NEWS: 30.04.2020

Vor 50 Jahren: Borussia feiert ersten Meistertitel

Vor 50 Jahren: Borussia feiert ersten Meistertitel
Ein Bild für die Ewigkeit: Günter Netzer die Meisterschale in die Höhe. Foto: Stadtarchiv Mönchengladbach.

Heute vor 50 Jahren, am 30. April 1970, feiert Borussia den ersten Deutschen Meistertitel in der Vereinsgeschichte. Nach einem 4:3-Sieg gegen den Hamburger SV im ausverkauften Bökelbergstadion ist der historische Coup perfekt.

Es ist 21.46 Uhr, als im Mönchengladbacher Stadtteil Eicken die Glocken der Kirchen St. Elisabeth und St. Mariä Rosenkranz erklingen. In diesen Moment nimmt Kapitän Günter Netzer aus den Händen von DFB-Präsident Dr. Hermann Gösmann erstmals die Meisterschale entgegen. Bereits am vorletzten Spieltag der Saison 1969/70 hat Borussia im heimischen Bökelbergstadion den bis dato größten Erfolg der Vereinsgeschichte perfekt gemacht.

Bis es so weit ist, müssen die Fohlen allerdings 90 turbulente Minuten überstehen. Nach drei 0:1-Niederlagen in Folge – bei Bayern München, Hannover 96 und Absteiger Rot-Weiss Essen – gehen sie äußert angespannt in die Partie. Die Marschroute von Trainer Weisweiler ist: Schnell in Führung gehen, damit seine Mannschaft wieder etwas Sicherheit bekommt. Dieses Vorhaben gelingt. Schon nach einer Viertelstunde sorgt Herbert Laumen mit einem halbhohen Schuss aus 16 Metern für das 1:0. Nur 14 Minuten später erhöht Berti Vogts mit einem Hammer aus 18 Metern auf das 2:0. Jetzt spielen sich die Borussen in einen Rausch. Kurz vor der Pause baut Horst Köppel die Führung per Fallrückzieher auf 3:0 aus. Als Hartwig Bleidick kurz nach dem Wiederanpfiff auf 4:0 erhöht, scheint die Sache endgültig entschieden.

Plötzlich liegen die Nerven blank

Doch plötzlich sorgt Hans-Werner Kremer mit einem Weitschuss für den Anschlusstreffer der Gäste. Dieser Treffer zeigt Wirkung. Die FohlenElf gerät ins Straucheln, „Charly“ Dörfel bringt den HSV in der 70. Minute auf 4:2, und Klaus Fock fünf Minuten vor Schluss gar auf 4:3 heran. Bei den Borussen liegen die Nerven blank. Doch irgendwie bringen sie die knappe Führung über die Zeit. Kurz nach dem Abpfiff des Spiels verkündet Stadionsprecher Rolf Göttel in die Jubelstürme der Fans hinein: Deutscher Fußballmeister 1970 ist Borussia Mönchengladbach! Im Parkhotel machen die Fohlen anschließend die Nacht zum Tage, die Fans feiern in den Kneipen ausgelassen den Triumph.

Mit einem weiteren 4:3-Sieg bei Rot-Weiß Oberhausen geht am 3. Mai 1970 für Borussia die erste Meistersaison zu Ende. 23 Siege, fünf Unentschieden und sechs Niederlagen (51:17-Punkte, 71:29 Tore) stehen für die Fohlen zu Buche. Tags darauf gibt es einen Autokorso durch die Stadt und anschließend eine Ehrung im Rathaus der Stadt.

Für die Fohlen ist es der Beginn einer goldenen Ära mit insgesamt acht Titeln in einem Jahrzehnt. 1971, 1975, 1976 und 1977 lassen sie weitere vier Meistertitel folgen, zudem holen sie auch noch einmal den DFB-Pokal (1973) und zweimal den UEFA-Cup (1975, 1979). Der Vater des Erfolgs ist zweifellos Trainer Hennes Weisweiler, aber auch Spielerpersönlichkeiten wie Günter Netzer, Herbert Laumen, Berti Vogts, Wolfgang Kleff oder "Hacki" Wimmer sind bis heute unvergessen.

Hinweis: Ab 13:30 Uhr erinnern wir auf Twitter und Facebook unter dem Hashtag #FohlenKlassiker noch einmal an den denkwürdigen Tag!

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