NEWS: 14.06.2020

Auf Augenhöhe mit den Bayern und doch geschlagen

Auf Augenhöhe mit den Bayern und doch geschlagen
Ein symbolisches Bild: Kapitän Lars Stindl ärgert sich über eine vergebene Torchance.

Der Tag danach: Für eine gute Leistung nicht belohnt worden, Zweikampf um Platz vier und ein frühes Aus für Marcus Thuram – alles Wichtige zur 1:2-Niederlage der FohlenElf beim FC Bayern München.

Die Geschichte des Spiels

Borussia trat sehr couragiert auf und war von Beginn an auf Augenhöhe mit den Bayern. Dafür wäre sie nach einer guten Viertelstunde beinahe belohnt worden, Jonas Hofmann stand bei einem Steilpass von Breel Embolo jedoch knapp im Abseits. Nach VAR-Eingriff nahm Schiedsrichter Felix Zwayer den Treffer zurück. Die Bayern nutzten dann in der 26. Minute einen Fehlpass von Yann Sommer durch Joshua Zirkzee zur Führung. „Vor allem das erste Gegentor wäre vermeidbar gewesen. Es resultiert aber auch aus mutigem Auftreten. Deshalb gibt es vor allem keinen Vorwurf an Yann“, sagte Trainer Marco Rose. Sein Team zeigte sich unbeeindruckt und kam nur elf Minuten später zum verdienten Ausgleich. Patrick Herrmann flankte ins Zentrum, wo Benjamin Pavard den Ball ins eigene Tor bugsierte. Die Anfangsphase der zweiten Hälfte dominierte Borussia, ließ aber ihre Chancen zur eigenen Führung aus. Nach einer Stunde Spielzeit befreiten sich die Bayern aus der Umklammerung und drängten fortan die Borussen in die Defensive. Jedoch verteidigte die Rose-Elf diszipliniert und ließ defensiv kaum etwas zu. In der 86. Minute reichte aber eine kleine Unaufmerksamkeit, die den Gastgebern doch noch den Siegtreffer durch Leon Goretzka ermöglichte. „Diese Niederlage ist extrem ärgerlich, weil wir uns mehr vorgenommen hatten – und die Jungs haben auch gezeigt, dass sie mehr wollten. Wir haben uns in den letzten Wochen häufig selber geschlagen, auch dieses Mal haben wir unseren Teil dazu beigetragen“, bilanzierte Rose.

Das Medienecho

Kicker: „Gegen Borussia Mönchengladbach war für den ersatzgeschwächten Tabellenführer allerdings ein hartes Stück Arbeit nötig. Ein spätes Tor von Leon Goretzka sicherte dem Rekordmeister schließlich doch noch den 13. Pflichtspielsieg in Serie.“

Rheinische Post: „Borussia Mönchengladbach hat trotz eines starken Auftritts nichts Zählbares bei Bayern München mitgenommen. Die Mannschaft von Marco Rose, die über weite Strecken sogar mehr Ballbesitz hatte, unterlag eiskalten Münchnern 1:2.“

GladbachLive: Und Bayern? Die Roten mussten bohren, taten sich schwer. (…) Sommer war dann kurz vor Schluss allerdings machtlos, als Pavard genau auf Goretzka servierte und dieser eiskalt vollstreckte zum Dreier (2:1) für Bayern. Schade, Borussia – da war mehr drin.

Der Spieler des Spiels

Trotz seines Fehlers vor dem 0:1 kürten die Fans bei der Wahl in der FohlenApp Yann Sommer zum Spieler des Spiels. Mit 22 Prozent der Stimmen verwies er Florian Neuhaus (14 Prozent) und Stefan Lainer (11 Prozent) auf die Plätze. Mit mehreren guten Paraden erwies sich der Schweizer einmal mehr als sicherer Rückhalt seines Teams. Umso mehr wurmte ihn sein Fauxpas in der 26. Minute. Sommer hatte den Ball rechts am eigenen Strafraum und wollte einen Querpass auf Matthias Ginter spielen. Jedoch gelang die Kugel genau vor die Füße von Joshua Zirkzee, der aus 18 Metern per Direktabnahme ins leere Tor traf. „Ich ärgere mich natürlich extrem über meine falsche Entscheidung. Oft haben diese Bälle geklappt, diesmal leider nicht. So etwas kommt vor, es war ganz klar mein Fehler“, so Sommer im Interview.

Die Tabellensituation

Trotz der Niederlage ist Borussia der fünfte Platz nicht mehr zu nehmen. Da der VfL Wolfsburg nur 2:2 gegen den SC Freiburg spielte und nun zehn Punkte Rückstand auf die Fohlen hat, kann er sie nicht mehr verdrängen. Somit ist Borussia – das war nach dem Einzug des FC Bayern München und von Bayer Leverkusen ins DFB-Pokalfinale bereits klar – in der kommenden Saison sicher für die Gruppenphase der UEFA Europa League qualifiziert. Doch natürlich möchten die Borussen unbedingt ihren vierten Platz behaupten, um zum dritten Mal in die „Königsklasse“ einzuziehen. RB Leipzig (62) scheint außer Reichweite zu sein, so dass sich nun alles auf einen Zweikampf mit Bayer Leverkusen zuspitzt. Derzeit sind die beiden Teams punktgleich (beide 56), allerdings kann die Werkself am heutigen Sonntagabend (18:00 Uhr) mit einem Remis oder Sieg an Borussia vorbeiziehen. „Die Luft wird dünner für unser Ziel“, sagte Rose. „Man kann davon ausgehen, dass wir in den letzten drei Spielen noch eine Menge Punkte brauchen werden, im Optimalfall natürlich neun.“

Das Personal & der Ausblick

Auf Topscorer Alassane Plea hatte Borussia wegen einer Gelb-Rot-Sperre ohnehin verzichten müssen. Raffael stand wegen Beschwerden am Fuß gar nicht erst im Kader. Nach zehn Minuten war die Partie auch für Marcus Thuram beendet. Jerome Boateng war bei einem Foul mit der Ferse auf dem Knöchel des Franzosen gelandet. Nachdem Thuram mit dem gleichen Fuß unglücklich umgeknickt war, musste er ausgewechselt werden. „Marcus hat Sprunggelenksprobleme, eine genaue Diagnose steht aber noch aus“, sagte Rose. So kam Breel Embolo, der erst Mitte dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen war, schon früher als geplant zu seinem Comeback. „Breel hat es gerade so geschafft, bis zum Spiel gesund zu werden. Dafür hat er es hervorragend gemacht“, lobte Rose. Zur Pause ging es auch für Nico Elvedi nicht mehr weiter, der Schweizer klagte über Übelkeit, Tony Jantschke ersetzte ihn in der Abwehrkette. „Nico war es zur Pause sehr schlecht, daher konnte er nicht weiterspielen“, so Rose. Ob Elvedi und Thuram bis Dienstag wieder einsatzfähig sind, ist offen. Klar ist, dass Ramy Bensebaini das kommende Duell am Dienstag (18:30 Uhr) im BORUSS-PARK gegen den VfL Wolfsburg verpassen wird, weil er gestern seine fünfte Gelbe Karte sah.

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