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Heiko Herrlich

Borussias letzter Torschützenkönig

Holte zusammen mit Mario Basler die Torjägerkanone.
Heiko Herrlich erzielte in der Saison 1993/94 20 Treffer in der Bundesliga.

Als Heiko Herrlich 1993 von der Leverkusener Ersatzbank an den Bökelberg wechselte, war das Echo nicht ungeteilt positiv. Viele hielten ihn ausschließlich für einen Kopfballspieler, der ansonsten fußballerisch nicht viel zu bieten habe. Es dauerte auch eine ganze Zeit, bis er seinen Kritikern das Gegenteil beweisen konnte. Denn eine Gelbsucht-Erkrankung warf ihn zunächst ein halbes Jahr zurück. Mit zwei Toren, durch die kurz vor dem Ende der Partie der Sieg gegen den FC Bayern gelang, schaffte Herrlich letztlich den Durchbruch. Die Saison 1994/95 war dann die beste in Herrlichs Karriere. 20 Tore in der Bundesliga brachten ihm gemeinsam mit dem Bremer Mario Basler die Torjäger-Kanone, seine sechs Treffer im DFB-Pokal trugen maßgeblich zum Titelgewinn bei, und Herrlich wurde Nationalspieler. Und nur sechs der 20 Bundesliga-Tore erzielte er mit dem Kopf.

Dreimal kam er unter Berti Vogts für die Deutsche Nationalmannschaft zum Einsatz (insgesamt fünf Einsätze), bevor es um seine Person nach den Erfolgen in Gladbach hektisch wurde. „Zehn Treffer in 26 Spielen und Wahnsinns-Fans – was will man mehr?“, hatte er noch während der für ihn so erfolgreichen Saison im Hinblick auf seine Zukunft geäußert. Dann wollte er jedoch zum Deutschen Meister Borussia Dortmund wechseln und beteuerte, Manager Rüßmann habe ihm zugesichert, ihm bei einem guten Angebot keine Steine in den Weg zu legen. Nach einer Medienschlacht ohne Gleichen wechselte Herrlich letztlich zur Dortmunder Namenscousine.

Den Krebs besiegt und Trainer geworden

Hier sollte es für ihn jedoch sportlich nie wieder so werden wie in „seinem Jahr“ beim VfL. Heiko Herrlich blieb dennoch ein untypischer Bundesliga-Spieler. „Der Beruf des Fußballers füllt einen geistig nicht unbedingt aus. Es wäre schon schlimm, wenn mein Horizont am Flutlichtmast enden würde“, stellte er sein Verhältnis zu seinem Sport dar. Dass er trotzdem ein Kämpfer ist, zeigte er aber wenige Jahre später, als bei ihm ein Gehirntumor diagnostiziert wurde. Doch Herrlich besiegte den Krebs. Er kehrte noch einmal auf den Fußballplatz zurück, beendete wenig später aber seine Karriere. Nach seiner aktiven Laufbahn war er zunächst als Juniorentrainer beim DFB tätig, bevor von Oktober 2009 bis Ende April 2010 den VfL Bochum betreute. Zur Spielzeit 2011/12 übernahm Herrlich das Traineramt bei der SpVgg Unterhaching, trat dort aber im Mai 2012 zurück. Zur Saison 2013/14 übernahm Herrlich die U17-Mannschaft des FC Bayern München.

(Stand: August 2014)

Statistik

Alle statistischen Daten zu Borussias deutschen Nationalspielern, aber auch zu allen anderen VfL-Akteuren in der Vereinsgeschichte (ab Bundesliga) gibt es in unserer ausführlichen VfL-Statistik.

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