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Bauarbeiten

Medienvertreter dürfen sich freuen

Während Borussia in der Bundesliga Fuß fasste und sich über regelmäßige Zahlen von über 30.000 Zuschauern freute, hielt die Stadt Wort. Die Westtribüne mit ihren 2.452 Sitzplätzen und den außen liegenden 4.352 Stehplätzen bekam ein 109 Meter breites und 19 Meter tiefes Dach. Freuen durften sich auch die Medienvertreter, die bis dahin oftmals pitschnass an ihren Schreibmaschinen gesessen hatten: In der Mitte der Tribüne wurden Presse, Rundfunk- und Fernsehkabinen eingerichtet. Im Juni 1966 war das Dach fertig, im August erhielt der Bökelberg auch noch die so lange vermisste Flutlichtanlage. Borussia verfügte nun – zumindest für eine gewisse Zeit – über ein bundesligataugliches Stadion. Doch durch den Erfolg wurden neue Begehrlichkeiten geweckt. Im Herbst 1969 gab Oberstadtdirektor Dr. Elbers grünes Licht für Planungen für einen Ausbau des Ostwalls. Borussia schwebte ein Ausbau in Stahlbetonbauweise vor. Der Ostwall sollte auf die gleiche Höhe wie die drei übrigen Seiten des Stadions gebracht werden, womit man das Fassungsvermögen auf rund 36.000 Sitz- und Stehplätze steigern wollte.

Doch diese Vorstellungen mussten die Planer schnell wieder vergessen. Im Januar 1970 trat eine neue Versammlungsstättenverordnung in Kraft, der zufolge die bis dahin zugelassene Zuschauerzahl nicht mehr aufrecht erhalten werden konnte und Umbaumaßnahmen (Änderung der Gedrängebarrieren, Schaffung einer neuen Sektoreneinteilung) an der vorhanden Anlage nötig wurden. Der vom städtischen Hochbauamt ins Auge gefasste Stahlbetonausbau erschien den Politikern nun zu aufwendig und man zog einen alten Plan aus der Schublade, der auf der Konstruktion eines Erdwalls basierte. Das Tiefbauamt errechnete, dass auf diesem Weg rund 1,4 Millionen Mark eingespart werden konnten und bekam den Zuschlag.

Endgültige Entscheidung

Im März 1971 fiel endlich die endgültige Entscheidung: Stadtverwaltung und Borussias Vorstand beschlossen den Beginn der Ausbauarbeiten für den 15. April 1971. Für Borussia bedeutete das, fast in der kompletten Saison 1971/72 in einer Baustelle spielen zu müssen. Der Ostteil des Stadions wurde mit einem Bauzaun versehen, hinter dem die Arbeiten vor sich gingen. Der Bökelberg hatte während dieser Zeit ein Fassungsvermögen von nur noch 25.000 Zuschauern. „Wir müssen in diesen sauren Apfel beißen“, meinte VfL-Präsident Dr. Helmut Beyer.

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