wo wieder neue ‚Pappkameraden‘ dazugekommen sind. Ich glaube, da kommen ja auch noch ein paar dazu. Das ist eine absolut coole Idee. Und es zeigt den Zusammenhalt zwischen den Fans und dem Verein.

Glaubst du, dass man aus der Corona-Krise auch etwas Positives mitnehmen kann?

Alexander Zickler: Ich hoffe, dass die Menschen dadurch wieder mehr Demut haben und zufriedener sind mit dem, was sie haben. Ich glaube, dass diese Krise viele Leute enger zusammengeschweißt hat, dass der Zusammenhalt in dieser Zeit sehr groß geworden ist. Ich hoffe, dass wir als Bevölkerung daraus gelernt haben, dass es ein Geschenk ist, was wir haben, und wir damit auch ordentlich umgehen müssen. Und trotzdem hoffe ich, dass bald wieder eine Art Normalität einkehrt.

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