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1960

Albert Brülls, der unumstrittene „Star“

Autokorso nach dem Pokalsieg: Albert Brülls, Zweiter von rechts, ist der Star der Mannschaft von 1960.

1960 war Borussia Mönchengladbach noch kein großer Name auf dem Fußball-Parkett. Als Trainer Fritz Pliska im März 1960 seinem Nachfolger Bernd Oles die Mannschaft übergab, stand sie im Halbfinale des Westdeutschen Pokals. Albert Brülls, der damals unumstrittene „Star“ der Mannschaft, hatte zuvor ein glückliches Händchen bewiesen. Nach zwei Unentschieden gegen Alemannia Aachen oblag ihm der Losentscheid – und er gewann. Auch das Halbfinale gegen Borussia Dortmund wurde gewonnen – auswärts mit 4:3. Doch spätestens jetzt ging jeder davon aus, dass der Siegeszug der Borussen ein Ende finden würde. Gegner war der 1. FC Köln, gerade Deutscher Vizemeister geworden.

Doch auch die Kölner bekamen beim 3:1-Erfolg der Borussia ihre Grenzen aufgezeigt. Mit dem Gewinn des Westdeutschen Pokals war Borussia auch für das Halbfinale des DFB-Pokals qualifiziert. Hier wartete mit dem Hamburger SV (neben anderen Stars mit Uwe Seeler und Charly Dörfel) der nächste schier unüberwindliche Gegner. Und wieder sorgte der kleine Klub aus Mönchengladbach beim 2:0-Erfolg für eine Überraschung. Passend zum 60-jährigen Bestehen des Vereins erreichte Borussia das Finale des DFB-Pokals im Düsseldorfer Rheinstadion.

Meilenstein für die kommenden Jahre

Gegner war der Karlsruher SC, der sich nach dem Krieg als die erfolgreichste Pokalmannschaft präsentiert hatte. Und der KSC begann stark, wirkte kreativer und kombinierte sicherer. Doch der erste Treffer gelang dem VfL. Brülls’ Vorarbeit, die Vollendung von Kaschi Mühlhausen – 1:0. Kurios der Ausgleich: Der Karlsruher Herrmann verwandelte eine Ecke an den verdutzten Gladbacher Torwart Günter Jansen vorbei direkt zum 1:1. Das Tor hinterließ keine Spuren bei der Borussia, die nicht von ihrem von Entschlossenheit geprägten Kurs abzubringen war. Zwei Minuten später markierte Uli Kohn aus der Drehung das 2:1. Mülhausens Weitschuss landete zudem am Pfosten. Nach der Pause schafften die Karlsruher noch einmal den Ausgleich, ehe der unwiderstehliche Brülls mit seinem entscheidenden 3:2-Siegtreffer alles wieder ins Lot brachte.

„Der Pokalsieg von 1960 war sicherlich ein Meilenstein für die kommenden Jahre“, sagt Friedhelm Frontzeck, einer der damaligen Helden, rückblickend. Für die Borussen wurde es am Tag nach dem Triumph noch einmal anstrengend. Denn in einem Autokorso ging es am 6.Oktober 1960 durch die Straßen Mönchengladbachs zum Rathaus.

DFB-Pokalendspiel 1959/60: Borussia - Karlsruher SC 3:2 (2:1)

Borussia: G. Jansen – Pfeiffer, de Lange, A. Jansen, Göbbels, Frontzeck, Brungs, Brülls, Kohn, Mühlhausen, Fendel

Trainer: Oles

Tore: 1:0 Mühlhausen (5.), 1:1 Herrmann (22.), 2:1 Kohn (25.), 2:2 Schwarz (58.), 3:2 Brülls (60.)

Zuschauer: 48.309 zahlend (51.215 gezählt) im Düsseldorfer Rheinstadion

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