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Psychologie

Psychologische Unterstützung

Die Jugendspieler in Borussias Fohlenstall verbindet ein großer Traum: Sie wollen Profifußballer werden. Um sich ihren Wunsch zu erfüllen, schuften die Talente mehrmals die Woche im BORUSSIA-PARK – im Training, im Kraftraum sowie in den Spielen. Doch nicht nur die körperlichen Anforderungen verlangen den Nachwuchskickern viel ab. Hinzu kommt für die Jugendlichen der Alltag in der Schule, ganz zu schweigen von den gewöhnlichen Problemen und Veränderungen im Stadium des Heranwachsens. Damit die jungen Borussen mit der physischen und psychischen Belastung zurechtkommen, erhalten sie von allen Seiten die notwendige Unterstützung. Wie genau Borussia dabei vorgeht, erklärt Thomas Pulwitt, der als Sportpsychologe im Juniorenbereich tätig ist.

Thomas, seit 2007 bist du als Sportpsychologe bei Borussia. Für viele ist dieser Bereich ein unbeschriebenes Gebiet. Kannst du mehr über diesen Beruf und dein Aufgabenfeld erzählen?

THOMAS PULWITT: Ich habe nach meinem Abitur ein Psychologie-Studium abgeschlossen. Durch eine Zusatzqualifikation bin ich zum Sportpsychologen geworden. Bei Borussia arbeite ich eng mit der Internatsleitung zusammen und bin nah an den Internatsspielern. Alle Bewohner, die neu dazu stoßen, absolvieren einen Schulpotenzialtest mit Aufgaben u.a. in Mathe, Deutsch und diversen Konzentrationsübungen. Aus dem Ergebnis leite ich zum einen ab, welche Schulform für den Neuankömmling am geeignetsten ist. Zum anderen kann ich sehen, in welchen Teilbereichen Schwächen liegen, um diesen in Absprache mit dem Internat entgegen zu wirken. Ich stehe aber auch Internatsleiter Mirko Sandmöller beratend zur Seite.

Welche weiteren Aufgaben übernimmst du?

PULWITT: Ich schaue mir häufig Trainingseinheiten und Spiele unserer Mannschaften an, um für alle Jungs ansprechbar zu sein. Einmal im Jahr gibt es zudem das so genannte Internatsinterview. In dem tausche ich mich mit den Internatsbewohnern in den unterschiedlichsten Bereichen aus. Darin geht es - ganz allgemein formuliert - um ihr persönliches Wohlbefinden. Viele Spieler nutzen die Möglichkeit und sprechen ganz offen mit mir. Unser Gespräch geht weit über die sportliche Situation hinaus. Ich unterliege da auch der Schweigepflicht. Hinzu kommt eine Beziehungsgestaltung zwischen Trainern und Spielern, die ein wichtiges Element ist, um die Spieler motivierend zu fördern.

Wie muss man sich die Inhalte in einem solchen Interview vorstellen?

PULWITT: Wir reden über private Umstände, über schulische Leistungen und über den Umgang mit Stress- und Drucksituationen. Ich habe festgestellt, dass Spieler, die in der Schule häufig Schwierigkeiten in diesen Situationen haben, diese auch auf dem Fußballfeld haben. Auch in diesen Bereichen unterstütze ich die Spieler, um ihre Persönlichkeitsentwicklung zu garantieren. Meine Telefonnummer hängt zudem aus. Wenn Spieler, ganz egal ob aus dem Internat oder nicht, Redebedarf haben, können Sie mich jederzeit anrufen. Einzigartig ist bei Borussia das Eltern-Coaching, das wir als einziger Verein in Deutschland betreiben.

Spätestens mit der Weltmeisterschaft 2006 ist die Zusammenarbeit der Vereine mit Sportpsychologen immer intensiver geworden. Glaubst du, dass diese Entwicklung weiter anhält?

PULWITT: Ja. Die sportlichen bzw. körperlichen Trainingsmethoden sind heute nahezu perfektioniert, die Fortschritte sind auch im Jugendbereich nicht mehr so groß. Natürlich gibt es technische Finessen, aber inzwischen wird viel Wert auf die mentale Stärke gelegt. Dieser Bereich bildet am Ende die fünf Prozent, die entscheidend sein können. Deshalb spreche ich auch regelmäßig mit den Trainern, um sie in z.B. in der Teamentwicklung oder im Umgang mit emotionalen Situationen zu schulen.

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