Ein emotionaler Moment für die Historie

Der Tag danach: Trotz Niederlage ins Achtelfinale eingezogen, Stolz über das Abschneiden in Gruppe B und ein europäisches Schwergewicht vor der Brust– alles Wichtige zum 0:2 bei Real Madrid.

Die Geschichte des Spiels

Nach dem Abpfiff im Estadio Alfredo di Stefano versammelten sich alle Borussen direkt um zwei Tablets. Im Parallelspiel zwischen Inter und Donezk stand es noch 0:0, die Nachspielzeit lief. Mit bangen Blicken verfolgten die Borussen das Geschehen, denn nur ein Unentschieden hätte ihnen das Weiterkommen beschert. Als dann der Schiedsrichter dort in Minute 90+9 endlich abpfiff, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Spieler, Trainer und Betreuer lagen sich in den Armen und tanzten vor Freude über den Rasen. Trotz der 0:2-Niederlage im abschließenden Gruppenspiel in Madrid hat sich Borussia erstmals in der Vereinshistorie für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert. „Als das andere Spiel aus war, sind die Emotionen einfach aus uns herausgebrochen“, sagte Christoph Kramer. Natürlich hätte sich die FohlenElf gerne aus eigener Kraft für die K.o-Runde qualifiziert, doch „gegen ein starkes Real Madrid haben wir wenig auf den Platz bekommen und daher verdient verloren“, bemerkte Trainer Marco Rose. Die Gastgeber strahlten von Beginn an große Dominanz aus, Borussia fand – anders als noch im Hinspiel – nicht die Mittel, um diese Überlegenheit zu brechen. Karim Benzema brachte sein Team mit einem Doppelpack schon früh auf Kurs. „Wir haben Real zu viel Zeit und Raum gegeben. Und wenn dir gegen diesen Gegner nur ein paar Prozent der Überzeugung fehlen, kann das Spiel dann eben so verlaufen wie es verlaufen ist“, sagte Rose. Zwar war sein Team bemüht, dem Spiel eine Wendung zu geben, doch außer bei der zwischenzeitlichen Ausgleichschance durch Alassane Plea, kam die FohlenElf nur selten gefährlich vor das Tor der Spanier. „Wir hatten zu wenig gute Ballgewinne, haben ihr spielstarkes Zentrum nicht in den Griff bekommen. Zudem haben wir die Möglichkeiten zum Umschalten nicht gut zu Ende gespielt. Alles in allem haben wir viel Lehrgeld bezahlt“, sagte Rose. Zu hart mit seinen Schützlingen ins Gericht ging er aber nicht, denn im Vordergrund stand selbstverständlich das Weiterkommen. „Das ist ein besonderer Moment für den Verein und die Fans, über den wir uns sehr freuen. Das überwiegt, auch wenn wir kein gutes Spiel gemacht haben“, so Rose. „Wir haben uns in einer ganz schwierigen Gruppe als Tabellenzweiter durchgesetzt. Das nötigt meinen Respekt und großen Stolz der Mannschaft gegenüber ab.“

Das Medienecho  

Rheinische Post:„Borussia geriet bei Real Madrid früh auf die Verliererstraße und hatte beim 0:2 kaum Chancen. Doch das 0:0 im Parallelspiel zwischen Inter Mailand und Schachtjor Donezk beschert den Fohlen sensationell das Achtelfinale in der Champions League.

GladbachLive: „Oh, wie ist das schön, Fohlen-Elf! Borussia schafft in der Hammer-Gruppe B der Champions League am letzten Spieltag den Einzug ins Achtelfinale. Plus einer zusätzlichen Prämie der UEFA von rund zehn Millionen Euro.“

Bild: „Es ist Gladbachs schönste Pleite! Bei einer Niederlage in Spanien war das Unentschieden in der anderen Begegnung die einzige Möglichkeit, den Bundesligisten zu retten! So ist die Borussia punktgleich mit Donezk, zittert sich dank des gewonnenen direkten Vergleichs gegen die Ukrainer weiter.“

Der Spieler des Spiels

Yann Sommer: Die Wahl zum „Spieler des Spiels“ in der FohlenApp war eine klare Sache. Mit 80 Prozent aller abgegebenen Stimmen entschied Yann Sommer sie für sich. Mit mehreren guten Paraden – unter anderem fischte er in der zweiten Hälfte einen Kopfball von Sergio Ramos sensationell aus dem Eck – bewahrte der Schweizer seine Mannschaft vor einer höheren Niederlage. Nach dem Abpfiff verlor er aber nicht viel Worte über die Niederlage. „Wir sind einfach glücklich, dass wir weitergekommen sind. Für mich ist es verdient, weil wir in den fünf Spielen zuvor überzeugt haben“, sagte Sommer.

