Allan Simonsen, Rudi Gores, Winfried Schäfer, Torwart Wolfgang Kneib und Wilfried Hannes (v.li.) präsentieren den UEFA Pokal.

Roter Stern Belgrad ist Borussias Wunschgegner für die beiden Endspiele im UEFA-Cup-Wettbewerb 1978/79. Allerdings wartet auf die Borussen ein hoch motivierter Gegner. Beim Hinspiel ist das Stadion in Belgrad mit 100.000 Zuschauern restlos ausverkauft. Nach vorne gepeitscht von ihren fanatischen Anhängern legt Roter Stern los wie die Feuerwehr. In der 22. Minute sieht die von Berti Vogts gut organisierte VfL-Abwehr nicht gut aus. Wilfried Hannes verliert den Ball, Petrovic bedient Muslin, dessen knallharte Hereingabe Linksaußen Sestic über die Linie drückt. Dieser Treffer gibt den Belgradern Selbstvertrauen und die Deckung der Fohlen muss Schwerstarbeit verrichten.

Torhüter Wolfgang Kneib wird jedoch nicht häufig vor ernsthafte Aufgaben gestellt. Auf der Gegenseite können sich Borussias Angreifer jedoch ebenso wenig in Szene setzen. Bezeichnenderweise muss ein Eigentor herhalten, um den so erwünschten Auswärtstreffer zu erzielen. Ivan Jursic hechtet in eine Flanke von Horst Wohlers und köpft den Ball mit voller Wucht ins Netz. Kein Gladbacher hätte es schöner machen können. Nach dem 1:1-Ausgleich hat Borussia sogar noch eine große Chance zum Sieg, doch Ewald Lienen schießt aus acht Metern den Keeper an und Allan Simonsen vergibt den Abpraller.

Simonsen verwandelt Elfmeter

Im Rückspiel vor rund 45.000 Zuschauern im Düsseldorfer Rheinstadion geht es zunächst gut los für die Fohlen. Bereits in der 18. Minute entscheidet der italienische Unparteiische Michelotti auf Strafstoß für den VfL. Allan Simonsen war nach einem Zweikampf mit Ivan Juric zu Fall gekommen. Der gefoulte Däne versenkt den Elfmeter ganz cool im von ihm aus gesehenen linken Eck. Wer nun denkt, die Führung würde den Borussen Sicherheit geben, sieht sich getäuscht. Zur zweiten Halbzeit wechselt Roter Stern Milos Setic ein. Mit ihm erhöht sich der Druck der Jugoslawen, zumal Kapitän Petrovic von den Gladbachern kaum zu bremsen ist. Die Chancen zum Ausgleich werden immer größer. Dramatische Schlussminuten also, besonders für die Gladbacher Bank, auf der Trainer, Ersatzspieler und Vorstandsmitglieder kreidebleich die Daumen drücken.

So groß die Anspannung, so groß ist auch der anschließende Jubel als endlich klar ist: Borussia ist durch den 1:0-Erfolg zum zweiten Mal UEFA-Pokalsieger. Als Kapitän Berti Vogts um 22.05 Uhr den Pokal in den Düsseldorfer Nachthimmel streckt, gibt es kein Halten mehr. Tränen in den Augen der Spieler, Raketen steigen auf, grün-weiße Fahnen werden geschwenkt und von überall werden die freudestrahlenden „Helden“ beglückwünscht. Für eine ganze Reihe Borussen ist dies der würdige Abschluss ihrer Karriere oder ihrer Zeit beim VfL. Nachdem sich der erste große Jubel gelegt hat, sagt der scheidende Kapitän Berti Vogts seinen legendären Satz: „Schaut euch den Pokal gut an, es wird für lange Zeit der letzte sein, den Borussia holt!" Zu diesem Zeitpunkt ahnen wohl die wenigsten, wie Recht er damit hat

Jetzt entdecken

Hier Tickets sichern

Böklunder