Ein Dämpfer trotz zwei gehaltener Elfmeter

Der Tag danach: Zwei ärgerliche Gegentore nach Standards kassiert, zwei abgewehrte Strafstöße von Yann Sommer und das Debüt von Marvin Friedrich – alles Wichtige zum 1:2 der FohlenElf gegen Bayer Leverkusen.

Die Geschichte des Spiels

Im ersten Durchgang entwickelte sich eine über weite Strecken ausgeglichene Partie, in der die Gäste zwar spielerisch etwas mehr überzeugten, jedoch kaum Zug zum Tor entwickelten. Die Fohlen standen insgesamt stabil in der Defensive und kamen vorne zu der einen oder anderen gefährlichen Umschaltaktion. „In der ersten Hälfte hatten wir ordentliche Spielanteile und phasenweise gute Kombinationen, auch wenn die ganz klaren Torchancen gefehlt haben“, sagte Trainer Adi Hütter.

Nach dem Wechsel nahm die Partie sofort Fahrt auf. Marvin Friedrich traf Karim Bellarabi leicht im Strafraum, Schiedsrichter Sascha Stegemann zeigte auf den Punkt. Patrik Schick trat zum Elfmeter an, scheiterte aber am stark reagierenden Yann Sommer. Die Freude über den parierten Strafstoß währte aber nur ganze 29 Sekunden, denn die anschließende Ecke nutzte Robert Andrich zum 1:0 für die Werkself. „Yann hat den ersten Elfmeter überragend gehalten. Dass wir direkt danach unachtsam waren, war unglaublich ärgerlich und hat uns auf die Verliererstraße gebracht“, monierte Hütter.

In der Folge ließen die Leverkusener einige gute Konterchancen liegen. Den zweiten Treffer legten sie in der 75. Minute nach einem weiteren ruhenden Ball nach. Schick köpfte eine Freistoßflanke von Kerim Demirbay aus dem Getümmel ein. „Die Standards haben die Richtung vorgegeben. In beiden Szenen haben wir nicht gut genug verteidigt“, sagte Hütter. Die Fohlen kamen zwar sechs Minuten später durch Nico Elvedi, dem der Ball nach einer Ecke vor die Füße gefallen war, noch einmal zurück. In der Schlussphase warfen sie aber vergeblich alles nach vorne. Stattdessen bewahrte Sommer sie mit einem weiteren gehaltenen Strafstoß, diesmal war Demirbay angetreten, vor einer höheren Niederlage. „Meine Mannschaft hat bis zum Schluss gekämpft, alles gegeben und noch den Anschlusstreffer erzielt. Leider hat es danach nicht mehr zum Ausgleich gereicht“, sagte Hütter.

Das Medienecho

FAZ: „Gladbachs Torhüter Sommer hält zwei Elfmeter gegen Leverkusen, doch die Borussia steht sich mal wieder selbst im Weg. Andrich und Schick treffen für Bayer. Nur Elvedi verkürzt.“

Rheinische Post: „Borussia Mönchengladbach kassiert gegen Bayer 04 Leverkusen den nächsten Rückschlag. Die Fohlen verlieren, obwohl Keeper Sommer zwei Elfmeter pariert.“

Spiegel: „Yann Sommer konnte es nicht fassen: Eben hatte er noch einen Strafstoß bravourös pariert, da traf Leverkusen 29 Sekunden später nach der folgenden Ecke. Auch ein zweiter gehaltener Elfmeter sollte den Gladbachern nicht helfen.“

Der Spieler des Spiels

Zum wiederholten Male kürten die Borussia-Fans bei der Umfrage in der FohlenApp Yann Sommer zum Spieler des Spiels. Überwältigende 95 Prozent aller Stimmen vereinte der Schlussmann auf sich, der insgesamt zwölf Torschüsse der Gäste – darunter die beiden Strafstöße von Patrik Schick und Kerim Demirbay – abwehrte. „Yann hat nicht nur die zwei Elfmeter pariert, sondern uns auch mit vielen weiteren guten Paraden lange im Spiel gehalten“, sagte Trainer Hütter. In der langen Bundesliga-Historie war es zuvor erst 15 Torhütern gelungen, zwei Strafstöße in einem Spiel zu halten. Der letzte Keeper, der dieses Kunststück zuletzt vollbracht hatte, war vor fast acht Jahren der damalige Nürnberger Raphael Schäfer

