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Borussia News

NEWS: 20.08.2012

Historie: Wittkamps wichtigstes Tor

Historie: Wittkamps wichtigstes Tor
Das entscheidende 2:0 im Rückspiel: Hans-Jürgen Wittkamp (verdeckt) setzt zum Flugkopfball an.

Am heutigen Dienstagabend (20.45 Uhr) trifft Borussia im Hinspiel der Champions League-Playoffs auf Dynamo Kiew. Beide Teams standen sich im Europapokal der Landesmeister 1977 bereits einmal gegenüber.

In der Saison 1976/1977 wartet auf die Borussia dem sowjetische Meister Dynamo Kiew keine leichte Aufgabe. Vor allem auswärts hängen die Trauben hoch: Von 17 Europapokalspielen im eigenen Stadion hat Kiew 16 gewonnen und nur einmal remis gespielt – bei 36:1 Toren. Der VfL muss diese Heimstärke anerkennen und unterliegt im Hinspiel 0:1. Allerdings werten die Borussen dieses Ergebnis als Erfolg.

Auch die Stimmung unter den 100.000 Zuschauern im Zentralstadion in Kiew lässt erkennen, dass die Russen nicht zufrieden sind, sie verabschieden ihre Mannschaft mit Pfiffen. Der UdSSR-Meister beherrscht das Spiel zwar eindeutig, doch mehr als das Kopfballtor von Onitschenko, der Gegenspieler Hans Klinkhammer in der 71. Minute bei einer Ecke entwischt, springt nicht heraus. „Das war ein dummes Tor, das zu diesem Zeitpunkt nicht zu fallen brauchte und uns zurück geworfen hat“, ärgert sich Borussias Trainer Udo Lattek.

Sein Team hätte diesen Gegentreffer allerdings schon in der Anfangsphase kassieren können, in der es den Angriffswirbel der Russen nur mit viel Glück übersteht. Mit zunehmender Spielzeit bekommt Borussia das Spiel besser in den Griff, wenngleich Konterchancen Mangelware bleiben. Allan Simonsen und Herbert Wimmer sorgen zweimal für Entlastung, doch im Abschluss fehlt die letzte Konsequenz. „Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft im Großen und Ganzen zufrieden. Wir haben nach langer Zeit wieder viel Geschlossenheit und ein großes Spiel gezeigt“, meint Lattek.

Im Rückspiel avanciert Hans-Jürgen Wittkamp zum VfL-Helden. Zehn Minuten vor dem Abpfiff erzielt der Libero das 2:0 und bringt Borussia damit ins Endspiel. Nach einem von Rainer Bonhof geschickt über die Mauer gelupften Freistoß, mogelt sich der Torschütze an der Mauer vorbei, nimmt den Ball auf und zieht ab. Die Kugel wird zunächst abgewehrt, doch über Wimmer gelangt sie erneut zu Wittkamp, der sie per Kopf im Tor unterbringt. „Als ich den Ball im Netz sah, wäre ich beinahe vor Freude explodiert. Dieser Treffer war der wichtigste meiner Laufbahn“, sprudelt es aus Wittkamp heraus.

70.000 Fans beim Rückspiel in Düsseldorf

Wohl selten zuvor hat es für die Borussen eine bessere Stimmung gegeben als gegen Kiew. 70.000 VfL-Fans peitschen die Fohlenelf in Düsseldorf nach vorne. Diese großartige Unterstützung lässt die Hausherren sogar den Ausfall von Jupp Heynckes vergessen, der durch Herbert Heidenreich ersetzt wird. In der 21. Minute ist der Jubel groß: Nach einem Handspiel von Matweinko im eigenen Strafraum zeigt Schiedsrichter Rion aus Belgien auf den Punkt. Bonhof lässt Dynamo-Keeper Rudskow keine Abwehrchance und egalisiert den Rückstand aus dem Hinspiel. „Der Torwart bot mir die linke Seite an. Wahrscheinlich glaubte er, ich würde den Ball ins Tor schieben, aber ich habe voll draufgeknallt. Damit hatte er wohl nicht gerechnet“, schildert Bonhof seinen Treffer.

Im zweiten Durchgang reißt Kiew die Initiative an sich, Berti Vogts muss gegen Oleg Blochin Schwerstarbeit leisten. Ebenso Torwart Wolfgang Kneib, der mehr und mehr in den Blickpunkt gerät. Auch nach Wittkamps 2:0 stecken die Russen nicht auf und sträuben sich mit großem Kampf gegen das Aus. Borussia bringt das Resultat jedoch über die Runden. „Wir wussten, dass die Abwehr von Kiew verwundbar ist. Schon zur Pause hätten wir 2:0 führen können“, analysiert Lattek. „Nach dem Wechsel war es sehr schwer. Zum Teil haben wir bewusst zurück gesteckt, zum anderen Teil wegen der läuferischen Klasse Kiews. Als die Gäste dann dem Ausgleich nahe schienen, gab es einen Treffer für uns, an den ich schon gar nicht mehr geglaubt hatte.“

Hinweis: Der Text stammt aus dem neuen Europapokalbuch „Magische Nächte“, das ab sofort zum Preis von 19,90 Euro im Online-Shop sowie allen Borussias Fan-Shops erhältlich ist.

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