Die Randnotiz zum Spiel

Auch gestern gehörte Christoph Kramer wieder zu den laufstärksten Spielern der FohlenElf. Er spulte mehr als elf Kilometer ab. Diese Leistung reichte für den Mittelfeldspieler, um Rang eins in der Champions League zu behaupten. Kramer lief in den sechs Gruppenspielen insgesamt 72,9 Kilometer – so viel wie kein anderer Spieler in der gesamten Königsklasse.

Die Zahl zum Spiel

1: Erstmals überhaupt hat Borussia in der Champions League den Sprung ins Achtelfinale geschafft. Bei ihrer ersten Teilnahme war sie in der Saison 2014/15 als Gruppenvierter hinter Manchester City, Juventus Turin und dem FC Sevilla ausgeschieden. Bei der bis dato letztmaligen Teilnahme an der Königsklasse hatten sich die Fohlen in der Gruppe mit dem FC Barcelona, Manchester City und Celtic Glasgow als Dritter für die Europa League qualifiziert.  Im Landesmeisterwettbewerb, der zur Saison 1992/93 zur Champions League umfunktioniert wurde, stand Borussia letztmals vor 43 Jahren in der K.o.-Runde. Damals schafften die Fohlen den Einzug ins Halbfinale, in dem sie dem FC Liverpool unterlagen (H 2:1, A 0:3).

Die Tabellensituation

Dass der letzte Gruppen-Spieltag spannend werden würde, war vorher klar. Dass es so dramatisch wird, aber nicht. Alle vier Mannschaften konnten sich noch für das Achtelfinale qualifizieren. Als sich dann in Madrid anbahnte, dass Borussia es auf Grund des 0:2-Rückstands schwer haben würde, das Ticket für die Runde der letzten 16 aus eigener Kraft zu lösen, gingen die Blicke immer öfter nach Mailand. Dort hatte Inter Chance um Chance, doch Donezk brachte das torlose Remis über die Zeit, was ihnen als Gruppendritter immerhin die Teilnahme an der Europa League bescherte. Für Inter Mailand erfolgte als Gruppenvierter das Aus. Real Madrid schloss die Gruppe als Spitzenreiter ab – vor der zweitplatzierten FohlenElf. „Wir haben in dieser schwierigen Gruppe gegen jeden Gegner gepunktet und stehen sehr verdient im Achtelfinale. Das hätten uns wohl die wenigsten vorher zugetraut“, sagte Rose.

Der Ausblick

Am Montag um 12:00 Uhr richten sich die Augen aller Fohlen auf die Schweiz, wo in der UEFA-Zentrale in Nyon die Achtelfinalbegegnungen der Königsklasse ausgelost werden. Bereits jetzt ist klar, dass es Borussia mit einem europäischen Schwergewicht zu tun bekommen wird. Als mögliche Gegner der Duelle, die am 16./17. oder 23./24. Februar sowie am 9./10. oder 16./17. März ausgetragen werden, kommen nur der FC Liverpool, Manchester City, der FC Chelsea, Juventus Turin und Paris Saint-Germain in Frage. „Es wird wieder ein großer Gegner kommen. Aber es ist die K.o.-Phase der Champions League – und wir werden uns dieser Aufgabe stellen“, sagte Rose. Doch vorerst gilt es jetzt schnell das Thema Europa abzuhaken, denn bereits am Samstag (15:30 Uhr) wartet Hertha BSC in der Bundesliga auf die Fohlen. „Wir werden in den wenigen Tagen, die uns bis dahin bleiben, gut regenerieren und müssen dann die höchstmögliche Frische auf den Platz bringen“, betonte Rose. Wichtig sei auch, die mentalen Schalter wieder umzulegen. „Am Samstag ist wieder Tagesgeschäft. Wir wissen, dass wir nur in der Champions League sind, weil wir das Tagesgeschäft in der Vorsaison so gut gemeistert haben. Das heißt, dass wir in der Bundesliga dranbleiben und punkten müssen.“

Oscar Wendt im Zweikampf mit Lucas Vazquez
Christoph Kramer war der laufstärkste Spieler der Champions League-Gruppenphase.
Großer Jubel bei Alassane Plea und Breel Embolo.

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