Suchen

Enttäuschung gegen Real

Kai-Erik Herlovsen (re.) bejubelt Ewald Lienens Treffer beim 5:1-Hinspiel-Sieg gegen Real.

Als Borussia und Real Madrid einander für das Achtelfinale im UEFA-Pokal 1985/1986 zugelost werden, sprechen die Borussen von einem „absoluten Traumlos“. Real ist Titelverteidiger und Tabellenführer der spanischen Primera Division und gespickt mit zahlreichen Nationalspielern. Schnell ist klar, dass der Bökelberg für das Zuschauerinteresse wieder einmal zu klein ist. Deshalb geht es für das Hinspiel am 27. November 1985 ins Düsseldorfer Rheinstadion.

Die Borussen sind um eine gute Ausgangslage für das Rückspiel bemüht, ein Sieg ohne Gegentor ist das Ziel. Mitte der ersten Halbzeit erhöht das Team von Trainer Jupp Heynckes den Druck und geht durch Frank Mill in Führung. Noch vor der Pause unterläuft Reals Salguero ein Eigentor zur 2:0-Führung für die Borussen. Nach dem Seitenwechsel geht es für den VfL fulminant weiter, die Mannschaft spielt sich in einen Rausch. Hans-Jörg Criens und Uwe Rahn erhöhen nach einer Stunde Spielzeit auf 4:0. Als die Königlichen ihre Defensivtaktik aufgeben, erzielen sie den Treffer zum 1:4. Eine große Chance zum 2:4 vergeben die Madrilenen noch. Ewald Lienen setzt schließlich mit dem 5:1 den Schlusspunkt eines denkwürdigen Europapokal-Abends.

100.000 fanatische Fans

Die Ausgangslage vor dem Rückspiel in der spanischen Hauptstadt ist glänzend, die Verantwortlichen warnen aber davor, das Spiel zu lässig anzugehen. Real ist sich sicher, ein 4:0, das zum Weiterkommen reichen würde, gegen Borussia schaffen zu können. Angetrieben werden die Madrilenen von rund 100.000 fanatischen Fans. Die Anfangsphase will Borussia überstehen, das misslingt aber. Jorge Valdano trifft bereits nach fünf Minuten und erhöht in der 18. Minute bereits auf 2:0. Uli Sude bewahrt sein Team vor einem noch größeren Rückstand, auf der Gegenseite vergibt Frank Mill die große Möglichkeit zum wichtigen Auswärtstor für Borussia. Der VfL ist deutlich unterlegen, hält aber bis zur 75. Minute das 0:2. Dann trifft Santillana zum 3:0 und läutet die Schlussoffensive von Real ein. Der Knock-Out erfolgt aber erst in der 89. Minute, als erneut Santillana das 4:0 markiert, das Madrid zum Weiterkommen genügt.

Eines der großartigsten Spiele in Borussias Vereinsgeschichte ist zwei Wochen später mit einer der größten Enttäuschungen bedeutungslos gemacht worden. Die spanische Presse, die die Borussen nach dem Hinspiel noch als „Dampfwalze“ tituliert hatte, schreibt jetzt von „Waschlappen“. Und Manager Helmut Grashoff macht seiner Enttäuschung Luft: „„Mir war die Vorstellung vor dieser gewaltigen Kulisse einfach nur peinlich.“

Jetzt entdecken

Hier Tickets sichern

Böklunder