Suchen

Nachkriegszeit

Die Zeit nach dem Weltkrieg

Das alles geschah unter der Bedingung, dass im Stadion eine Art Stadtmeisterschaft ausgetragen werden sollte, an der auch die Briten mit einem eigenen Team teilnehmen wollten. Oberleutnant McCormeck und seine Landsleute ließen sich vom Elan der fußballverrückten Borussen so anstecken, dass sie auch noch eine Fußballkluft spendierten. Doch aus dem geplanten Vergleich zwischen deutschen und englischen Kickern wurde nichts. Die britische Besatzungsmacht erteilte nämlich im Frühjahr 1946 Sportvereinen die Genehmigung, sich wieder mit Klubs aus anderen Städten zu messen, was recht schnell eine Wiederaufnahme des Wettkampfbetriebes zur Folge hatte. Borussia spielte nicht gegen die britischen Soldaten, sondern gegen Vereine aus der näheren Umgebung. Dem ersten Nachkriegsspiel am Bökelberg am 7. April 1946 gegen den Rheydter SV folgte die Teilnahme an einer Kurzsaison von Mai bis Juli 1946.

Das Signal zum Durchbruch gab im Sommer 1949 die neue Vereinsführung, der nun der ehemalige Spieler Edmund Pulheim als Präsident vorstand. Unter seiner Führung setzte Borussia aufs Ganze und trat der soeben geschaffenen Gemeinschaft der Vertragsspieler-Klubs bei. Der Schritt zum Profitum war getan und wurde begleitet von der Installierung eines neuen Trainergespanns. Paul Pohl, Kopf der westdeutschen Meistermannschaft von 1920, und Heinz Ditgens, Borussias erster Nationalspieler, übernahmen die sportliche Verantwortung. Der Mut der Vereinsführung wurde belohnt. 1950 stieg der VfL endlich in die seit drei Jahren bestehende Oberliga auf und war damit nach etwa 20-jähriger Unterbrechung wieder erstklassig. Alles andere als erstklassig aber waren die Bedingungen im Borussenstadion. Die Anlage am Bökelberg sah noch genau so aus wie in den ersten Jahren nach ihrer Errichtung und dem Ausbau in den 20er Jahren. Die im Krieg arg ramponierte Mauer am Rand der „Kull“, deren Löcher jahrelang behelfsmäßig mit Stacheldraht gestopft worden waren, wurde zwar repariert. Ansonsten hatte das Stadion aber weder den Sportlern noch den Zuschauern viel zu bieten. Das Hauptspielfeld im Stadion konnte man nur mit viel Humor als Rasen bezeichnen, es war eher ein Sandplatz mit stellenweisem Grasbewuchs.

Holzbaracke als Umkleide

Als Umkleidegebäude für die Mannschaften musste noch immer die alte Holzbaracke in der nordöstlichen Ecke der Anlage herhalten. Rechts und links gab es jeweils eine Kabine, der Raum dazwischen diente unter der Woche bei schlechtem Wetter als Trainingshalle, in der an Fußballspielen freilich nicht zu denken war. Aus den wenigen Duschen rieselte nur kaltes Wasser. Wer warmes Wasser brauchte, musste sich mit einer Schüssel aus einem großen Waschkessel bedienen, der von einem Ofen angeheizt wurde.

Zum Abenteuer geriet der Besuch eines Spiels am Bökelberg für die Zuschauer. Sitzplätze gab es weiterhin nur in vier Holzreihen am Westhang. Wer dort keinen Platz fand, musste sich auf die lehmigen Hänge stellen, die die „Kull“ an allen vier Seiten säumten. Die Borussen legten immer wieder selber Hand an und stachen vor den Spielen mit Spaten Stufen aus dem Lehm, um den Besuchern wenigstens ein bisschen Standfestigkeit zu bieten – dabei halfen selbstverständlich auch die Spieler mit. Doch wenn das Wetter besonders schlecht war, war das Geschehen auf den Hügeln oftmals spektakulärer als das Spiel auf dem Platz. Bei Regen verwandelten sich die steilen Lehmhänge trotz der mühsamen gestochenen Stufen in Rutschbahnen. Wer einmal das Gleichgewicht verlor, der schlidderte den ganzen Hang hinab bis an den Spielfeldrand und riss dabei jeden mit, der sich nicht schnell genug in Sicherheit brachte.

Jetzt Geschenke finden

Hier Tickets sichern

Böklunder