Günter Netzer, der im Finale als Libero agierte, wirft sich in einen Schuss von Kevin Keegan.

In der Saison 1972/73 gelingt Borussia als erster deutscher Mannschaft der Einzug ins Finale des Uefa-Pokals. In der ersten Runde setzt sich die Weisweiler-Elf gegen den FC Aberdeen durch, in der zweiten Runde gegen Hvidovre aus Dänemark. Im Achtel- und Viertelfinale warten mit dem 1. FC Köln und dem 1. FC Kaiserslautern jeweils Bundesliga-Kontrahenten auf den VfL. Mit zwei souveränen Erfolgen gegen Twente Enschede gelingt dann der Finaleinzug. Gegner im Endspiel ist der FC Liverpool, der gerade englischer Meister geworden ist.

An der legendären Anfield Road empfängt Liverpool die Borussen zum Hinspiel. Nach nicht einmal einer halben Stunde wird das Spiel beim Stand von 0:0 abgebrochen. Sintflutartige Regenfälle haben den Platz unbespielbar gemacht. Borussia hat Liverpool bis dahin gut im Griff gehabt. Tags darauf wird das Spiel erneut angepfiffen. Diesmal ist Liverpool besser. Vor allem der groß gewachsene John Toshack stellt die Defensive vor Probleme. Die ersten beiden Treffer durch Kevin Keegan bereitet der Waliser vor. Keegan verschießt zudem noch einen Elfmeter. In der zweiten Halbzeit spielt Borussia mutiger und kommt zu einigen Chancen. Ein Entlastungsangriff der Engländer führt aber zum 0:3 aus Sicht des VfL. Jupp Heynckes vergibt kurz darauf noch einen Elfmeter, es bleibt schließlich beim klaren Sieg des FC Liverpool.

Ein Tor fehlt

Zwei Wochen später gilt es, das 0:3 auf dem Bökelberg wett zu machen. Weisweiler hat sein Team diesmal besser auf die Engländer eingestellt. Jupp Heynckes sorgt noch vor der Halbzeit jeweils nach Vorarbeit von Bernd Rupp für eine 2:0-Führung. Ein Tor fehlt noch bis zur Verlängerung. Liverpool aber spielt im zweiten Durchgang clever, verschleppt das Tempo und schindet Zeit. Der VfL kommt trotzdem zu Chancen, vergibt diese aber allesamt. Mit zunehmender Spieldauer schwinden die Kräfte der pausenlos stürmenden Hausherren. Das Powerplay bleibt ohne Erfolg. Liverpool verlier „nur“ 0:2 und kann am Ende mit 1.200 englischen Fans den Uefa-Pokalsieg auf dem Bökelberg feiern.

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