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1975

Final-Rückspiel eine Vorführung

Borussias erfolgreistes Jahr: Nach der Meisterschaft holen die "Fohlen" auch den UEFA-Cup nach Mönchengladbach und werden zur besten Mannschaft Europas ernannt.

Nachdem Borussia bei mehreren Auftritten im Europapokal teils unglücklich gescheitert war, sollte die zweite Teilnahme am UEFA-Pokal endlich den großen Wurf für den VfL bringen. Die Borussia begründete ihren europaweiten Ruf als eine der spielstärksten Mannschaften des Kontinents. Die Saison 1974/75, die gleichzeitig die letzte von Hennes Weisweiler am Bökelberg war, stellt in der Rückschau die Krönung einer zwölfjährigen Aufbauarbeit dar, als Gesamtkunstwerk eines vom Fußball besessenen Trainers und einer bedingungslos an ihn glaubenden Mannschaft.

In das Finale war Borussia durch einen Sieg über den Lokalrivalen 1. FC Köln gekommen. Doch auch das Stadion des Endspielgegners lag nur unweit entfernter. Der FC Twente Enschede besiegte auf dem Weg ins Endspiel niemand geringeren als Juventus Turin. Und das Hinspiel im Düsseldorfer Rheinstadion verlief nicht nach Wunsch: nur ein 0:0, die Niederländer gaben sich siegesgewiss. Der verletzte Jupp Heynckes wurde im Hinspiel schmerzlich vermisst.

Rekord für die Ewigkeit?

Der Torjäger war im Rückspiel jedoch wieder mit von der Partie, und das sollte die Twente-Elf schmerzlich zu spüren bekommen. Hatte die deutsche Nationalmannschaft ein Jahr zuvor im WM-Finale noch einigermaßen glücklich gegen die Niederlande gewonnen, so glich das Final-Rückspiel der Borussen einer Vorführung. Mit 5:1 siegte der VfL in Enschede, drei Tore gingen allein auf das Konto von Heynckes. Die beiden anderen Treffer erzielte dessen Sturmpartner Allan Simonsen. Einen so hohen Auswärtssieg hat es sowohl vorher als auch nachher in einem UEFA-Pokal-Endspiel nicht mehr gegeben. Seit 1997 wird das Finale in einem Endspiel auf neutralem Platz ausgetragen, was das 5:1 wohlmöglich zu einem Rekord für die Ewigkeit macht.

Schon vor dem Spiel war bekannt geworden, dass Trainer Hennes Weisweiler den Verein in Richtung Spanien verlassen wird. Aus Ärger über die damit verbundenen Verstimmungen im Verein wollte Weisweiler später nicht mit auf das Bild, das die Mannschaft mit dem Pokal und der ebenfalls gewonnenen Meisterschale zeigen sollte. Berti Vogts, für den Weisweiler eine Art väterlicher Freund war, musste ihn erst umstimmen.

Rückspiel UEFA-Pokal-Finale 1974/75: Twente Enschede - Borussia 1:5 (0:2) [Hinspiel: 0:0]

Borussia: Kleff - Vogts, Surau (13. Schäffer), Wittkamp, Bonhof, Klinkhammer, Jensen, Simonsen, Wimmer (75. Köppel), Danner, Heynckes

Trainer: Weisweiler

Tore: 0:1 Simonsen (3.), 0:2/0:3/0:4 Heynckes (9./50./60.), 1:4 Drost (76.), 1:5 Simonsen (Elfmeter/87.)

Zuschauer: 24.000 in Enschede

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