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Videoanalyse

Verbessern durch Videos

Mit Hilfe von Video-Aufnahmen werden seit der Saison 2005/06 Trainingseinheiten und Spiele der Junioren-Mannschaften analysiert. Den Nachwuchskickern kann das Trainerteam anhand der Bilder gewünschte und falsche Verhaltensweisen zeigen, statt sie nur zu erklären oder auf der Taktiktafel darzustellen. Fehler können eher abgestellt werden, Fortschritte stellen sich ein. Seit der Saison 2013/14 ist Mourad Nouisser, der 2011 zum VfL stieß, hauptverantwortlich für die Video-Begleitung aller VfL-Nachwuchsteams – von der U9 bis zur U23.

„Die Talente stetig verbessern“

Videoanalyst Mourad Nouisser spricht über die Videoanalyse bei Borussias Juniorenteams

Mourad, du arbeitest als Videoanalyst im Jugendleistungszentrum und begleitest die Nachwuchsmannschaften Borussias. Kannst du beschreiben, welche Aufgaben du übernimmst?

Mourad Nouisser: Am Wochenende filme ich selbst zwei Spiele der Jugendmannschaften. Montags bekomme ich die weiteren Aufnahmen von den anderen Partien, da alle Begegnungen der Junioren per Video begleitet werden. Ich bearbeite dann die Dateien und schneide die Sequenzen heraus, die der jeweilige Trainer haben möchte. So kann ich zum Beispiel Ausschnitte aus dem Defensivverhalten der Teams zusammenstellen, um ein Gesamtbild zu erzeugen. Oder ich lege durch die Auswahl den Schwerpunkt auf Standardsituationen. Das Verfahren lässt sich natürlich auch auf die Trainingseinheiten übertragen.

Welche konkreten Ziele werden durch den Einsatz einer Videoanalayse angestrebt?

Mourad Nouisser: Mein Ziel ist es, in enger Zusammenarbeit mit den Jugendtrainern an der stetigen Verbesserung der Talente zu arbeiten. So kann ich auf Wunsch der Trainer einzelne Spieler – egal ob im Spiel oder im Training – filmen. Mit dem Videomaterial kann jedem Akteur individuell aufzeigt werden, was er richtig oder falsch gemacht hat. Auf diesem Weg erstellen wir für jeden Spieler eine Datenbank. Dadurch erhoffen wir uns einen schnelleren Lerneffekt.

Der technische Fortschritt in der heutigen Zeit ist rasant. Wie sehr wirkt sich dieser Umstand im Bereich der Videoanalyse aus?

Mourad Nouisser: Sehr. Das beginnt bei den immer besser werdenden digitalen Kameras, geht über die Software zur Bearbeitung der Videos und reicht bis zu den Möglichkeiten der Präsentation mit Funktionen, wie das Einzeichnen von Laufwegen. Wir haben vor einem Jahr bei einem neuen Anbieter den Nachwuchsbereich neu ausgerüstet und so auf den besten, weil für die Trainer leicht zu bedienenden, Stand gebracht.

Was genau heißt das?

Mourad Nouisser: Jede Juniorenmannschaft kann zu jedem Spiel und zu jedem Training ein Equipment mitnehmen. Dabei handelt es sich um einen handlichen Alu-Koffer, der alles beinhaltet, um eine gute Videoanalyse durchzuführen. Dazu gehören ein Laptop mit entsprechender Software und eine Kamera mit Stativ. Insgesamt haben wir drei dieser Sets. Dazu gibt es noch eine Besonderheit: Den sogenannten Action-Button.

Was passiert, wenn man diesen Knopf betätigt?

Mourad Nouisser: Der Trainer kann schon während des Spiels bei bestimmten Aktionen auf diesen Button drücken und hat dann später im Video an diesen Stellen eine Markierung, die er bei der Bearbeitung sofort findet. Beispielsweise kann sich der Trainer bei einem Auswärtsspiel schon während der Rückfahrt das aufgenommene Video mit den entsprechenden Markierungen ansehen und die Dinge noch im Bus zeigen und besprechen. So einfach und schnell ging das vor wenigen Jahren noch nicht.

Die Zeit spielt also eine wichtige Rolle?

Mourad Nouisser: Auf jeden Fall. Je schneller die technischen Dinge ablaufen, desto mehr Zeit hat man, um die Punkte, die man verbessern möchte, anzusprechen. Entsprechend ist die Zeit bei der Videoanalyse ein limitierender Faktor. Man hat nicht unbegrenzt Zeit, alles zu zeigen und rüberzubringen. Die Hauptarbeit findet immer noch auf dem Platz statt, und gerade im Juniorenbereich sind die Spieler durch die Schule nur begrenzt verfügbar.

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