Die Randnotiz des Spiels

Nur vier Tage nach seinem Wechsel von Union Berlin nach Mönchengladbach gab Neuzugang Marvin Friedrich sein Bundesligadebüt für Borussia. Gemeinsam mit Nico Elvedi und Tony Jantschke bildete der 26-jährige Innenverteidiger die Dreierkette. „Ich bin erst seit kurzer Zeit hier. Dafür hat es schon sehr ordentlich geklappt. Natürlich fehlt da noch ein bisschen, aber das wird noch kommen, da bin ich mir sicher“, sagte Friedrich. Auch Trainer Hütter zeigte sich mit Einstand des neuen Innenverteidigers zufrieden: „Auch wenn er den ersten Elfmeter sehr unglücklich verursacht hat, hat Marvin hat seine Sache insgesamt sehr ordentlich gemacht.“

Das Personal

In Denis Zakaria (Zerrung im Hüftbereich), Christoph Kramer (Erkältung), Ramy Bensebaini (Teilnahme am Afrika-Cup) und Jonas Hofmann (Reha nach arthroskopischem Eingriff im Knie) musste Borussia gestern auf vier wichtige Spieler verzichten. „Wir wollen nicht jammern, aber wenn bei uns vier Top-Spieler ausfallen, die den Unterschied ausmachen können, haben wir schon damit zu kämpfen“, sagte Hütter. Insbesondere im Zentrum hätten Chris Kramer als Kommunikator und Denis Zakaria mit seiner Schnelligkeit sehr gefehlt. Manu Koné und László Bénes, die sie im defensiven Mittelfeld vertraten, hätten ihre Sache trotz allem aber gut gemacht. „Wir haben auf dieser Position gerade einen personellen Engpass, aber ich hoffe, dass bis Mittwoch der eine oder andere Spieler zurückkommt“, sagte Hütter.

Die Tabellensituation

Nach dem vielversprechenden Rückrundenstart am vergangenen Wochenende in München musste die FohlenElf mit dem 1:2 gegen Leverkusen wieder einen Dämpfer hinnehmen. In der Tabelle wirkte sich die dritte Heimniederlage in Folge zunächst nicht aus. Borussia bleibt mit 22 Punkten weiter auf Platz zwölf stehen. „Wir wissen, dass die Lage nach wie vor gefährlich ist, aber wir bewahren die Ruhe und Geduld. Ich bin überzeugt von meiner Mannschaft, die genug Qualität hat, um aus dieser Situation herauszukommen“, so Hütter.

Der Ausblick

Viel Zeit zum Verschnaufen haben die Fohlen nicht, denn bereits am Mittwochabend (18:30 Uhr) steht bei Hannover 96 das Achtelfinalspiel im DFB-Pokal auf dem Plan. Zwei Einheiten – am Montag (10:30 Uhr) sowie am Dienstag (nicht öffentlich) – bleiben den Borussen, um sich auf das Duell beim aktuellen Tabellenzwölften der 2. Bundesliga vorzubereiten. „Wir nehmen den Pokalwettbewerb sehr ernst und wollen unbedingt eine Runde weiterkommen“, so Hütter.

In der 75. Minute sorgte Patrik Schick für das 2:0 der Leverkusener.
Yann Sommer parierte gleich zwei Elfmeter der Werkself.
Der Anschlusstreffer von Nico Elvedi kam zu spät.
Marvin Friedrich - hier im Zweikampf mit Karim Bellarabi - gab sein Debüt für Borussia.
László Bénes spielte anstelle des erkrankten Christoph Kramer.
Nach dem Abpfiff stand die Enttäuschung den Borussen ins Gesicht geschrieben.

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