NEWS: 30.06.2012

Uwe Kamps - seit 30 Jahren Borusse

Uwe Kamps - seit 30 Jahren Borusse
1995 holte Uwe Kamps mit Borussia den DFB-Pokal.

Uwe Kamps ist am morgigen Sonntag auf den Tag genau 30 Jahre bei Borussia. Eine lange Zeit, in der der aktuelle Torwarttrainer eine Menge erlebt hat. Wir blicken auf seine bewegte Karriere zurück.

Über die Stationen SV Wersten und BV 04 Düsseldorf kam Kamps 1982 zu Borussia. Am 12. März 1983 feierte der damals 18-Jährige gegen Arminia Bielefeld (3:0) sein Bundesliga-Debüt. Kamps wurde für den verletzten Uli Sude eingewechselt und löste seine Aufgabe gut. In der darauf folgenden Spielzeit leistete sich der junge Schlussmann Schwächen, so dass ihn Trainer Jupp Heynckes aus dem Kasten nahm und Sude wieder das Vertrauen schenkte. Mehr als zweieinhalb Jahre musste sich Kamps gedulden, ehe er am 30. Spieltag der Saison 85/86 wieder ran durfte. Statt bei einem anderen Verein zu unterschreiben, schöpfte Kamps neuen Mut: „Ich wollte damals eigentlich wechseln, doch Borussia gab mich nicht frei. Zum Glück, denn danach ist alles ziemlich perfekt für mich gelaufen.“

Dreimal wurde ihm noch Erik Thorstvedt vorgezogen, im Anschluss blieb Kamps über Jahre hinweg Borussias Nummer eins. In seiner ersten Spielzeit als Stammkeeper zog er mit dem VfL ins UEFA-Cup- sowie DFB-Pokal-Halbfinale ein. Danach verpasste Borussias zweimal haarscharf das internationale Geschäft. Was aber nicht an Kamps lag, der inzwischen trotz seiner erst 23 Jahren zu einer unumstrittenen Größe gereift war. Auch Hannes Löhr, Trainer der Olympia-Auswahl 1988, blieb das nicht verborgen. Er benannte Kamps bei den Spielen in Seoul zu seiner Nummer eins. Der Borusse zahlte das Vertrauen mit guten Leistungen zurück und errang mit seinem Team die Bronzemedaille.

Pokal-Held gegen Leverkusen

In den darauf folgenden Jahren spielte Borussia eher durchwachsen, Kamps verlor kurzzeitig seinen Stammplatz an Uwe Brunn. Doch schnell kehrte er ins Tor zurück – und im Pokal-Halbfinale 1992 gegen Bayer Leverkusen avancierte er zum Helden. Er parierte gleich vier Elfmeter der Werkself und sicherte seinem Team damit den Finaleinzug. Dem großen Triumph folgte der Reinfall, denn im Endspiel unterlag Borussia dem damaligen Zweitligisten Hannover 96. „Das war eine meiner größten Enttäuschungen in meiner Karriere. Das Ziel so nah vor Augen zu verpassen, tat sehr weh“, so Kamps.

In der Folge gab es zwischen den Pfosten ein ständiges Wechselspiel zwischen Kamps und dem früheren DDR-Auswahltorhüter Dirk Heyne. Bei Kamps keimten Wechselgedanken auf. Doch ein Kniescheibenbruch beendete Heynes Karriere vorzeitig und fortan war das Urgestein wieder die unangefochtene Nummer eins. Es folgte das Jahr des „Tigers“ bei Borussia. Stefan Effenberg kehrte zurück – und mit ihm der Erfolg. Natürlich half auch der sichere Rückhalt im Tor, der inzwischen 30 Jahre alt Kamps, absolvierte alle Pflichtspiele dieser Saison. Das Finale im Pokal-Endspiel 1995 in Berlin wurde zum Höhepunkt seiner Karriere. Im VfL Wolfsburg traf Borussia erneut auf einen Zweitligisten, doch diesmal wurde sie ihrer Favoritenrolle gerecht und gewann den Titel. „Das war sicher einer der schönsten Tage meiner Laufbahn“, so Kamps.

Achillessehnenriss und Abstieg

Es folgten weitere schöne Tage im UEFA-Cup – unvergessen ist sicher der 3:2-Erfolg bei Arsenal London. In der Bundesliga lief es dagegen nicht immer rund, 1997/98 wäre Kamps beinahe sogar abgestiegen. Erst ein Kraftakt im Saisonfinale mit dem abschließenden 2:0-Sieg in Wolfsburg brachte die Rettung. „Gefühlsmäßig war das wie ein Titelgewinn, wir waren doch schon lange weg vom Fenster“, berichtet Kamps. Weg vom Fenster war im Jahr darauf auch der Kult-Keeper. Er zog sich gleich zweimal einen Achillessehnenriss zu und musste tatenlos mit ansehen, wie seine Borussia 1999 erstmals abstieg.

Nach 389 Bundesligaspielen ging es für Kamps erstmals ins Unterhaus. Trotz der langen Verletzungspause war er wieder die Nummer eins. Im ersten Jahr verpasste der VfL den Wiederaufstieg, doch ein Jahr später war die Rückkehr ins Oberhaus perfekt – auch ein Verdienst ihres starken Schlussmanns. Um für die deutsche Eliteklasse fit zu sein, ließ sich Kamps in der Sommerpause operieren. Doch das Knie machte große Schwierigkeiten. Borussia war gezwungen in Jörg Stiel eine neue Nummer eins zu verpflichten. Kamps konnte die gesamte Saison nicht eingreifen und sah von der Tribüne aus, wie Stiel zum neuen Publikumsliebling wurde.

Inzwischen hatte er sich, im Alter von 38 Jahren, mit dem Ende seiner langen Laufbahn abgefunden und fand immer mehr Spaß an der Arbeit als Torwarttrainer – das Amt, das er bis heute mit viel Einsatz und großer Leidenschaft bei Borussia ausübt. Zwischen die Pfosten durfte Kamps aber doch noch einmal. Im letzten Spiel am Bökelberg in der Saison 2003/04 gegen 1860 München wechselte ihn Trainer Holger Fach zehn Minuten vor dem Ende für Stiel ein. Uwe durfte noch einmal dorthin, wo er seine größten Taten vollbrachte hatte: im Tor vor der Nordkurve.

Im Fohlen.TV kommen zum Dienstjubiläum von Uwe Kamps in Wolfgang "Otto" Kleff, Uli Sude und Marc-André ter Stegen drei Torhüter zu Wort, die einiges über und zu Kamps zu sagen haben.

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