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Günter Netzer

Der Regisseur

Wechselte sich im Pokalfinale 1972/73 selbst ein und erzielte den Siegtreffer.
Gab auf dem Platz den Ton an: Regisseur Günter Netzer.

Nicht nur die Gladbacher Fans erinnern sich an den 23. Juni 1973. Pokalfinale im Düsseldorfer Rheinstadion zwischen Borussia und dem 1. FC Köln. Und Günter Netzer, der Regisseur, spielt nicht. Formschwäche, hat Hennes Weisweiler entschieden. Den letzten Auftritt, die große Bühne vor seinem Abflug zu Real Madrid, will der Trainer ihm nicht gönnen. Erst zur Verlängerung war Netzer, der schon zur Halbzeit hatte eingewechselt werden sollen, bereit zu spielen, weil Christian Kulik völlig erschöpft war. Der Rest ist Legende: Nach einem Doppelpass mit Rainer Bonhof rutscht Netzer der Ball über den Spann, macht eine unmögliche Kurve und schlägt im Winkel ein. Das war nun doch der große Abgang, beim 2:1 über den 1. FC Köln.

Kämpfen war Netzers Stärke nie. Aber wie er Freistöße zelebrierte, entschädigte für manchen verlorenen oder erst gar nicht gesuchten Zweikampf. 1963 musste sein Vater Christian den ersten Profivertrag noch mit unterschreiben. Dieser brachte ihm die Maximalsumme von 4800 Mark im Jahr ein. Damals akzeptierte er das Angebot klaglos. Das war bei einem späteren Angebot des Managers Helmut Grashoff anders. Als der nach seinem Vertragsangebot meinte, der Herr Netzer könne jetzt wohl eine Flasche Champagner ausgeben, kam dieser mit einer Flasche billigsten Schaumweines zurück und sagte: „Mehr ist das Angebot nicht wert.“ Auch ließ er sich das Recht festschreiben, das FohlenEcho heraus zu geben.

Wurde 1972 und 1973 zum Fußballer des Jahres gewählt

In der Nationalmannschaft debütierte Netzer am 9. Oktober 1965 beim 4:1 über Österreich, er kam dennoch nur zu 37 Länderspielen. Sein Kölner Pendant Wolfgang Overath war, wie Netzer heute freimütig zugibt, mannschaftsdienlicher und deshalb der bessere Nationalspieler. Dank der Auftritte bei Borussia und in der Europameister-Elf von 1972 wurde Netzer von den Sportjournalisten 1972 und 1973 zum Fußballer des Jahres gewählt. Nach seiner Zeit in Madrid ließ er seine Karriere von 1976 bis 1978 bei Grashopper Zürich ausklingen, bevor er Manager beim Hamburger SV wurde, wo er 1983 auch den Europapokal der Landesmeister gewann. Danach war er in der Sportvermarktung tätig und kommentierte für die ARD die Auftritte der Deutschen Nationalmannschaft, wo er sich mit Gerhard Delling stets spitzzüngige Duelle lieferte. Diese Tätigkeit beendete er nach der WM 2010. Netzer gründete darüber hinaus in Zürich eine Werbeagentur, handelte Fernsehrechte und ist bis heute Executive Director der Schweizer Sportrechte-Agentur Infront Sports & Media AG.

(Stand: August 2014)

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Alle statistischen Daten zu Borussias deutschen Nationalspielern, aber auch zu allen anderen VfL-Akteuren in der Vereinsgeschichte (ab Bundesliga) gibt es in unserer ausführlichen VfL-Statistik.

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