NEWS: 08.06.2020

„Großes geschafft, Außergewöhnliches vor Augen“

„Großes geschafft, Außergewöhnliches vor Augen“
Sportdirektor Max Eberl

Standpunkt: Sportdirektor Max Eberl spricht über den vorzeitigen Einzug der Fohlen in den Europapokal, den Kampf um die Champions League, das bevorstehende Top-Spiel beim FC Bayern München und aktuelle Personalien.

Max, trotz des 0:1 in Freiburg hat Borussia am zurückliegenden Wochenende den Einzug in den Europapokal rechnerisch perfekt gemacht. Wie bewertest du das – vier Spieltage vor Ende der Saison?

Eberl: Wenn man mit Abschluss des 30. Spieltags die Teilnahme am internationalen Wettbewerb geschafft hat, ist das großartig. Wir liegen momentan elf Punkte vor dem sechsplatzierten VfL Wolfsburg. Es ist also noch nicht fix, ob es die Europa League-Qualifikation, -Gruppenphase oder sogar die Champions League wird. Aber, dass wir jetzt schon Europa sicher haben – und das zum sechsten Mal in den letzten neun Jahren – ist definitiv der Ausdruck einer sehr guten Saison, die wir bislang spielen.

Noch hat die FohlenElf als Vierter die große Chance, zum dritten Mal die Champions League zu erreichen. Wie siehst du das Rennen mit Bayer Leverkusen und RB Leipzig?

Eberl: Ich habe es schon immer betont: Wenn die ganz Großen schwächeln, wollen wir da sein und unsere Chance nutzen. Aber leider schwächeln diese Klubs in dieser Saison kaum. Der FC Bayern und der BVB liegen ganz vorne, auch Leipzig und Leverkusen erlauben sich nur wenig und spielen beide eine sehr stabile Saison. Das tun wir auch, deshalb sind wir im Rennen um die Champions League-Ränge auch noch dabei. Aber es gibt eben nur vier Plätze und fünf Bewerber darum. Borussia Mönchengladbach hat es in den vergangenen zehn Jahren geschafft, sich an die Top-Klubs der Liga heranzurobben. Wir haben es noch nicht geschafft, mit ihnen auf Augenhöhe zu sein oder sie gar zu überholen. Doch es ist uns immer wieder gelungen, sie zu ärgern. Das wollen wir auch in dieser Saison wieder. Etwas Großes haben wir mit der erneuten Europapokal-Teilnahme bereits erreicht. Die letzten vier Spieltage wollen wir nun dazu nutzen, noch etwas Außergewöhnliches zu schaffen.

Das 0:1 am Freitagabend war ein kleiner Rückschlag im Kampf um Platz vier. Wieso hat es Borussia trotz guter erster Hälfte nicht geschafft, dort etwas Zählbares mitzunehmen?

Eberl: Die ersten 45 Minuten waren eine der besten Halbzeiten, die wir jemals in Freiburg gespielt haben. Wir haben den Gegner klar dominiert, doch leider haben wir uns nicht mit einem Tor für diesen guten Auftritt belohnt. Im zweiten Durchgang hat es der SCF besser gemacht, zudem ist uns die Leichtigkeit abhandengekommen. Der frühe Gegentreffer und die völlig überzogene Gelb-Rote Karte haben die Sache natürlich auch noch deutlich schwieriger gemacht hat. Wir haben es in Unterzahl dann auch leider nicht mehr geschafft, die Freiburger nochmal richtig in Gefahr zu bringen.

Du sprichst die Gelb-Rote Karte gegen Alassane Plea als Knackpunkt an. Wie bewertest du diese Szene im Rückblick und wie beurteilst du die anschließende Rote Karte gegen dich?

Eberl: Auch mit etwas Abstand ist die Gelb-Rote Karte gegen Plea für mich nach wie vor unberechtigt. Er will den Ball spielen und kommt einen Tick zu spät. Es war weder ein schlimmes noch ein taktisches Foul. Ich habe mich am Freitagabend darüber aufgeregt und dies auch kundgetan. Daher war der Platzverweis gegen meine Person deutlich berechtigter.

Am Samstagabend steht das Top-Spiel beim FC Bayern an. Was erwartest du von der Partie?

Eberl: Der FC Bayern München ist momentan das Maß aller Dinge in der Bundesliga. Er demonstriert derzeit eine unfassbare Stärke – sowohl defensiv als auch offensiv. Dennoch fahren wir dorthin, um etwas Zählbares mitzubringen. Wenn wir eine Top-Leistung abrufen, die wir in dieser Saison schon mehrfach gezeigt haben, sind wir dort sicher nicht chancenlos. Es wird ohne Frage eine sehr schwierige Aufgabe, aber wir haben schon öfter bewiesen, dass wir gegen den FC Bayern gut aussehen können – und das wollen wir am kommenden Wochenende auch wieder tun.

Seit der Corona-Pause sind jetzt fünf Bundesliga-Spieltage vor leeren Rängen absolviert worden. Kann man jetzt schon sagen, dass sich das Konzept der DFL bewährt hat?

Eberl: Zum einen hat sich das Konzept bewährt, zum anderen wird die Bundesliga ihrer Rolle als Vorbild absolut gerecht. Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs wurde zu Beginn von vielen Seiten mit Argusaugen beobachtet, einige hatten ja sogar gehofft, dass es nicht funktioniert. Doch mit ganz wenigen Ausnahmen halten sich alle Beteiligten an die Regeln und setzen diese vorbildlich um. Die Spiele an sich sind auf Grund der fehlenden Fans leider nicht so emotional wie üblich, aber zumindest sportlich von einer hohen Qualität, so dass es rückwirkend eine sehr gute Entscheidung war, die Bundesliga wieder starten zu lassen.

In der vergangenen Woche hat Borussia den Vertrag mit Oscar Wendt verlängert um ein Jahr. Wie sieht es mit den übrigen Spielern aus, deren Verträge ebenfalls am Saisonende auslaufen?

Eberl: Erst einmal sind wir sehr froh, dass wir Oscar für ein weiteres Jahr an uns binden konnten. Tobias Strobl hat uns darüber informiert, dass er zum FC Augsburg wechseln möchte. Bei Fabian Johnson haben wir gemeinschaftlich entschieden, dass wir seinen Vertrag nicht verlängern werden. Die letzte offene Personalie hinsichtlich einer Vertragsverlängerung ist Raffael. Da befinden wir uns in Gesprächen und müssen schauen, was in Zukunft die beste Lösung für beide Seiten ist.

Auf dem Transfermarkt geht es noch sehr ruhig zu. Erwartest du im Sommer weniger Transfers und wird auch Borussia wegen der Corona-Krise und den dadurch verbundenen finanziellen Verlusten weniger aktiv sein als sonst?

Eberl: Der Transfermarkt wird im Sommer definitiv ruhiger sein. Ich bin mir sicher, dass es dennoch den einen oder anderen Top-Transfer geben wird. Viele Vereine, so auch wir, müssen aber erst einmal abwarten, wie diese Saison endet und was sie überhaupt für finanzielle Möglichkeiten haben. Natürlich beschäftigen auch wir uns mit neuen Spielern, um unseren Kader auch für die neue Saison bestmöglich aufzustellen. Wir wissen jetzt, dass wir mindestens zwei Profis im Sommer abgeben werden. Da wir sehr wahrscheinlich wieder in drei Wettbewerben dabei sind, brauchen wir einen qualitativ breit aufgestellten Kader. Wir sind mit dem aktuellen Kader sehr glücklich, dennoch wollen wir schauen, was für uns an Neuzugängen möglich ist.

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