Berti Vogts im Duell mit Liverpools Kevin Keegan.

Nach der 1:3-Niederlage in Rom im Endspiel des Landesmeister-Cups 1976/77 gegen den FC Liverpool hält sich bei den Borussen die Enttäuschung in Grenzen. „Wir sind nicht sehr traurig, dass wir den Europapokal nicht mit nach Mönchengladbach nehmen können. Immerhin stand die Mannschaft zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in diesem Endspiel“, macht Trainer Udo Lattek deutlich, dass bereits der Finaleinzug ein großer Erfolg für Borussia ist. Aller Optimismus, der sich nach dem Gewinn des dritten nationalen Meistertitels vier Tage zuvor breit gemacht hat, erweist sich als trügerisch. Der FC Liverpool ist über 90 Minuten gesehen die bessere Mannschaft und reckt am Ende verdient die Siegestrophäe in die Höhe.

Bei eigenem Ballbesitz schleichen sich zu viele Fehler bei den Borussen ein – und das rächt sich in der 28. Minute: Steve Heighway schickt Terry McDermott in die freie Gasse, der zieht direkt ab und lässt VfL-Torwart Wolfgang Kneib keine Abwehrchance. „In der ersten Halbzeit haben wir viel zu ängstlich gespielt“, meint Mittelfeldspieler Rainer Bonhof. Für Angreifer Allan Simonsen ist es eine Frage der Nerven: „Die waren bei uns in den ersten 45 Minuten zu schwach. Erst nach dem Wechsel haben wir sie gehabt.“ Jetzt ist den Borussen anzumerken, dass sie sich ins Spiel zurückkämpfen wollen – und das gelingt ihnen mit dem zweiten Torschuss. Nach einem Fehlpass von Ian Callaghan jagt Simonsen das Leder ins lange Eck. Bei den 8.000 mitgereisten Borussia Anhängern keimt plötzlich Hoffnung auf. Elf Minuten nach dem Ausgleichstreffer leitet Bonhof den schönsten Angriff der Fohlen ein, doch Liverpool-Schlussmann Ray Clemence wirft sich Uli Stielike gerade noch rechtzeitig entgegen.

Es bleibt allerdings die einzige Gelegenheit der Lattek-Elf zur Führung, denn nur kurz darauf schlagen die Engländer erneut zu. Nach einer Ecke von Heighway ist Smith mit dem Kopf zur Stelle und trifft zum 2:1. „Nach der Pause haben wir streckenweise gezeigt, wie man gegen den FC Liverpool spielen muss. Aber das zweite Tor der Engländer hat uns wieder von unserem Weg abgebracht“, ärgert sich Lattek. In der 83. Minute sind die entkräfteten Borussen endgültig geschlagen, weil Berti Vogts im Strafraum den überragenden Kevin Keegan zu Fall bringt. Den Strafstoß verwandelt Verteidiger Phil Neal zum 3:1-Endstand und sorgt somit für den ersten Landesmeister-Titel der „Reds“. „Das 3:1 ist eine Nummer zu hoch ausgefallen. Aber Liverpool hatte die bessere Mannschaft und hat verdient gewonnen. Wir haben in der ersten Halbzeit das Spiel verloren. Erst nach der Pause haben wir so gespielt wie wir es normalerweise können“, meint Lattek.

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